Im Fokus: Pop-, Rock- und Jazzausbildung

Moritz Krämer, Foto: ©Jule D. Körber Die Pop-, Rock- und Jazzausbildung boomt: Das Angebot an professionellen Ausbildungs- möglichkeiten war noch nie so groß wie heute

Die Ausbildungsmöglichkeiten im Bereich der populären Musik und des Jazz sind in Deutschland sehr vielfältig. Es gibt Studiengänge und Ausbildungen an Musikhochschulen und Universitäten, Akademien, Berufsfachschulen und privaten Hochschulen, Teil- und Vollzeitangebote, Weiterbildungsseminare, Coachingprogramme und vieles mehr. Doch setzt der Wunsch, professioneller Pop-, Rock- oder Jazz-Musiker zu werden, ein großes Maß an Vorbildung und Kenntnissen voraus. Bereits vor Aufnahme eines Studiums oder einer Ausbildung sollten insbesondere ausgeprägte musikalisch-künstlerische Fähigkeiten, zum Teil aber auch musikwirtschaftliches Grundwissen, vorhanden sein. In der Regel ist dies eine Voraussetzung, um die Aufnahmeprüfung an den Ausbildungsstätten für Jazz, Rock und Pop zu bestehen.

Im Folgenden bietet das MIZ einen kompakten Überblick über die Ausbildungsmöglichkeiten und -formen im Bereich der populären Musik und des Jazz in Deutschland.

Musikhochschulen und Universitäten

© Hochschule für Musik und Tanz Köln Die Hochschule für Musik und Tanz Köln - eine der größten Ausbildungsstätten für Jazz in Deutschland Viele Musikhochschulen und Universitäten haben sich in den letzten Jahren dafür entschieden, die Ausbildung in den populären Musikstilen zu verstärken. So sind neben dem Studium zum Bachelor of Arts und Master of Arts an zahlreichen Hochschulen der Bachelor of Music und der Master of Music dazugekommen. Obgleich hier nach wie vor die Vermittlung künstlerischer Kompetenzen sowie die Förderung der Individualität der Studierenden mittels Einzel- oder Bandunterricht im Vordergrund stehen, weisen viele neue Studiengänge auch Pflichtanteile zu den Themen des Musikmanagements und der Musikverwertung auf. Dabei handelt es sich bei den Ausbildungsangeboten im Hochschul- und Musikhochschulbereich um unterschiedliche Qualifizierungsschwerpunkte mit durchaus unterschiedlichen Intensitäten. So sind einige Hochschulen mit ihren Studienangeboten in den Bereichen Pop, Rock und Jazz stärker auf die künstlerische Ausbildung spezialisiert, andere wiederum legen den Schwerpunkt mehr auf die Musikpädagogik und -vermittlung. Oftmals findet man aber beide Schwerpunkte in einem Studiengang realisiert.

Private Hochschulen, Konservatorien und Fachakademien

© Popakademie Baden-Württemberg Die Popakademie Baden-Württemberg bietet künstlerisch oder betriebswirtschaftlich orientierte Studiengänge für populäre Musik an Neben den Musikhochschulen und Universitäten bieten auch zahlreiche private Hochschulen, Konservatorien und Fachakademien Ausbildungen im Bereich der populären Musik und des Jazz an. Sowohl im musikalisch-künstlerischen Bereich als auch in den Themengebieten Musikmanagement, Musikbusiness oder Musikproduktion werden die Ausbildungsangebote der privaten Hochschulen dabei immer vielfältiger. Die meisten dieser Einrichtungen ermöglichen einen staatlich anerkannten Berufsabschluss, wobei die Ausbildungen in der Regel kostenpflichtig sind und nicht immer ein Vollzeitstudium beinhalten.

Einige der privaten wie auch der öffentlich getragenen Ausbildungsstätten unterhalten enge Kooperationen mit Tonstudios, Labels oder Agenturen. Dadurch sind von Beginn des Studiums an beide Interessengruppen – Künstler wie Verwerter – miteinander verknüpft. Ziel ist es, auf diese Weise Synergien zu erzeugen, die sowohl dem kreativen Schaffen der Künstler als auch dem wirtschaftlichen Output der Musikunternehmen zugutekommen.

Berufsfachschulen für Musik

Die Berufsfachschulen für Musik in Bayern stellen eine Besonderheit in der Ausbildungslandschaft für Musikberufe dar. Sie bilden unter anderem zum staatlich geprüften Leiter von Vokal- und Instrumentalensembles im Laienmusizieren aus und bereiten auf die Eignungsprüfung zur Aufnahme an einer Fachakademie oder Musikhochschule vor. Der erfolgreiche Abschluss der 2-jährigen Regelausbildung ist zudem Voraussetzung für die Zulassung zur Ausbildung zum Fachlehrer für Musik und Kommunikationstechnik an Grund-, Haupt-, Real- und Förderschulen am Staatsinstitut für die Ausbildung von Fachlehrern in Ansbach. In einem 3. Schuljahr können darüber hinaus pädagogische oder künstlerische Zusatzqualifikationen erworben werden. Insgesamt sechs Berufsfachschulen für Musik in Bayern bieten im Zuge der Profilbildung zusätzlich zum allgemeinen Ausbildungsangebot eigenständige Ausbildungsgänge in den Bereichen Pop, Rock und Jazz an.

Kontaktstudium, Coaching- und Weiterbildungsbereich

© PopCamp POPCAMP, ein Projekt des Deutschen Musikrats, fördert in Form eines "Meisterkurses für populäre Musik" Nachwuchstalente Im Bereich der populären Musik ist die professionelle Kunstausübung häufig besonders stark mit wirtschaftlichen Aspekten verbunden. Schnelle Veränderungen der musikalischen Trends und der musikwirtschaftlichen Rahmenbedingungen machen es sowohl für angehende als auch für etablierte Pop-, Rock- und Jazzmusiker notwendig, sich beständig fort- und weiterzubilden.

Sinnvoll ist es daher, die Möglichkeiten des Coachings und der Fort- und Weiterbildung vor, während oder nach dem Studium in Anspruch zu nehmen. Hierzu gibt es ein reichhaltiges Angebot der verschiedensten Institutionen. Beispielhaft genannt werden können der Kontaktstudiengang „Popkurs“ (auch „Eventim Popkurs“) an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und der Meisterkurs „Popcamp“ des Deutschen Musikrats sowie im Bereich Jazz das Bundesjazzorchester und die Bundesbegegnung "Jugend Jazzt" mit dem SKODA Jazzpreis.

Weitere Anbieter sind auf den Seiten des MIZ im Informationssystem Musikalische Fort- und Weiterbildung aufgeführt. Dort finden sich regelmäßig aktualisiert offen ausgeschriebene Kurse, Seminare und Workshops sowie sonstige Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen, die z.B. unter den Schlagworten "Jazz / Blues" oder "Rock / Pop" durchsucht werden können.

Der vorliegende Text enthält Passagen aus dem Beitrag Pop-, Rock- und Jazzausbildung in Deutschland von Alexander Endreß.

Stand: 30. September 2013

 

 

 

MIZ Wissen

 

Fachbeitrag:

Alexander Endreß: Pop-, Rock- und Jazzausbildung in Deutschland

 

Institutionen:

Aus- und Fortbildungsstätten für Pop, Rock und Jazz

 

Musikatlas:

Topographische Darstellung der Ausbildungsstätten für Pop, Rock und Jazz

 

Fort- und Weiterbildungsangebote für Pop, Rock und Jazz:

In Kooperation mit zahlreichen Veranstaltern stellt das Deutsche Musikinformationszentrum ein zentrales Informationsportal für Kurse, Kongresse, Fort- und Weiterbildungsangebote im Musikbereich bereit, u.a. mit zahlreichen Bildungsveranstaltungen für populäre Musik und Jazz. Um die passgenaue Suche nach einem Fort- und Weiterbildungsangebot zu ermöglichen, stehen vielfältige Suchoptionen, darunter ein Schlagwortkatalog zur Verfügung.

 

Themenportal „Jazz, Rock & Pop“:

Weitere Informationen zur Szene der populären Musik und des Jazz in Deutschland vermittelt das MIZ in seinem Themenportal Jazz, Rock & Pop. Zu finden sind dort Daten und Fakten u.a. zu den folgenden Bereichen:

Musikfestivals

Wettbewerbe

Musikpreise & Stipendien

Verbände, Vereinigungen & Initiativen

Jugendensembles

Archive & Forschungsinstitute

Verlage

Zeitschriften & Jahrbücher

Informationen zu Bildungsmöglichkeiten im Laienbereich und zur studienvorbereitenden Ausbildung beispielsweise an Musikschulen im VdM oder Privaten Musikschulen finden sich im Themenportal Bildung & Ausbildung.

 

Weiterführende Recherchemöglichkeiten (Auswahl):

Internationales Verzeichnis von Ausbildungsstätten der populären Musik / International Association for the Study of Popular Music (IASPM)

Internationales Verzeichnis von Schulen und Ausbildungsstätten im Bereich Jazz / International Association of Schools of Jazz (IASJ)

Wegweiser Jazz zur deutschen, österreichischen und Schweizer Jazzszene / Jazzinstitut Darmstadt

Verzeichnis von ausbildungs- und studiumsrelevanten Texten und Bibliographien / Forschungszentrum populäre Musik an der Humboldt-Universität Berlin

Archiv wissenschaftlicher Lehrveranstaltungen zur populären Musik / Arbeitskreis Studium Populärer Musik e.V. (ASPM)

 

MyMIZ

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