Im Fokus: Musikalische Fort- und Weiterbildung

© Stiftung Internationale Musikschulakademie Kulturzentrum Schloss Kapfenburg, Foto: Ralf Baumgarten

Weiterbildung ist das Instrument der Qualitätssicherung und des Qualitätsausbaus beruflichen und – gerade im Musikbereich – auch freiwillig-gemeinnützigen bzw. ehrenamtlichen Handelns. Sie unterstützt im professionellen Sinne das lebenslange bzw. lebensbegleitende Lernen. Es verwundert daher kaum, dass eine große Zahl von unterschiedlichen Trägern mit den unterschiedlichsten Themenstellungen und in vielfältigsten Veranstaltungsformen musikalische Fort- und Weiterbildung anbieten. Dies zeigt bereits ein kurzer Blick in das Informationssystem Musikalische Fort- und Weiterbildung des Deutschen Musikinformationszentrums (MIZ). Über 2.500 bundesweit offen ausgeschriebene Kurse bündelt das MIZ in seiner Datenbank. Die Spanne an Veranstaltungsformen reicht dabei von Chor- und Orchesterfreizeiten bis zu Meisterkursen, von Lehrgängen für Ensembleleiter bis zu musikpädagogischen Fortbildungen, von Seminaren für Managementqualifikationen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit oder Veranstaltungstechnik bis zu Praxisworkshops in den Bereichen Medien und Musikwirtschaft.

„Lebenslanges Lernen“

Spätestens seit das Thema der dauerhaften und über den Abschluss einer Berufsausbildung hinausgehenden individuellen Weiterqualifizierung © Musikakademie Rheinsberg GmbHArbeits-, Fortbildungs- und Begegnungsstätte für professionelle und Laienmusiker: die Musikakademie Rheinsbergin der Politik angelangt ist, erhält das weite Spektrum der beruflichen und persönlichen Fort- und Weiterbildung unter dem Schlagwort des „Lebenslangen Lernens“ eine hohe Aufmerksamkeit. Bildung wird dabei nicht (mehr) als ein Prozess verstanden, der in einer bestimmten Lebensphase begonnen und mit einer beruflichen Erstausbildung zur Sicherung einer lebenslangen Erwerbstätigkeit abgeschlossen wird. Für unser heutiges Verständnis beinhaltet Bildung auch den kontinuierlichen Ausbau oder die Fortbildung bestehender Kompetenzen ebenso wie die Weiterbildung durch den Erwerb neuer Fähigkeiten. Dabei stehen mal der Wunsch nach individueller persönlicher Weiterentwicklung, die Neuorientierung in der nachberuflichen Lebensphase, der Erwerb von Kenntnissen für ein ehrenamtliches Engagement oder schlicht die Freude an gemeinschaftlichen Lernaktivitäten im Mittelpunkt des Interesses.

Vielfalt der Weiterbildungslandschaft

So unterschiedlich die jeweiligen Gründe für das Belegen von Bildungsveranstaltungen sind, so breit ist auch das Angebot und die hieraus erwachsene Infrastruktur von öffentlichen und privaten Anbietern. Dies hängt mit den spezifischen Eigenarten des Musiksektors zusammen: © Landesmusikakademie Berlin, Foto: Michael LindnerEintauchen in fremde Kulturen: Rhythmus-workshop in der Landesmusikakademie BerlinZum einen ist der professionell-berufliche Bereich besonders feingliedrig strukturiert und durchgängig vermischt mit anderen Berufs- oder Kompetenzfeldern (wie z. B. Bildung, Wirtschaft oder Technik), zum anderen verschwimmen die Grenzen zwischen laienmusikalischer Kunstausübung aus persönlichen Motiven, freiberuflicher bzw. nebenberuflicher Beschäftigung und hauptberuflichem Kunstschaffen beständig. Darüber hinaus erfordert die musikalisch-kulturelle Tätigkeitspraxis per se eine beständige Weiter(aus)bildung der eigenen Fähigkeiten, auch weil gesellschaftliche und technologische Veränderungen – von der Digitalisierung über die zunehmende Bedeutung des Web 2.0 bis hin zu technologischen Neuerungen der Studiotechnik oder Veranstaltungstechnik – im Musikbereich besonders deutlich sichtbar werden. All dies erzeugt einen hohen und interdisziplinären Weiterbildungsbedarf nicht nur bei den Musikschaffenden selbst oder bei Beschäftigten in den Bereichen Kulturverwaltung, Kulturmanagement, Verbänden und Ehrenamt, sondern selbstverständlich auch bei den (im weitesten Sinne) musikpädagogischen Vermittlern, die ihre Kompetenzen ausbauen wollen.

Weiterbildung für Endnutzer und Multiplikatoren

In der Musikkultur ist zu unterscheiden zwischen „Endnutzer“- und Multiplikatoren-Weiterbildung. Die Weiterbildung für Endnutzer zielt auf die Qualifikation für die unmittelbare Teilhabe an (musikalisch-)kultureller Tätigkeitspraxis von der professionellen bis zur privaten Dimension, z. B. für Menschen, die musikalisch-künstlerisch oder © Stiftung Internationale Musikschulakademie Kulturzentrum Schloss Kapfenburg, Foto: Ralf BaumgartenFürstliches Ambiente in der Musikschulakademie Kulturzentrum Schloss Kapfenburgmusikalisch-kulturschaffend (auch im Sinne von Kulturmanagement und Kulturverwaltung) tätig sind oder sein wollen. Die Spanne reicht von der klassischen Chor- oder Orchesterfreizeit bis zu Meisterkursen, umfasst aber auch Weiterbildungen in Managementqualifikationen, PR-Arbeit oder Veranstaltungstechnik. Auch die rezeptive Kompetenz zählt dazu, nämlich Musik und musikalisch-künstlerisches Arbeiten zu verstehen.

Davon zu unterscheiden ist Weiterbildung für Multiplikatoren, also für Personen, die die erworbenen Kompetenzen ihrerseits an „Endnutzer“ weitergeben. Typische Multiplikatoren sind Lehrerinnen und Lehrer an allgemein bildenden Schulen, Dozenten in der Erwachsenenbildung, Kindergärtnerinnen und Kindergärtner oder Instrumental- und Vokalpädagogen, also (musikalisch-kulturelle) Bildungsberufe. Weiterbildungen für Multiplikatoren wollen – idealtypisch gesehen – entweder musikalisch-künstlerisch, musikwissenschaftlich oder auch managementmäßig vorgebildete Personengruppen in ihren Vermittlungskompetenzen ausbilden bzw. stärken. Oder sie wollen Personengruppen, die schon über pädagogische und Vermittlungskompetenzen verfügen, die nötigen musikalischen bzw. musikfachlichen Grundlagen musikalischer Bildung vermitteln. Oft hat man es mit Mischformen zwischen beiden Typen zu tun.

Anbieter und Orte musikalischer Weiterbildung

Anbieter der musikalischen Fort- und Weiterbildung existieren sowohl im öffentlichen als auch privaten Sektor. Öffentlich finanzierte bzw. getragene Veranstalter finden sich z .B. im Bereich der Landes- und Bundesakademien für musikalische bzw. kulturelle Bildung, der spartenbezogenen Musik- und Berufsverbände © Deutsches MusikinformationszentrumMusikatlas online: Bundes- und Landesakademien für musikalische Fort- und Weiterbildung
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sowie der Fortbildungseinrichtungen für Lehrerinnen und Lehrer an allgemein bildenden Schulen. Auch Musikhochschulen, Universitäten und Konservatorien sowie Musikschulen und Volkshochschulen bieten musikalische Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen an.

Eine zentrale Rolle spielen dabei die Bundes- und Landesakademien für musikalische Jugend- und Erwachsenenbildung (s. Topografie). Die Bundesakademien für musikalische bzw. kulturelle Bildung bieten ihre Kurse bundesweit an (auch wenn sie wegen der Ortsgebundenheit durch eigene Häuser zu einem erhöhten Prozentsatz Interessenten aus dem eigenen und aus angrenzenden Bundesländern erreichen), während die Landesmusikakademien vor allem landesweit Interessenten ansprechen. Natürlich aber erreichen sie zum Teil auch Teilnehmer über die Landesgrenzen hinweg.

Als private Anbieter fungieren die privaten Musikschulen, die wie die öffentlichen Musikschulen Fortbildungsangebote hauptsächlich für die eigene Klientel anbieten, und freiberufliche Dozentinnen und Dozenten, die als unternehmerische Einzelpersonen tätig sind. Organisations- und Inhaltskompetenz sind hier meist in Personalunion gegeben. Daneben existiert eine Vielzahl privatwirtschaftlicher Unternehmen, die Kurse und Freizeiten für unterschiedliche Zielgruppen organisieren. Mitunter sind solche privaten Angebote auch in den Programmen der Landesakademien oder sonstigen Kultureinrichtungen zu finden, die ihre Räumlichkeiten an Fremdanbieter vermieten.


Stand: 8. April 2013

 

 

 

MIZ Wissen

 

Beitrag:

Karl Ermert, Franz Riemer: Musikalische Fort- und Weiterbildung

 

Informationssystem Musikalische Fort- und Weiterbildung:

In Kooperation mit zahlreichen Veranstaltern stellt das Deutsche Musikinformationszentrum ein zentrales Informationsportal für Kurse, Kongresse, Fort- und Weiterbildungsangebote im Musikbereich bereit. Für das Jahr 2013 hat das MIZ bereits über 2.500 Veranstaltungen zusammengetragen. Um die passgenaue Suche nach einem Fort- und Weiterbildungsangebot zu ermöglichen, stehen vielfältige Suchoptionen, darunter ein Schlagwortkatalog zur Verfügung.

 

Institutionen der Fort- und Weiterbildung:

Fortbildungseinrichtungen für musikalische Jugend- und Erwachsenenbildung

Staatliche Institute für Lehrerfortbildung und Curriculumforschung

Musikhochschulen

Konservatorien bzw. Musikakademien, Kirchenmusikschulen und -hochschulen

Universitäten, Pädagogische Hochschulen, Fachhochschulen

Spezialausbildungsstätten für Musikberufe

Meisterkurse und Studienwochen

Sonstige Einrichtungen der Aus- und Fortbildung

Landesmusikräte

Verbände, Vereinigungen, Gesellschaften


Weitere Anbieter finden sich in der Veranstalterübersicht des Informationssystems Musikalische Fort- und Weiterbildung.

 

Topografie:

Bundes- und Landesakademien für musikalische Fort- und Weiterbildung

 

Themenportal "Bildung & Ausbildung":

Detaillierte Informationen über Strukturen und Entwicklungen der musikalischen Bildungslandschaft in Deutschland bietet das Themenportal Bildung & Ausbildung des MIZ.

 

Links:

Das MIZ ist Kooperationspartner des InfoWeb Weiterbildung, der Suchmaschine des Deutschen Bildungsservers für Weiterbildungskurse.


Weitere Informationen zum Thema Fort- und Weiterbildung finden sich in der Ausgabe 3/13 der Zeitschrift "Üben & Musizieren" mit dem Schwerpunkt Fortbildung. Dort kann auch der BeitragNavi im Bildungsdschungel. Das Deutsche Musikinformationszentrum widmet sich dieses Jahr dem Themenschwerpunkt "Musikalische Fort- und Weiterbildung" als pdf-Datei kostenlos heruntergeladen werden.

 

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