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Musikhochschulen, Konservatorien bzw. Musikakademien und Kirchenmusikhochschulen Die Ausbildungslandschaft für Musikberufe ist in Deutschland traditionell breit gefächert. Sie reicht von Musikhochschulen, wissenschaftlichen Hochschulen und Kirchenmusikschulen bzw. -hochschulen über Konservatorien bzw. Musikakademien bis hin zu Spezialinstituten für Rock und Pop oder Musikinstrumentenbau. Insgesamt rund 24.500 Studierende waren im Wintersemester 2007/08 in Studiengängen für Musikberufe an deutschen Hochschulen eingeschrieben, darunter zwei Drittel an den staatlichen Musikhochschulen. Die nebenstehende Karte zeigt Ausbildungsstätten für Musikberufe in Deutschland, an denen ein künstlerischer Abschluss erworben werden kann. Unter ihnen nehmen die 24 staatlichen Musikhochschulen eine herausragende Rolle ein, denn ihr Angebot umfasst alle musikalischen Fachrichtungen, von künstlerischen Fächern in Komposition, Musiktheorie, Dirigieren, Gesang und Instrumenten über Musikpädagogik, Musikwissenschaft und Kirchenmusik bis hin zu Tonmeisterstudiengängen, Tanz und Kommunikations- und Medienwissenschaften (vgl. Jakoby 2007). Organisatorisch firmieren die Musikhochschulen in Deutschland entweder als eigenständige Einrichtungen oder als Teil einer mehrere Kunstsparten umfassenden Institution, wie beispielsweise die Universität der Künste in Berlin, die Hochschule für Musik und Theater Hannover oder die Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Hier werden neben Musikern auch Bildende und/oder Darstellende Künstler ausgebildet. Gemeinsam ist allen Musikhochschulen, dass sie von den einzelnen Bundesländern getragen werden, während andere Ausbildungsstätten oft kommunale Einrichtungen sind oder von den beiden großen Kirchen finanziert werden. Eine Sonderform stellen die Musikhochschule an der Johannes Gutenberg Universität Mainz und die Musikhochschule Münster in der Westfälischen Wilhelms-Universität dar. Sie sind jeweils einer wissenschaftlichen Hochschule angegliedert und haben sich eine engere Verzahnung der künstlerisch-praktischen Ausbildung mit pädagogisch-wissenschaftlichen Studieninhalten zum Ziel gesetzt. In der vorliegenden Karte sind diese Einrichtungen daher mit einer eigenen Kategorie gekennzeichnet. Eine weitere institutionelle Besonderheit ist das Institut für Kirchenmusik und Musikwissenschaft an der Ernst-Mortiz-Arndt-Universität Greifswald. Hier wird ebenfalls unter dem Dach einer wissenschaftlichen Hochschule ein neunsemestriges Diplom-Kirchenmusikstudium angeboten. Neben dem Studium an Musikhochschulen gibt es zahlreiche weitere Möglichkeiten, eine musikpraktische Ausbildung zu absolvieren, beispielsweise an Konservatorien bzw. Musikakademien oder Kirchenmusikschulen bzw. -hochschulen. Werden an den Kirchenmusikschulen und -hochschulen (in der Karte verzeichnet, soweit mindestens ein B-Examen erworben werden kann) insbesondere hauptberufliche Kirchenmusiker ausgebildet, so besteht die Aufgabe der Konservatorien und Musikakademien vor allem in der Ausbildung von Musiklehrern an Musikschulen oder in freier Tätigkeit. Eine Sonderstellung nimmt die im Jahr 2003 gegründete Pop-Akademie Baden-Württemberg ein. In ihrer bundesweit einmaligen Ausrichtung als Spezialinstitut für Rock und Pop ist sie die erste Ausbildungsstätte, die mit akademischem Anspruch die Bereiche Popularmusik und Musikwirtschaft in den Mittelpunkt ihrer Lehrtätigkeit rückt. In den letzten Jahren hat die Musikausbildung in Deutschland zahlreiche strukturelle Veränderungen erfahren. So wurde die ursprünglich aus den Konservatorien der beiden Städte Nürnberg und Augsburg hervorgegangene Musikhochschule Nürnberg-Augsburg, bis Ende 2007 in kommunaler Trägerschaft, in staatliche Trägerschaft übernommen und die Abteilung Augsburg gleichzeitig in das Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg ausgegliedert. Mit Auflösung dieser Städtegemeinschaft finden sich Hochschulen mit mehreren Standorten nunmehr noch in Nordrhein-Westfalen. Als eigenständige Einrichtung aufgelöst wurde auch das Richard-Strauss-Konservatorium München, das zum 1. August 2008 in die Musikhochschule München eingegliedert wurde. Damit wurde nach dem Hermann-Zilcher-Konservatorium Würzburg, das 2001/02 in die Musikhochschule Würzburg integriert wurde, das letzte in Bayern verbliebene Konservatorium aufgelöst. Aber es gab vor allem auch inhaltliche Umstrukturierungen, die vor dem Hintergrund der Bemühungen um vergleichbare Studienabschlüsse in Europa (Bologna-Prozess) auf die Neuausrichtung der Studiengänge (Bachelor/Master) zielen und die Hochschulen derzeit vor große Herausforderungen stellen. Mit fünf Musikhochschulen und drei Kirchenmusikhochschulen liegen die meisten musikalischen Ausbildungsstätten in Baden-Württemberg, gefolgt von Bayern und Nordrhein-Westfalen. Bei der Anzahl der Studierenden verhält es sich hingegen umgekehrt: Hier führt mit insgesamt rund 4.000 Studierenden das Land Nordrhein-Westfalen. Baden-Württemberg und Bayern belegen mit rund 2.800 bzw. 2.300 Studierenden die Plätze zwei und drei. Mit ihren Zweigstellen in Wuppertal und Aachen und insgesamt über 1.300 Studierenden ist die Musikhochschule Köln die größte deutsche Musikhochschule. In dichtem Abstand folgen die Hochschule für Musik und Theater Hannover und die Universität der Künste Berlin, deren Musikzweig allein ebenfalls über 1.000 Studierende umfasst. Durch die Übernahme der rund 300 Studierenden des Richard-Strauss-Konservatoriums in die Musikhochschule München könnte sich künftig das Gewicht verschieben, denn dort ist eine nicht minder große Hochschulinstitution entstanden. Die kleinste Musikhochschule ist mit rund 378 Studierenden in Saarbrücken beheimatet. Sind die Musikhochschulen relativ gleichmäßig über das Land verteilt (Ausnahmen bilden lediglich Brandenburg und Sachsen-Anhalt, zwei Bundesländer, die über keine Musikhochschulen verfügen), so konzentrieren sich die Konservatorien und Fachakademien besonders im Rhein-Main-Gebiet (Frankfurt, Darmstadt, Wiesbaden und Mainz). Die Kirchenmusikhochschulen sind hingegen vor allem im Süden und Osten Deutschlands angesiedelt und hier insbesondere in Baden-Württemberg, Sachsen und Thüringen. Meist handelt es sich jedoch um sehr kleine Einrichtungen mit nur wenigen Studierenden. Neben den in der Karte aufgeführten Institutionen gibt es freilich weitere Hochschulen und Ausbildungseinrichtungen für Musik. Zu nennen sind vor allem die musikwissenschaftlichen und musikpädagogischen Institute an den Universitäten sowie Institute, die ebenfalls auf künstlerisch-pädagogische Berufe abzielen, wie z. B. das Institut für Musik und Musikpädagogik an der Universität Potsdam. Statistisch gesehen macht diese Gruppe rund ein Drittel der Musikstudierenden insgesamt aus. Autor: Stephan Schulmeistrat Literatur: Musikstudium in Deutschland 2007. Musik - Musikerziehung – Musikwissenschaft, hrsg. v. R. Jakoby, Mainz: Schott, 2006. (Studienbuch Musik) Themenportal „Bildung & Ausbildung“ des Deutschen Musikinformationszentrums, www.miz.org
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