Beschreibung: Die Gegenwart der musikalischen Vergangenheit – oder:
„In etwas Größerem aufgehen als man selbst ist“
In diesen vier Tagen soll allen interessierten Streichern die Musik J.S. Bachs, G. Fr. Händels und A. Vivaldis unter dem Blickwinkel der aus den Quellen gewonnenen Erkenntnisse über die Aufführungspraxis der Zeit des Hochbarocks (noch) näher gebracht werden. Inzwischen bezeichnet man diese lebendige Musizierpraxis als „historisch informierte Spielweise“.
Orchester- und Kammermusik dieser Komponisten (z. B. das 3. Brandenburgische Konzert) werden erarbeitet und – wenn möglich – in einem festlichen Abschlusskonzert zur Aufführung kommen.
Die Erfahrung der Woche für Alte Musik 2008 hat (wieder einmal) gezeigt, dass die Begegnung der Generationen für das menschliche Miteinander in der Musik besonders fruchtbar ist. Deshalb freuen sich VHS-Heim und Dozenten ausdrücklich auch auf Schüler, die bereits über eine fortgeschrittene Spielfähigkeit verfügen.
Alle Geiger, Bratscher, Cellisten und Gambisten, die offen sind für eine neue („alte“) Sichtweise der Musik des Hochbarock, sind bei diesem Kurs willkommen.
Alle Kontrabassisten und Violonespieler sind besonders eingeladen, da ein eigener Fachdozent für Kontrabass und historische Generalbasspraxis auf einem 16’-Instrument dabei sein wird. Hier geht es einerseits um die Erarbeitung beispielhafter Continuostimmen von Bach und Händel, andererseits können auch alle anderen Fragen zu Sololiteratur, Orchesterstellen oder Ensembleliteratur aller Epochen mitgebracht werden.
Der zweite Halbsatz des obigen Mottos, der von Teilhard de Chardin stammt, kann wie ein Ziel für alle an diesem Kurs Beteiligten verstanden werden, diese Musik, die wir erarbeiten wollen, als zu dem wertvollsten Kulturgut der Menschheit gehörig zu erkennen, das einerseits alle Menschen auf der Erde nonverbal miteinander verbinden und andererseits die persönliche Arbeit jedes Einzelnen an sich selbst erweitern und bereichern kann.
Kursleiter: Benedetta Costandini-Betz, geb. 1965, Violinestudium am Konservatorium von Turin. 1985/86 Aufbaustudien bei Salvatore Accardo, Corrado Romano u. Franco Gulli. 1991 Konzert-Reifeprüfung an der Musikhochschule Stuttgart. 1987 -89 Lehrauftrag am Konservatorium Turin, seit 1989 freiberufliche Geigerin u. Pädagogin, seit 1991 Konzertmeisterin des Waiblinger Kammerorchesters, Mitwirkung bei versch. Barockensembles mit historischen Instrumenten. 1998 gründete sie das Ensemble Primavera, das sowohl mit modernen als auch mit barocken Instrumenten auftritt. Barbara Noeldeke, geb. 1964, 1983 – 90 Schul- u. Violoncellostudium an der MHS Trossingen bei A. Adorf-Brenner, C. Florea u. G. Hamann, während des Studiums Solocellistin bei der Jungen Schweizer Philharmonie, 1990 - 92 Studium Barockcello u. historische Aufführungspraxis an der Hoogeschool voor de kunsten, Amsterdam, bei PH. Carrei, seit 1996 Solocellistin beim Kammerorchester arcata Stuttgart, seit 1988 Unterrichtstätigkeit an der Musikschule Bretten u. am Ev. Seminar Maulbronn, ausgiebige Konzerttätigkeit als Continuospezialistin im ganzen süddeutschen Raum, CD-Aufnahmen u. a. mit La Stravaganza Hamburg u. Parnassi musici Freiburg. Georg Noeldeke, geb. 1964, 1985-90 Kontrabassstudium MHS Trossingen bei Prof. F. Maßmann; 1990-93 künstlerisches Aufbaustudium MHS Mannheim bei Prof. Chr. Schmidt. Als Student Mitglied des Europ. Jugendorchesters u. der Jungen Deutschen Philharmonie. 1990-92 sowie 92-94 Engagements bei den Stuttgarter Philharmonikern u. dem Stuttgarter Kammerorchester. 1994-2000 Mitglied des Sinfonieorchesters Maastricht (NL). Seitdem freischaffend tätig in versch. Barockorchestern (La Banda Augsburg, L’arpa festante, Karlsruher Barockorchester). Continuo-Duo zusammen mit Barbara Noeldeke. Unterrichtstätigkeit an den Musikschulen Bretten, Ettlingen Mitarbeit: Simone Obermeyer (Cembalo)
Zielgruppe/Teilnehmer: Eingeladen sind aufgeschlossene, versierte und ambitionierte Laienmusiker (auch Gruppen) auf Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass, die die Bereitschaft mitbringen, sich durch erfahrene Fachdozenten einer neuen („alten“!) Sichtweise der Musik Bachs, Händels und der genannten italienischen Komponisten zu nähern. Auch Musikstudenten, „Neueinsteiger“ für Alte Musik, Lehrer und fortgeschrittene Schüler sind gerne willkommen.