Der Bundesrat hat dem Gesetz zur Änderung steuerlicher Vorschriften zugestimmt und nicht, wie zunächst beabsichtigt, den Vermittlungsausschuss angerufen hat. Damit wurde die letzte Hürde im derzeitigen Beratungsverfahren zur Reform der Ausländersteuer genommen. D. h. konkret:
Sein 20-jähriges Bestehen feierte der Deutsche Kulturrat im September 2001 in Berlin. Anläss lich der Ereignisse in den USA am 11. September 2001 entschloss sich der Deutsche Kulturrat kurzfris tig, das eigentlich geplante Programm, eine Rück schau auf die Arbeit der vergangenen 20 Jahre, um zustellen zu Gunsten einer aktuellen Diskussion zum Thema Kulturpolitik ein Zeichen gegen Gewalt.
Im November 2001 fand in Essen die Generalversammlung des Allgemeinen Cäcilienverbandes für Deutschland (ACV) zum Thema Palmen singen Psalmen heute verstehen statt. Anlässlich der Generalversammlung wurde Prof. Dr. Wolfgang Bretschneider, Bonn, erneut zum Präsidenten gewählt. Neue Vizepräsidenten wurden Prof. Dr. Markus Eham, München/ Eichstätt, und Prof. Dr. Stefan Klöckner, Essen. Die Lassus-Medaille - für eine Einzelpersönlichkeit die höchste kirchenmusikalische Auszeichnung auf katholischer Seite - wurde dem langjährigen Vorstandmitglied Josef Schneider, Aachen, verliehen, der nach zehnjähriger Tätigkeit aus dem Vorstand ausschied. Schneider vertrat den ACV auch im Bundesfachausschuss Laienmusizieren des Deutschen Musikrates.
Im Mai 2001 fand unter dem Vorsitz von Ministerin Dr. Annette Schavan (Baden-Württemberg) die 294. Plenarsitzung der Kultusministerkonferenz in Hamburg statt. Im Mittelpunkt der Beratungen standen folgende Themen:
Bei der diesjährigen Direktorenkonferenz der Arbeitsgemeinschaft der Musikakademien und Konservatorien im Mai 2001 in Darmstadt wurde beschlossen, die bisherige Namensbezeichnung in Arbeitsgemeinschaft deutscher Musikakademien und Konservatorien zu ändern. Hartmut Gerhold, langjähriger Vorsitzender des Verbandes, trat von seinem Amt zurück. Zu seinem Nachfolger wurde Martin Maria Krüger gewählt. Zweiter Vorsitzender ist Christoph Nielback.
Der Arbeitskreis Musikpädagogische Forschung e. V. (AMPF) führte im Oktober 2001 in Regensburg seine Jahrestagung unter dem Thema Multimedia als Gegenstand musikpädagogischer Forschung durch. Während auf der Mitgliederversammlung Prof. Dr. Hermann Josef Kaiser zum neuen Vorsitzenden gewählt wurde. Geschäftsführerin ist Dr. Gabriele Schellberg.
Im Mai 2001 fand erstmals eine gemeinsame Jahrstagung des Dachverbandes für Musikwirtschaft und Veranstaltungstechnik (DVMV) und der angeschlossenen Mitgliedsorganisationen in Königswinter statt. Zu den Partnerverbänden gehören der Bundesverband der Deutschen Musikinstrumenten- Hersteller e. V., Deutscher Musikverleger- Verband e. V., Fachverband Deutsche Klavier industrie e. V., Gesamtverband Deutscher Musik fachgeschäfte e. V., Verband für professionelle Licht- und Tontechnik e. V., Verband der Vertriebe von Musikinstrumente und Musikelektronik in Deutschland e. V. Im Rahmen der DVMV-Sitzung wurde unter anderem die Kampagne Intelligent mit Musik vorgestellt, die das Ziel hat, Kindern, die bisher keinen Kontakt zur Musik hatten, an das aktive Musizieren heranzuführen. Spezielle Seminare für Pädagogen und musikversierte Laien, vermitteln die nötigen Kenntnisse, um Kinder bereits im frühen Alter zu unterrichten.
Die Mitglieder des Deutschen Komponistenverbandes haben auf ihrer Jahresversammlung im Juni 2001 in München folgenden neuen Vorstand gewählt: Karl Heinz Wahren, Präsident; Prof. Harald Banter, Vizepräsident; Christian Bruhn, Prof. Dr. Wolfgang Rihm, Prof. Manfred Schoof, Lothar Voigtländer und Jörg Evers, Vorstandsmitglieder.
Zusammen mit 14 Organisationen der Buch-, Musik- und Filmbranche hat der Deutsche Musikverleger- Verband (DMV) Vorschläge für eine Novellierung des Urheberrechts unterbreitet. Erstmalig haben sich dabei ganz unterschiedliche Organisationen zu einem Forum der Rechteinhaber zusammengefunden. Dazu gehören auf der Musikseite der Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft, die Deutsche Landesgruppe der IFPI, der Deutsche Musikverleger-Verband sowie die Verwertungsgesellschaften GEMA und GVL. Kernanliegen ist eine Anpassung des Urheberrechtsgesetzes an die Herausforderungen der Informa tionsgesellschaft. Das Urheberrecht muss novelliert werden, weil die EU-Richtlinie zum Urheberrecht in der Informationsgesellschaft bis Ende 2002 in deutsches Recht umgesetzt werden muss. Die gemeinsame Stellungnahme der Organisationen bezieht sich auf die drei Schwerpunkte Online-Vertriebswege (z. B. Music on Demand), die Vervielfältigungsregelung für den privaten Gebrauch sowie den Schutz technischer Systeme gegen Umgehung. Die ausführliche Stellungnahme ist zu finden auf der DMV-Homepage unter www.dmv-online.com.
Würzburg war im Oktober 2001 Austragungsort des 19. Bundesrock- und Popfestivals Deutscher Rock- und Poppreis 2001 sowie der angegliederten 11. Rock- und PopmusikerKulturmesse 2001 des Deutschen Rock und Popmusikerverbandes. Über 1.500 Rock- und Popmusiker und -musikerinnen aller musikstilistischen Bereiche aus über 200 Musikgruppen und ca. 100 Sängerinnen und Sänger nahmen an den angebotenen Programmen der vorgeschalteten Kulturmesse teil, in der wieder wie in den Jahren zuvor verschiedenste Musikproduzenten, Tonstudios, A & R-Manager der Tont r ägerindustrie, Rechtsanwälte und Fachleute aus der Musikbranche in Hearings, Seminaren, Workshops und Beratungsprogrammen referierten. Zudem stellten ca. 60 Musikgruppen, Tonstudios und Musikalienfirmen ihre Tonträger bzw. ihre Produkte dem anwesenden Fachpublikum in kleinen Messeinformationsständen vor. In den dem Festival vorgeschalteten Halbfinalhearings wählten vier verschiedene Jurorenteams die Finalteilnehmer für das abendliche Nachwuchsfestival aus. Diese traten dann mit den Preisträgern zweier vorgeschalteter Landesrock- und Popfestivals um die Deutschen Rock& Poppreise 2001 auf. Ganztägig wurde ebenfalls auf einer separaten Bühne ein Songcon test 2001 für die ca. 100 angereisten Sängerinnen und Sänger verschiedenster musikstilistischen Bereiche durchgeführt. Zehn Preisträger wurden mit dem Rock-& Pop-Oscar durch den Gitarristen und Songschreiber der Scorpions, Rudolf Schenker, sowie der Gruppe Fool's Garden ausgezeichnet. An der Preisverleihung nahmen der Beauftragte des Staatsministers für Kultur und Medien, Emmerich Schneider, der Bürgermeister der Stadt Würzburg, Dr. Adolf Bauer sowie der Kulturamtsleiter Dr. von Papp teil. Die Moderation des 19. Bundes Rock-& Popfestivals 2001 hatte der Entertainer und Sänger Ron Williams übernommen. Den Deutschen Rockpreis 2001 erhielt die Gruppe Reverb den Deutschen Poppreis 2001 die Popgruppe Urban Style Changers aus Dillenburg. Den Songpreis 2001 (Coversong) die 17jährige Maria Blatz aus Frankfurt/ Main. Den Songpreis 2001 (Eigenkomposition) Nathan aus München, den Deutschen Poppreis 2001 im Bereich HipHop und Rap die Gruppe Lineout aus Kaiserslautern. Alle Hauptpreisträger werden mit einem umfangreichen Künstlercoaching/ Betreuungsprogramm für die Bereiche Konzertmanagement, A & R-Management etc. durch den Deutschen Rock- und Popmusikerverband gefördert. Die Musikalienindustrie unterstützt die Preisträger durch Preise im Gesamtwert von 30.000 DM. Gefördert wurde dieses Kulturprojekt durch die Kulturstiftung der Länder aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Angelegenheiten der Kultur und der Medien, die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL), die Stadt Würzburg, die verschiedensten Musikalienfirmen und den Deutschen Rock- und Pop Musikerverband e. V.
Aus Anlass des 75-jährigen Bestehens der GE-DOK (Gemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstförderer) fand im Oktober 2001 ein Konzert in der Bundeskunsthalle Bonn statt. Inhalt des Programms waren Werke der GEDOK-Komponistinnen Carola Bauckholt, Dora Cojocaru, Karin Haußmann, Barbara Heller und Grete von Zieritz, gespielt vom Thürmchen Ensemble unter der Leitung von Erik Ona. Es sang die Sopranistin Kirstin Hasselmann. Unterstützt wurde das Konzert vom Deutschen Musikrat, dem Landesmusikrat NRW, der Stiftung Kunst und Kultur NRW und dem Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport NRW.
Die Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA) führte im Mai 2001 ihren Genossenschaftstag in Weimar durch. Hier wurde die GDBA vor 130 Jahren gegründet. Präsident Hans Herdlein wurde auf dem Kongress für vier weitere Jahre im Amt bestätigt. Im Mittelpunkt des diesjährigen Kongresses standen Fragen der Kulturpolitik, besonders der Finanzierung von Theatern. Herdlein und die Delegierten übten heftige Kritik am Deutschen Bühnenverein, der als Vertreter der Arbeitgeber mit der Drohung von Arbeitsplatzabbau und Spartenschließung versuche, in den neuen Bundesländern Haustarife durchzusetzen. An die Politik ging der Vorwurf, sich zunehmend aus dem Kulturauftrag zurückzuziehen. Gastredner Dr. Jürgen Aretz, Staatssekretär im thüringischen Kunstministerium, kündigte an, die Zahlung des Freistaates für die acht Theater des Landes bis zum Jahre 2008 auf jährlich 117 Mill. DM zu reduzieren. Dies bedeutet nach den Worten des Generalintendanten des Nationaltheaters Weimar, Stephan Märki, eine Deckungslücke von 42 Mill. DM ab 2004. Die von der Landesregierung überlegte Fusion des Nationaltheaters Weimar mit dem Theater Erfurt wird von Märki ebenso abgelehnt wie von der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger.
Durch die Aufhebung des Rabattgesetzes zum 1. August 2001 wurde in der breiten Öffentlichkeit der Eindruck erweckt, das bei allen Produkten große Rabatte ausgehandelt werden können. Der Gesamtverband Deutscher Musikfachgeschäfte (GDM) hat darauf hingewiesen und zu dem Thema einen entsprechenden Flyer erstellt. Er kann über das Büro in Bonn bezogen werden. Die Preisbindung für Verlagserzeugnisse garantiert auch weiterhin den festen Ladenpreis für Noten und Bücher.
Die Jahrestagung 2001 der Gesellschaft für Musikforschung im September 2001 statt. Die Themen der beiden Symposien lauteten: Musikwissenschaft 2001: Lehre und Forschung im institutionellen Kontext und Klavier- und Orgelmusik im industriellen Zeitalter (1850 2000). In der anschließenden Mitgliederversammlung wurde satzungsgemäß folgender neuer Vorstand gewählt: Prof. Dr. Detlef Altenburg, Präsident, Prof. Dr. Ulrich Konrad, Vizepräsident, Dr. Gabriele Buschmeier, Schatzmeister und Dr. Helga Lühning, Schriftführerin. Zu persönlichen Mitgliedern des Beirats wurden: Dr. Irmlind Capelle, Prof. Dr. Laurenz Lütteken, Prof. Dr. Christian Martin Schmidt, Dr. Wolf-Dieter Seiffert, Prof. Dr. Walter Werbeck, Prof. Dr. Claudia Zenck und Prof. Dr. Hartmut Schick, Sprecher, gewählt. Die Mitglieder der Kommission Auslandsstudien setzt sich durch Neuwahl folgendermaßen zusammen: Prof. Dr. Thomas Betzwieser, Prof. Dr. Renate Groth, Prof. Dr. Sabine Henze-Döhring (Sprecherin der Kommission), Prof. Dr. Helmut Loos, Prof. Dr. Horst Weber und Prof. Dr. Silke Leopold, Sprecherin. Als Rechnungsprüfer wurden PD Dr. Jürgen Heidrich und Dr. Joachim Veit in ihrem Amt bestätigt.
Vom 26. bis 28. September 2001 fand die Jahrestagung der Internationalen Vereinigung der Musikbibliotheken, Musikarchive und Musikdokumentationszentren Gruppe Bundesrepublik Deutschland e. V. (AIBM) in Essen statt. Das Tagungsprogramm umfasste Veranstaltungen der AIBM-Arbeitsgemeinschaften, Musikhochschulbibliotheken, Öffentliche Musikbibliotheken, Musikabteilungen an wissenschaftlichen Bibliotheken, Rundfunk sowie der AIBM-Kommissionen Aus- und Fortbildung und Audiovisuelle Medien, in denen aktuelle Themen der musikbibliothekarischen Dienstleistungen behandelt wurden.
Neue Wege für junge Ohren lautete der Titel eines internationalen Kongresses zur Musikvermittlung für Kinder zu dem die Jeunesses Musicales Deutschland im Juni 2001 eingeladen hatte. 180 Besucher aus 23 Nationen nahmen daran teil. Der hohe Stellenwert des frühen Live-Erlebnisses stand bei allen Präsentationen im Vordergrund, auch wenn der internationale Vergleich deutlich machte, das viele Konzert-Konzeptionen so individuell auf die kulturpolitischen Strukturen der jeweiligen Länder zugeschnitten sind, dass sie sich nicht ohne weiteres auf andere Bildungs- und Schulsysteme übertragen lassen. Der Kongress ergab, dass einem weiteren Ausbau konzertpädagogischer Arbeitsfelder in naher Zukunft gar nicht genug Bedeutung beigemessen werden kann. Die Jeunesses Musicales Deutschland fand große Unterstützung in ihrem Anliegen, das Konzertleben für Kinder flächendeckend qualitativ wie quantitativ zu erweitern und mit innovativen Angeboten neu zu beleben. Das Netzwerk der Initiative Konzerte für Kinder hat inzwischen auch international expandiert und zählt über 360 Institutionen aus allen Sparten des Musik- und Konzertlebens.
Im Mai 2001 fand in Wilhelmshaven
die Woche der Militärmusik 2001 des Militärmusikdienstes
statt. Das Heeresmusikkorps 7 aus Düsseldorf, das Luftwaffenmusikkorps
3 aus Münster und das Marinemusikkorps Nordsee aus Wilhelmshaven zeigten
in Platzkonzerten, bei Workshop-Auftritten in Schulen und im Großkonzert
ihr Repertoire. Kammermusik- Besetzungen des Musikkorps der Bundeswehr
aus Siegburg und des Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr aus Hilden traten
in einem Kirchen-Kammerkonzert auf. Die Gesamtleitung hatte der Leiter
des Militärmusikdienstes der Bundeswehr, Oberst Georg Czener. Der
Reinerlös aus
den Veranstaltungen kam
karitativen Zwecken der Stadt Wilhelmshaven zugute. Im Juni 2001 im Fritz-Walter-Stadion
in Kaiserslautern das 17. NATO-Musikfest unter der musikalischen Gesamtleitung
von Oberst Georg Czerner und der Mitwirkung von Musikkorps der Streitkräfte
aus Belgien, Italien, Slowakei, der Tschechischen Republik und den USA
und dem Luftwaffenmusikkorps 4 aus Berlin statt. Zum Nachfolger von Oberst
Georg Czerner wurde als Leiter des Militärmusikdienstes Oberst
Dr. Michael Schramm, bisher der Chef des Musikkorps der Bundeswehr in Siegburg,
ernannt.
Im Mai 2001 veranstaltete
der Verband deutscher Musikschulen (VdM) in Leipzig seinen 16. Musikschulkongress
unter dem Motto Voneinander lernen Musikschule im Dialog. Das
Schaufenster aktueller Musikschulpädagogik zog mit 32 unterrichtspraktischen
Arbeitsgruppen und 6 Themenforen sowie mehreren Konzerten wieder ca. 1.200
Fachbesucher an. Der Leipziger Kongress hatte einen politischen Höhepunkt
mit der Rede von Bundesinnenminister Otto Schily über seinen mehrfach
in der Öffentlichkeit geäußerten Satz: Wer Musikschulen
schließt, gefährdet die Innere Sicherheit. Sein Bekenntnis
zur persönlichkeitsbildenden Kraft der musikalischen Bildung stellte
er anschließend in einer vom Mitteldeutschen Rundfunk, dem Bayerischen
Rundfunk und der Neuen Musikzeitung begleiteten Podiumsrunde zur Diskussion.
Dabei sagte der Minister seine uneingeschränkte Solidarität mit
den öffentlichen Musikschulen zu. Als weiterer Hauptreferent stellte
Prof. Werner Zimmerli, Präsident der Uni Witten-Herdecke, in seinem
Beitrag zum Thema Kultur der Inverstition Investition in Kultur motivierende
Argumente vor.
Am 22. Juni 2001 wurde beim
WDR in Köln der Leopold 2001 übereicht. Der Medienpreis des Verbands
deutscher Musikschulen zeichnet Gute Musik für Kinder auf
CD, MC und CD-ROM aus. Bundesjugendministerin Christine Bergmann konnte
vier neue Preisträger bekannt geben und neun weitere empfohlene Titel.
Der Leopold dient Eltern, (Musik-) Pädagogen, Bibliothekaren
und Plattenhändlern als Orientierung im Markt der Musik für Kinder.
Alle Titel sind im Internet unter www.musikschulen.de
unter "Projekte und Initiativen/ Medienpreis Leopold" nachzusehen. Das
Deutsche
Musikschulorchester DMO, in dem der Verband deutscher Musikschulen
den Spitzen nachwuchs junger Streicher aus den Musikschulen fördert,
spielte unter Leitung von Hanns-Martin Schneidt in Verbindung mit Deutschland-Radio
Berlin seine 6. CD ein. Zwei Instrumente zum Qualitätsmanagement bietet
der Verband deutscher Musikschulen seinen Mitgliedern an: Der Praxistest
des Qualitätssystem Musikschule (QsM) wurde mit einer Präsentation
auf der Mitgliederversammlung im Mai 2001 erfolgreich abgeschlossen. Das
Total Quality Management System beruht auf dem "Excellence Model" der EFQM
(European Foundation for Quality Management). Bislang wird es in 40 Musikschulen
eingeführt und wird übereinstimmend als sehr wirksames und praxisnahes
Instrument betrachtet, um eine fundierte Organisationsanalyse vorzunehmen
und eine Fülle interner Verbesserungen auszulösen. Gleichzeitig
wurde der Zwischenbericht zum Interkommunalen Leistungsvergleich für
Musikschulen EDuR" vorgestellt. Dieses Projekt ist als Joint Venture des
VdM mit der Bertelsmann Stiftung entwickelt worden und wurde ebenfalls
erfolgreich in der Praxis getestet. Aus dem Vergleich zentraler Kennzahlen
kommen Musikschulen in einen kreativen Dialog über Verbesserungspotenziale.
Hieran nehmen bundesweit etwa 60 Musikschulen teil.
Musikpädagogische Impulse
setzt der Verband deut scher Musikschulen mit folgenden Maßnahmen:
Zur Förderung Zeitgenössischer Kammermusik im Unterricht an
Musikschulen wurde eine Initiative gestartet: Eine Jury hat aus fast
400 Einsendungen von Verlagen und Komponisten 43 Werke ausgewählt,
welche vom Schwierigkeitsgrad her für Musikschulen geeignet sind.
Diese werden zur Zeit in 52 Musikschulen in der Ensemblearbeit praktisch
erprobt. Die hier gemachten Erfahrungen führen dann zu dem Prädikat
"Praxiserprobt - empfohlen vom VdM". Die Initiative Pro Kontrabass
dient der Intensivierung des Kontrabass-Spiels an Musikschulen und fördert
hierzu Infrastrukturen, Fortbildungen und Erfahrungsaustausch, um ein Netzwerk
aufzubauen.
Anläßlich ihres 50-jährigen Bestehens veranstaltete die Vereinigung Deutscher Musikbearbeiter e. V. im April 2001 im Haus der GEMA in Berlin einen Festakt. Jo Plée, Präsident und langjähriges Vorstandsmitglied, hielt den Festvortrag. In seinem Referat zeichnete er den Weg der musikalischen Bearbeitungen von den Anfängen im Mittelalter bis zur heutigen Zeit nach. Anschließend betonte der GEMA-Aufsichtsratsvorsitzende Christian Bruhn in seinem Grußwort die bedeutsame Funktion des Bearbeiters in der heutigen U-Musik. Prof. Dr. Kreile, der Generaldirektor der Gema, würdigte in seinem Schlusswort besonders die Arbeit des Vorstandes der Vereinigung Deutscher Musikbearbeiter.
Unter dem Motto Musik macht
Schule fand in Osnabrück im Mai 2001 die 11. Bundesbegegnung Schulen
musizieren statt. Organisiert durch den Verband Deutscher Schulmusiker
e. V. (vds), trafen sch 24 Ensembles mit über 800 Mitgliedern
aus dem In- und Ausland. Auffallend die Vielfalt der schulischen Musikgruppen:
Von der Blaskapelle über das Grundschulorchester und das Sinfonieorchester
zur Arbeitgemeinschaft für Neue Musik, dem Percussionsensemble, den
unterschiedlichsten Chören und Band-Formationen verschiedenster Schultypen,
Projekten, einem Musikkurs war eine breite Palette schulischer Musikarbeit
zu hören. Der langjährige Bundesbeauftragte Schulen musizieren,
Hermann Josef Lentz, war in Osnabrück zum letzten Male für die
Begegnung verantwortlich. Nachfolger von Lentz, der seit über zwei
Jahrzehnten im Auftrage des vds Aufbau und Organisation der Bundesbegegnungen
getragen und mitgeprägt hat, ist Georg Kindt.
Im Mai 2001 haben der Arbeitskreis
für Schulmusik, der Arbeitskreis für musikpädagogische
Forschung, die Bundesfachgruppe Musik, die Gesellschaft für
Musikpädagogik in Fusion mit dem Verband der Musikpädagogen
und der Verband Deutscher Schulmusiker die Förderation musikpädagogischer
Verbände gegründet, der zwischenzeitlich auch der Verband
deutscher Musikschulen beigetreten ist. Ziel der Förderation ist
es, unter Wahrung der Eigenständigkeit aller Verbände die Sicherung
und den Ausbau der Musikpädagogik in Deutschland auf verschiedenen
Aktionsebenen zu stärken. Zu Sprechern der Föderation wurden
für zwei Jahre Prof. Dr. Hans Bäßler (vds) und Prof. Dr.
Niels Knolle (BFG) gewählt.
Der Verband Deutscher
Schulmusiker (vds) ist - unterstützt von der "Stiftung Apfelbaum
- Lernprojekt für Ko-Evolution und Integration", Köln - Träger
des Wettbewerbs teamwork! neue musik (er)finden und sorgte 1999
erstmals für seine Ausschreibung. Als Wettbewerbsbeiträge können
Projekte eingereicht werden, die als "Gemeinschaftsarbeit von Schülerinnen
und Schülern entstanden sind und sich mit experimenteller neuer Musik
beschäftigen. Dies betrifft sowohl die gemeinsame Ausarbeitung und
Darbietung bereits vorhandener Konzepte zeitgenössischer Komponistinnen
und Komponisten als auch, darüber hinausgehend, eine Erfindung und
Aufführung neuer Musik als Teamarbeit sowie Mischformen beider Arbeitsweisen.
Gegenstand der Findung und Erfindung, Gestaltung und Darbietung neuer Musik
sollen Arbeiten mit experimentellen Vokal- und/ oder Instrumentalaktionen
(auch unkonventioneller Klangerzeuger) sein." Aus insgesamt 17 Projekteinsendungen
wurden zwei 1. Preise und zwei 2. Preise vergeben. Das Preisträgerkonzert
fand am 21. Mai 2001 in Osnabrück statt.
Knut Grotrian-Steinweg wurde in Anerkennung seiner besonderen Verdienste der Titel eines Ehrensenators der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar verliehen. Grotrian-Steinweg ist Einzelmitglied des Deutschen Musikrates.
Die Musikwissenschaftlerin
Dr. Ulrike Liedtke, Direktorin der Musikakademie Rheinsberg, erhielt
im Oktober das Bundesverdienstkreuz am Bande für ihre Verdienste
um den kulturellen und politischen Dialog seit der Wendezeit. Im Dezember
2001 erhielt sie den mit 30.000 DM dotierten Kunstpreis des Landes Brandenburg
2001, der erstmals als Brandenburgischer Musikpreis (Hauptpreis)
verliehen wurde durch Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur
des Landes Brandenburg, Frau Prof. Dr. Johanna Wanka. Gewürdigt wurden
Liedtkes unermüdliches Wirken und ihre außerordentlichen
Leistungen beim Aufbau der Musikakademie Rheinsberg.
Ulrike Liedtke ist Vizepräsidentin
des Deutschen Musikrates.
Corrigendum
Leider haben wir bei dem Aufsatz von Lothar Prox, Musik und Stimmfilm den Nachweis der Ersterscheinung vergessen. Wir holen diesen im Folgenden nach:
Dieser Aufsatz wurde zuerst veröffentlicht in: Veröffentlichungen zum Forschungsschwerpunkt Massenmedien und Kommunikation, Nr. 129/ 130, 1999, hrsg. vom Fachbereich 3, Sprach- und Literaturwissenschaft an der Universität - EH Siegen.