"Guitarras y Romances" - Lauten-Ensembles im Spanien des 15. Jahrhunderts
Kurs für Zupfinstrumente im Rahmen der 8. Etappe für Alte Musik auf BURG FÜRSTENECK
Beschreibung: Sowohl das Instrument „Laute“ selbst wie auch sein Name leiten sich bekanntlich vom arabischen „al’Ud“ her. Daher verwundert es nicht, dass auch die ersten Lautenabbildungen in europäischen Handschriften im arabisch beeinflussten Spanien zu finden sind: Die Illustrationen zu den Cantigas de Santa Maria und das Schachbuch Alfons des Weisen zeigen erste Lauten in Händen von Nicht-Arabern. Allerdings kann man über die Verwendung des Instrumentes in dieser Frühzeit nur spekulieren. Sicher ist, dass die Laute bis zur Mitte des 14. Jhs. von Spanien und Italien ausgehend einen bedeutenden Platz im Instrumentarium Europas erringen konnte. Gegen 1400 erhielt sie Bünde und rückte im Verlauf des 15. Jhs. zu einem der Hauptinstrumente Westeuropas auf.
Im 15. Jahrhundert lässt sich in Spanien die Verwendung der Laute dann im Ensemble (Duo und Trio) belegen und ein Repertoire erschließen: Verschiedene Lautenisten sind namentlich genannt – darunter z.B. Rodrigo de la guitarra, der mit dem Sänger und Lautenisten Diego an seiner Seite die Höfe Spaniens bereiste. Solche Ensembles konnten außer der Laute auch Quinterne (eine kleinere Schwester der Laute), Harfe, Gesang oder Fidel beinhalten. Zu ihrem Repertoire gehörten neben komplexen Ars Subtilior-Kompositionen wohl vor allem die Romances, deren spätere Bearbeitungen in den Cancioneros, den höfischen Liederbüchern, überliefert sind.
In diesem Instrumentalkurs begeben wir uns auf die Spuren von Rodrigo de la guitarra und seinen Kollegen und versuchen, ein verschollenes Repertoire neu zu entdecken. Dafür werden den Teilnehmern vor Kursbeginn exemplarische Bearbeitungen spanischer Chansons für die häusliche Vorbereitung zur Verfügung gestellt, um sie dann im Ensemble zusammen zu fügen. In der Regel wird dabei ein größeres „Tenorinstrument“, das die Unterstimme(n) übernimmt, mit einem kleineren „Cantusinstrument“, das für die (meist verzierten) Oberstimmen eingesetzt wird, als Duo verbunden. Neben der Besetzung mit Laute und Quinterne kommen dafür auch zwei Lauten, Harfe-Laute oder ggf. andere Kombinationen in Frage.
Voraussetzungen: Die Teilnehmenden sollten ein mittelalterliches, bzw. Renaissance-Zupfinstrument beherrschen und für den Kurs mitbringen: vorzugsweise Laute oder Quinterne, gerne aber auch Harfe – mit Einschränkungen können auch moderne Gitarren und Mandolinen sinnvoll integriert werden. Im Zweifel bitte anfragen.
Kursleiter: Marc Lewon, Wyhlen, Lautenist und Musikwissenschaftler. Diplomstudium (Laute, Fidel und Gesang) an der Schola Cantorum Basiliensis. Wissenschaftliche Publikationen über Frühe Musik. International tätiger Musiker in renommierten Ensembles, Ensembleleiter, zahlreiche CD-Produktionen, Lehrtätigkeit. Leiter der ab Herbst 2008 geplanten Fortbildung zur Musik des Mittelalters auf BURG FÜRSTENECK.
Zielgruppe/Teilnehmer: Offen für alle Interessierten
Zusatzinformationen: Die ausgewiesene Gebühr beinhaltet die Kursgebühr inklusive Unterkunft und Vollverpflegung, auf Wunsch auch vegetarisch. Sie zahlen nach Ihrer persönlichen Vorstellung einen Betrag zwischen dem ausgewiesenen Minimum und Maximum. Durch die freiwilligen höheren Beiträge wird weniger Verdienenden die Chance zur Kursteilnahme ermöglicht. Für Menschen bis 26 Jahre ohne eigenes Einkommen gilt die reduzierte Gebühr "JUG".
Termin: 14.03.2008 - 16.03.2008
Veranstaltungsort:
BURG FÜRSTENECK
Am Schlossgarten 3, 36132 Eiterfeld (Landkreis Fulda)
Veranstalter:
Burg Fürsteneck
Träger: BURG FÜRSTENECK, Akademie für berufliche und musisch-kulturelle Weiterbildung
Partner: Ensemble Oni Wytars
Kosten: 180 - 230 € (inkl. 86,40 € Ü/VP) € nach Selbsteinschätzung, JUG 150 €
Anmeldung:
Kursnr.: 304
BURG FÜRSTENECK, Akademie für berufliche und musisch-kulturelle Weiterbildung
Am Schlossgarten 3, 36132 Eiterfeld (Landkreis Fulda)
Telefon: 06672 - 92020 , Fax: 06672 - 920230