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Die Sinne und die Erkenntnis - Interdisziplinäre Perspektiven auf die Aktualität von Carl Stumpf

Tagung


Beschreibung:
Erst seit gut einem Jahrzehnt befasst sich die Forschung auf breiter, interdisziplinärer Basis wieder mit Carl Stumpf (1848 - 1936), der von philosophischer Seite häufig nur als unbedeutenderer Geistesverwandter Franz Brentanos oder Edmund Husserls etikettiert wird, was jedoch in der Sache verfehlt ist. Stumpf ist nicht nur eigene Wege gegangen, sondern ist auf seinem Weg, mehr als Brentano und Husserl, mit aktuellen erkenntnistheoretischen und psychologischen Problemen in Kontakt geblieben. Letzteres veranlasste zur Gründung einer Carl Stumpf Gesellschaft auf interdisziplinärer Basis.
Stumpf hat Brücken zwischen Bereichen spezifischer Gegenständlichkeit und unterschiedlichen epistemischen Niveaus gebaut, die zu seiner Zeit noch als durch Abgründe voneinander getrennt angesehen wurden, wie die Verbindung zwischen naturwissenschaftlichem und geisteswissenschaftlichem Denken, Quantität und Qualität, zwischen Logik und Psychologie, Verstand und Sinnlichkeit, notwendigen und bloß assoziativen Relationen, Wissenschaft und Kunst. Die Tagung will – wenigstens ansatzweise – darüber aufklären, weshalb diese Überbrückungen zeitweilig nicht gewürdigt wurden, ja, nicht gewürdigt wurden konnten, und warum sie heute funktionieren könnten. Erkenntnistheoretisch von Belang ist, dass Stumpf zum einen, obwohl ein hervorragender Experimentator, nicht der modischen Übertreibung der Methode gefolgt ist, sondern an der Erforschung des Gegenstandes, auch des Gegenstandes „Seele“, festgehalten hat; zum anderen hat Stumpf konsequent der idealistischen Verführung zu einer Zwei-Welten-Theorie Widerstand geleistet und die Einheit des Bewusstseins zum Ausgangspunkt seines vielseitigen, interdisziplinären Forschens gemacht. In diesem Kontext konnte er auch dem Psychologismus-Verbot wohlfundiert Opposition bieten.
Die für die Tagung angekündigten Aspekte einer erkenntnistheoretischen Erneuerung („Die Sinne und die Erkenntnis“) und der Betonung von Interdisziplinarität und Aktualität im Werk Carl Stumpfs („Interdisziplinäre Perspektiven auf die Aktualität von Carl Stumpf“) sollen aber keineswegs nur den genialen Forscher würdigen, sondern auch für neue Perspektiven in einer integrativen psychologischen Wissenschaft und Musikpsychologie werben, für die ja nicht allein Carl Strumpf Wesentliches geleistet hat. Interdisziplinarität ist doch nur dann wirklich von Nutzen, wenn zugleich auch an Integration gedacht wird.

Tagungsprogramm

Freitag, 3. September 2010

ab 14.00 Uhr: Registrierung
15.00 Uhr - 15.15 Uhr: Begrüßung
15.15 Uhr - 16.15 Uhr: Die Aktualität von Carl Stumpf (Margret Kaiser-El-Safti, Köln)
16.15 Uhr - 17.15 Uhr: Carl Stumpf und Wilhelm Wundt - ein schwieriges Verhältnis (Uwe Wolfradt, Halle)
17.15 Uhr - 17.30 Uhr: Kaffeepause
17.30 Uhr - 18.30 Uhr: Spielerisch sprechen - aufmerksam hören (Alexandra Zepter, Köln)
19.00 Uhr - 20.00 Uhr: Konzert
ca. 20.15 Uhr: Abendessen

Samstag, 4. September 2010
09.00 Uhr -10.00 Uhr: Anschauung - Zahl - Struktur (Mirjam Ebersbach, Halle und Wolfgang Ewen, Bremen)
10.00 Uhr - 11.00 Uhr: Die Musikethnologie Carl Stumpfs am Beispiel der siamesischen Musik (Gretel Schwörer-Kohl, Halle)
11.00 Uhr - 11.30 Uhr: Kaffeepause
11.30 Uhr - 12.30 Uhr: Die neuronalen Grundlagen der Wahrnehmung von Tonhöhe und Harmonie (Geral Langner, Darmstadt)
12.30 Uhr - 13.30 Uhr: Tonverschmelzung; neurologisch - mathematisch - musikalisch (Martin Ebeling, Dortmund)
13.30 Uhr - 15.00 Uhr: Mittagspause
15.00 Uhr - 16.00 Uhr: Die Wirkung der Tonpsychologie Carl Stumpfs innerhalb der Musikpsychologie (Helga de la Motte, Berlin)
16.00 Uhr - 17.00 Uhr: Aussprache

 

Termin:
03.09.2010 - 04.09.2010

Veranstaltungsort:
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Musik, Seminarraum 471
Kleine Marktstr. 7, 06108 Halle (Saale)

Veranstalter:
Carl-Stumpf-Gesellschaft

Kosten:
Es wird eine Teilnahmegebühr von 30 € erhoben. Studierende zahlen einen ermäßigten Preis von 15 €.

Anmeldung:
Prof. Dr. Dr. Uwe Wolfradt
Telefon: (0345) 5524356 , Fax: (0345) 5527217

uwe.wolfradt@psych.uni-halle.de

Anmeldeschluss: Keine Angabe

Webseite:

www.musikforschung.de/images/musikforschun
g/pdf/Tagungen_Kongresse/TAGUNGSPROGRAMM_C
ARL_STUMPF.pdf