AUS DER ARBEIT DES DEUTSCHEN MUSIKRATES UND DER LANDESMUSIKRÄTE
 
 

¯ Das Präsidium des Deutschen Musikrates kam zu seiner 177. Sitzung am 7. und 8. Juni 2001 in Hamburg zusammen. Unter der Gesprächs leitung des Präsidenten, Prof. Dr. Franz Müller-Heuser, erörterten die Präsidiumsmitglieder aktuelle kulturpolitischen Themen, den Fortgang der Kampagne Hauptsache: Musik, die Arbeitsthemen der Bundesfachausschüsse. Eingehend beraten wurden Entwicklungen bei den Projekten, Haushalts- und Finanzfragen und ein Konzeptpapier zur Neustrukturierung des Rechnungs- und Finanzwesens.
Seine 178. Sitzung führte das Präsidium des Deutschen Musikrates unter Leitung des Präsidenten am 14. und 15. September 2001 in der Musikhochschule in Lübeck durch. Neben der Behandlung kulturpolitischer Entwicklungen wie ein Entwurf zur Einrichtung einer Bundeskulturstiftung, der Diskussion um die Urheberrechtsnovellierung, die Besteuerung von ausländischen Künstlern u. a. bildeten Verwaltungs- und Haushaltsangelegenheiten, die Ergebnisse von Ausschuss- und Leitungsgruppensitzungen, Fördermaßnahmen für den Rock- und Popmusikbereich und Überlegungen zu einer Satzungsreform die Schwerpunkte der Tagesordnung. Das Präsidium erörterte außerdem die aktuelle Lage des Deutschen Musikrates und nahm Planungsüberlegungen für die Feier zum 50-jährigen Jubiläum im Juni 2003 vor.
Zu einer außerordentlichen Sitzung kam das Präsidium am 15. Oktober 2001 in Bonn zusammen, um die jüngsten Entwicklungen und die Frage der Leitung der Geschäftsstelle zu beraten.
Bei seiner 179. Sitzung am 15. und 16. November 2001 befasste sich das Präsidium mit Organisations- und Haushaltsangelegenheiten, mit der Situation in einzelnen Projekten, mit der Auswirkung von Prüfungen, mit Personalfragen und anderen Verwaltungsangelegenheiten. Gesprächsthemen waren ferner die Arbeit des Deutschen Kulturrates und die Kooperation mit dem Deutschen Musikrat, die Grundzüge einer Neufassung der Satzung und die Planung der Veranstaltungen zum 50jährigen Jubiläum des Deutschen Musikrates. Das Präsidium setzte eine Berufungskommission für die Besetzung der Stelle des Generalsekretärs ein. Zum kommissarischen Generalsekretär wurde Roland Scholl bestellt, der in dieser Funktion den bisherigen interimistischen Geschäftsführer Helmut Brinkmann ablöst.

¯ Das Erweiterte Präsidium des Deutschen Musikrates, dem die Präsidiumsmitglieder und die Präsidenten oder Vorsitzenden der Landesmusik-räte angehören, traf sich zu seiner 7. Sitzung am 14. September 2001 in der Musikhochschule in L übeck. Unter der Gesprächsführung des Vorsitzenden Prof. Dr. Müller-Heuser diskutierten die Sitzungsteilnehmer die von der Satzungskommission vorgetragenen Grundzüge einer Satzungsänderung, erörterten einen Vorschlag zur Umgestaltung der Zeitschrift Musikforum und berieten ein Konzept zur Förderung der Popularmusik. Ferner wurde die Planung der Veranstaltungen zum 50jährigen Jubiläum des Deutschen Musikrates im Juni 2003 und die Mitwirkung der Landesmusikräte sowie weitere die Bundes- und Länderebene betreffende Themen und Maßnahmen beraten.

¯ Die Konferenz der Landesmusikräte führte ihre 10. Sitzung am 13. September 2001 in der Musikhochschule in Lübeck durch. Unter der Gesprächsleitung des Vorsitzenden Ernst Folz nahmen die Sitzungsteilnehmer die Berichte der Landesmusikräte entgegen und diskutierten einzelne übergreifende Aspekte der Kulturpolitik und der Musikfördermaßnahmen in den einzelnen Ländern. Themenschwerpunkte der Beratungen waren ferner die Kampagne Hauptsache: Musik, das Verhältnis von Musikräten zu Kulturräten in den Ländern, das Konzept einer Zugangsmöglichkeit der Datenbanken des Musikinformationszentrums des Deutschen Musikrates durch Themen- und Länderportale, die Arbeit des Rundfunkarbeitskreises, die Satzungsreform und das 50-jährige Jubiläum des Deutschen Musikrates im Juni 2003.

¯ Der Bundesfachausschuss Musikberufe trat am 8. November in Bonn zu seiner 9. Sitzung und zur konstituierende Sitzung des Ausschusses in seiner neuen Zusammensetzung zusammen. Die Ausschußmitglieder wurden über die bisherige Arbeit des Ausschusses, die von ihm behandelten Themenbereiche und noch nicht abgeschlossenen Arbeitsfelder unterrichtet. Anschließend äußerten sich die Ausschussmitglieder über ihre Vorstellungen von der künftigen Aufgabenfeldern des Ausschusses und konzipierten die Arbeitsthemen der kommenden Sitzungen. Zum Ausschussvorsitzenden wurde Hartmut Karmeier gewählt.

¯ Der Bundesfachausschuss Musikpädagogik kam am 15. Juni 2001 zu seiner 8. Sitzung in Bonn zusammen. Dem vom Präsidium des Deutschen Musikrates für die Amtsperiode 2001- 2004 turnusgemäß neu zusammengesetzten Gremium gehören folgende Mitglieder an: Prof. Dr. Hans Bäßler, Hartmut Gerhold, Angelika Jähn, Prof. Dr. Niels Knolle, Michael Kobold, Prof. Dr. Eckart Lange, Prof. Dr. Ulrich Mahlert, Prof. Dr. Susanne Rode-Breymann, Prof. Dr. Jürgen Terhag. Zum Vorsitzenden des Ausschusses wurde Niels Knolle, Professor für Musikpädagogik an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, gewählt. Der Bundesfachausschuss befasste sich zu Beginn seiner neuen Amtsperiode mit aktuellen Themen und Entwicklungen der Musikpädagogik und legte Arbeitsfelder für die kommenden Jahre fest. Dazu gehören die Positionierung des Musikunterrichts im bildungspolitischen und gesellschaftlichen Kontext, die Behandlung von Fragen der Kooperation zwischen Allgemein bildender Schule, Musikschule, Privatmusikerziehung und Laienmusizieren, die Behebung des sich abzeichnenden Musiklehrermangels an allgemein bildenden Schulen, Perspektiven der Fort- und Weiterbildung sowie Chancen interkulturellen Musiklernens. Das bereits in der vorangegangenen Amtsperiode intensiv behandelte Anliegen einer Reform der Musiklehrerausbildung, das über die vom Bundesfachausschuss erarbeiteten Empfehlungen und Stellungnahmen sowohl in die Fachöffentlichkeit als auch in kultur- und bildungspolitische Gremien eingebracht worden war, soll auch in der neuen Amtsperiode einen Themenschwerpunkt bilden.
Entsprechend den in seiner 8. Sitzung festgelegten Themenschwerpunkten und Prioritäten befasste sich der Bundesfachausschuss Musikpädagogik in seiner 9. Sitzung am 15. Oktober 2001 in Bonn zunächst mit der Fortführung seiner Initiativen zur Reform er Musiklehrerausbildung. Nachdem der Bundesfachausschuss im Dezember 2000 im Auftrag der KMK einen Vorschlag für eine Rahmenrichtlinie Zur Ausbildung von Musiklehrern für allgemein bildende Schulen erarbeitet hatte, sollen die Gespräche über die inhaltliche Ausrichtung der Rahmenrichtlinie auf der Basis der nun vorgelegten Beratungsunterlage der KMK wieder aufgenommen sowie noch offene Fragen geklärt werden. Der Bundesfachausschuss hat diesbezüglich um ein Gespräch mit dem Schulausschuss der KMK gebeten.

¯ Der Bundesfachausschuss Musikurheber traf sich zu seiner 7. Sitzung am 8. Oktober 2001 in Berlin. Dem Ausschuss gehören an: Prof. Dr. Reinhold Kreile - Vorsitz, Prof. Harald Banter, Christian Bruhn, Prof. Dr. Dr. h. c. Adolf Dietz, Dr. Peter Hanser-Strecker, Hans Hee, Prof. Dr. Franz Müller-Heuser und Prof. Manfred Schoof. Der Themenschwerpunkt der Sitzung waren Fragen der Archivierung von Komponistennachlässen und - basierend auf dem Bericht über die Teilnahme des Deutschen Musikrates am "Warschauer Herbst" (s. S. 62) - die Überlegungen über die weitere Zusammenarbeit mit Polen.

¯ Gastgeber des 38. Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert" war die Stadt Hamburg. Rund 1.400 Instrumentalisten und Sänger nahmen teil. Der Wettbewerb war ausgeschrieben für Streichinstrumente, Akkordeon und Schlagzeug in der Solowertung sowie für Klavier-Kammermusik, Vokalensemble Zupfinstrumente, Harfenensemble, Duo Klavier und ein Blasinstrument und zum zweiten Mal für Ensembles "Alte Musik". Dr. Bergmann zeichnete in einem Festakt in Hamburg die Teilnehmer des Abschlusskonzertes stellvertretend für alle Preisträger aus. Auch in diesem Jahr erhielten die Preisträger anstatt der Geldpreise als Anerkennung ihrer Wettbewerbsleistung eine "Jugend musiziert" -Nadel in Gold, Silber oder Bronze sowie eine Originalgrafik. Diese wurden exklusiv für die "Jugend musiziert"-Preisträger geschaffen. Die Deutsche Stiftung Musikleben überreichte Sonderpreise im Umfang von über 31.000 DM an die Höchstpunktierten jeder Kategorie. Darüber hinaus vergab sie den mit 12.000 DM dotierten Eduard Söring-Preis der Deutschen Stiftung Musikleben sowie den mit 5.000 DM dotierten Hans Sikorski-Gedächtnispreis. Der Diethard Wucher-Preis wurde vergeben für eine hervorragende Leistung im Bereich der Pianisten. Die übrigen Sonderpreise wurden zur Verfügung gestellt durch:

Die Sonderwertung für die beste Interpretation zeitgenössischer Musik, gestiftet von der Stadt Erlangen (5.000 DM), wurde unter drei Solisten und einem Duo aufgeteilt. Der ebenfalls für diese Sonderwertung von der Irino-Foundation (Tokio) zur Verfügung gestellte Sonderpreis in Höhe von 3.000 DM wurde an ein Ensemble vergeben. Die Sonderwertung Klassikpreis für die beste Interpretation der Klavier- und Streicherkammermusik, gestiftet von der Stadt Münster und dem Westdeutschen Rundfunk, fand in zeitlichem Abstand zum Bundeswettbewerb in Münster statt. Der Preis (10.000 DM) ging an Alexander Sprung - Violine, Jakob Johannes Spahn - Violoncello und Violetta Kammerlocher - Klavier aus Gechingen, Tübingen und Weil der Stadt sowie Konstantin Semilakov - Klavier und Claudius Müller - Horn aus Hannover und Hemmingen.

¯ Vom 24. bis 29. Mai 2001 war Erfurt der Austragungsort der 3. Bundesbegegnung Jugend jazzt. Neben der ständigen Förderung durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und durch das DeutschlandRadio erhielt diese Bundesbegegnung auch die finanzielle Unterstützung durch das gastgebende Land Thüringen und die Stadt. Über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnte der Deutsche Musikrat begrüßen: 16 Preisträger-Bands erstmals aus allen Bundesländern, die sich dem Wettbewerbs- und Workshop- Programm stellten, sowie zahlreiche regionale Gruppen für das umfangreiche Rahmenprogramm auf freien Plätzen und in Jugendclubs. Eröffnet wurde die Bundesbegegnung durch den Präsidenten des Deutschen Musikrates, Prof. Dr. Franz Müller-Heuser, und durch den Leiter der Hauptabteilung Kultur des DeutschlandRadio, Dr. Matthias Sträßner. Die ausgesuchten Förderpreise und Fördermaßnahmen in einer Gesamthöhe von über 100.000 DM wurden im festlichen Rathaussaal durch Oberbürgermeister Manfred Ruge und durch den Vizepräsidenten des Deutschen Musikrates, Prof. Dr. Eckart Lange, überreicht.

¯ Christian Voß ist der 3. Preisträger, der die Förderveranstaltungen des Dirigentenforums des Deutschen Musikrates (nach Marc Piollet und Gabriel Feltz) überaus erfolgreich absolviert hat. Zum Abschlussdirigieren der 3. Förderstufe (Fina le) am 22. Juni 2001 mit dem Orchester der Beethovenhalle in Bonn dirigierte Voß die 3. Sinfonie von Prokofjew so überzeugend, dass die Jury ihre Entscheidung nach dem Konzert öffentlich verkünden konnte. Der Preis, finanziert von der Hermann-Hildebrandt- Stiftung, wurde von Regine Hildebrandt, Vorstand dieser Stiftung, und von Dr. Ulrike Liedtke, Vizepräsidentin des Deutschen Musikrates, überreicht. Finalist des Dirigentenforums wurde Achim Fiedler, der im Finalkonzert die 2. Sinfonie von Brahms dirigierte. Zeitgleich mit dieser Veranstaltung beging das Dirigentenforum sein zehnjähriges Bestehen. Zu diesem Anlass erschien eine Festschrift 10 Jahre DIRIGENTENFORUM des Deutschen Musikrates 1991– 2001, in der - neben Grußworten von Bundespräsident Johannes Rau und Kurt Masur sowie einem Geleitwort vom Präsidenten des Deutschen Musikrates, Franz Müller-Heuser - Beiträge von Hansjoachim Reiser, Klaus Harnisch, Jörg-Peter Weigle, Andreas Bausdorf, Peter Gülke, den Mentoren Hans Drewanz, Kurt Sanderling, Klauspeter Seibel, Thomas Ungar, Hans Zender, den Förderern Hermann-Hildebrandt-Stiftung, Deutsche Orchestervereinigung, den Verlagen Bärenreiter und Breitkopf & Härtel sowie von Golo Berg, Gabriel Feltz, Achim Fiedler, Michael Schmidtsdorff und Lisa Xanthopoulou veröffentlicht wurden. Ein umfangreicher Dokumentationsteil widerspiegelt die Aktivitäten des Dirigentenforums. Beim Abschlussdirigieren der 1. Förderstufe Anfang Mai 2001 in Frankfurt (Oder) wurden Judith Kubitz, Holger Krause und Mihkel Kütson in die 2. Förderstufe aufgenommen. Im Oktober 2001 fand ein zusätzliches Auswahldirigieren in Nürnberg statt, bei dem Daniel Carlberg die Jury überzeugen konnte, sodass nun insgesamt 19 junge Dirigent( inn) en gefördert werden. In Freiburg, Meiningen, Cottbus, Bonn und München endeten die Kurse und Werkstätten mit öffentlichen Konzerten. Im Berichtszeitraum hat sich die Zahl der mitwirkenden Orchester bzw. Ensembles weiter erhöht: Zum ersten Male arbeiteten zusammen mit dem Dirigentenforum das ensemble recherche Freiburg, das Orchester des Meininger Theaters und das Münchener Kammerorchester. Als neue Mentoren wirkten Johannes Kalitzke, Stephan Tetzlaff und Chris toph Poppen mit. Der Dirigierkurs mit dem ensemble recherche in Freiburg beinhaltete Werke von Nicolaus A. Huber, Johannes Schöllhorn, Elliott Carter und Luigi Dallapiccola. Das Abschlusskonzert wurde vom Südwestrundfunk mitgeschnitten.

¯ Auf ihrer 13. Sitzung am 29. August 2001 konstituierte sich die Leitungsgruppe des Bundesjazzorchesters (BuJazzO) in ihrer neuen Besetzung. Ihr gehören an: Prof. Dr. Hans Bäßler (Verband Deutscher Schulmusiker), Willibald Groß (Deutsche Bläserjugend), Peter Herbolzheimer (Künstlerischer Leiter). Joe Kienemann (Bayerischer Rundfunk), Axel Linstädt (Präsidium des Deutschen Musikrates), Prof. Dr. Werner Lohmann (Musikhochschule Köln, Landesmusikrat Nordrhein-Westfalen, Vorsitz), Prof. Bernhard Mergner (Landesjugendjazz orchester Niedersachsen), Harry Nicolai (Mittel deutscher Rundfunk), Prof. Manfred Schoof (Komponist, Musiker), Ihno von Hasselt (Berliner Festspiele GmbH), Klaus-Jürgen Weber (Landesmusikrat Berlin, Verband deutscher Musikschulen). Das Gremium wird sich insbesondere der konzeptionellen Weiterentwicklung und der langfristigen finanziellen Absicherung dieses Orchesterprojektes annehmen.

¯ Am 26. September 2001 kam der Hauptausschuss der Bundesbegegnung Jugend jazzt zu seiner 10. Sitzung in Köln zusammen. Aus der zurückliegenden 3. Bundesbegegnung in Erfurt wurden nach einer gründlichen Auswertung die folgenden wesentlichen Schlussfolgerungen gezogen: Die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit muss weiter ausgebaut werden; bei der Zulassung von Preisträgerjazzgruppen zu künftigen Bundesbegegnungen werden Leistungsstand und künstlerisches Niveau alleinige Kriterien bilden.

¯ Die Sommerarbeitsphase 2001 führte das Bundesjazzorchester in die Bayerische Musikakademie auf Schloss Alteglofsheim. Die insgesamt über 70 jungen Jazz-Talenten zwischen 16 und 24 Jahren und zehn Dozenten aus fünf Ländern unter der Leitung von Peter Herbolzheimer zusammen. Das Abschlusskonzert war den Opfern des 11. Septembers gewidmet.

¯ Zur 152. Sitzung des Hauptausschusses „Jugend musiziert" kamen dessen Mitglieder im Mai 2001 in Hamburg zusammen. Unter der Leitung des Vorsitzenden Reinhart von Gutzeit befasste sich der Hauptausschuss vorrangig mit den Vorbereitungen zum 38. Bundeswettbewerb 2001. Die Besetzung der Jurygremien, die Aufgaben der Hauptausschuss- Mitglieder beim Wettbewerb, die Pressekonferenzen und die Gestaltung der Abschlusskonzerte wurden eingehend diskutiert und beschlossen.
Zur 153. Sitzung traf sich der Hauptausschuss „Jugend musiziert" im November 2001 in der Ostdeutschen Sparkassenakademie Potsdam. Auf der Tagesordnung standen u. a. die Besetzung vakanter Jury-Positionen, weitere Beratungen über Inhalte der Ausschreibung "Jugend musiziert", die Vorbereitung der Sitzung des Erweiterten Hauptausschusses und der Ablauf des kommenden Bundeswettbewerbes in Hamburg. Es wurde die Einführung neuer Kategorien beschlossen: Ab 2003 soll die Wertung "Duowertung Kunstlied: Stimme und Klavier" durchgeführt werden. Ebenfalls ab 2003 soll es die Wertung "Musical" geben. Beide Gesangskategorien sollen die Solowertung Gesang entzerren und vor allem im Bereich der obligatorischen zeitgenössischen Musik zu neuen Programmgestaltungen führen. Die Kategorie "Klavier und ein Streichinstrument" ist um den Kontrabass erweitert worden. Eine Spitzenförderung für besondere Begabungen soll eingerichtet werden. Dazu wird es eine Arbeitsgruppe geben. Eine weitere Arbeitsgruppe wird sich mit den Erfahrungen der Auf- bzw. Abrundung der Punktzahlen bei der Ergebnisfindung beschäftigen. Weiter wurde beschlossen, dass Deutsche Schulen im Ausland über die bisher beteiligten Institute nur dann beim Wettbewerb zugelassen werden, wenn sie im Jahrbuch des "Auslands-Kunze" des Deutschen Lehrerverbandes verzeichnet sind.

¯ Die Mitglieder des Erweiterten Hauptausschusses „Jugend musiziert" berieten in der 34. Sitzung im November 2001 in der Ostdeutschen Sparkassenakademie Potsdam über die Durchführung der Kategorie "Besondere Besetzungen: Neue Musik", die im 39. Bundeswettbewerb zum zweiten Male ausgeschrieben worden war und in den Landeswettbewerben beginnt. Weiterhin wurde über die Durchführung und Problemstellungen bei den Landeswettbewerben gesprochen. Am Deutsch-Japanischen Jugendaustausch werden sich 2002 neben der Bundesgeschäftsstelle "Jugend musiziert" die Landesausschüsse Nordrhein-Westfalen und Berlin beteiligen. Die Ausschreibung 2003 war nicht zuletzt wegen der neuen Kategorien Beratungsgegenstand. Im Herbst 2002 soll die in 2001 ausgefallene Zentralkonferenz aller Regional- und Landesausschüsse stattfinden. Erste Themenschwerpunkte wurden festgelegt. Die Kategorien für "Besondere Ensembles" und "Besondere Besetzungen" sollen zukünftig im Regionalwettbewerb statt wie bisher im Landeswettbewerb beginnen.

¯ Nahezu 70 Bewerbungen gingen für den 35. Deutschen Kammermusikkurs „Jugend musiziert" ein, 45 Preisträger "Jugend musiziert" konnten eingeladen werden, im September 2001 in die Bundesakademie Trossingen zu kommen. Ein renommiertes Dozententeam unter Leitung von Prof. Inge-Susann Römhild und Hans Peter Pairott studierte mit den Ensembles Werke unterschiedlicher Besetzungen und Stilepochen ein. In drei Abschlusskonzerten in der Bundesakademie Trossingen, in Calw und in Freiburg stellten die Teilnehmer die besten Ergebnisse aus der Kursarbeit vor.

¯ Die 22. Sitzung des Hauptausschusses Dirigentenforum fand am 23. Juni 2001 in Bonn statt. Der Sitzung vorausgegangen war das Abschlussdirigieren der 3. Förderstufe (Finale) am Vorabend in der Beethovenhalle Bonn, wo die Jury Christian Voß als neuen Preisträger des Dirigentenforums kürte. Auf dem sich anschließenden Empfang wurde die Festschrift zum zehnjährigen Bestehen des Förderprogramms vorgestellt. Erstmals nahmen neu aufgenommene Mitglieder des Hauptausschusses an dieser Sitzung teil: Gunter Kahlert und Marc Albrecht (ebenfalls neu: Romely Pfund und Will Humburg). Klauspeter Seibel, Gründungsmitglied des Hauptausschusses, wurde verabschiedet. Der Geschäftsführer informierte darüber, dass der Förderbetrag für das Subprojekt Maestros von morgen aufgestockt werden konnte. Das Gremium beschloss, Mihkel Kütson in die Künstlerliste Maestros von morgen aufzunehmen. Die Programme der beiden Abschlussdirigieren der 2. Förderstufe in Hilchenbach und in Frankfurt (Oder) sowie des Abschlussdirigierens der 3. Förderstufe (Finale) in Köln 2002 wurden verabschiedet. Diskutiert wurde über das Dilemma, dass Stellenanfragen von Theatern nur unzureichend an den Kreis der Geförderten weitergegeben werden können, da oft das Klavierspiel den Anforderungen der Bühnen nicht genüge. Der Gedankenaustausch zu eventuellen strukturellen Modifikationen des Projektes soll fortgesetzt werden.

¯ Am 11./ 12. Juni 2001 traf sich der Hauptausschuss Konzert des Deutschen Musikrates zu seiner 49. Sitzung in Bonn. Unter der Leitung des Vorsitzenden Prof. Klaus Bernbacher wurden die Anträge für die 2. Hälfte der Konzertsaison 2001 bewilligt.
Erstmalig fand am 22. September 2001 im Rahmen des Warschauer Herbstes ein Konzert des Deutschen Musikrates mit dem Ensembles United Berlin und Werken von Kyburz, Spahlinger und Ullmann statt. Diesem Konzert vorausgegangen war ein bilaterales Symposium zu dem Thema Rahmenbedingungen für die Förderung von Kunst und Kultur im 21. Jahrhundert sowie eine Pressekonferenz (s. S. 62).

¯ Am 19. und 20. Oktober 2001 traf sich der Auswahlausschuss Edition zeitgenössische Musik in folgender neu gewählter Zusammenfassung zu seiner 16. Sitzung in Donaueschingen: Prof. Wolfgang Rihm - Vorsitz, Carola Bauchholt, Prof. Dr. Peter Gülke, Prof. Adriana Hölszky, Axel Linstädt und Ernstalbrecht Stiebler. Für eine Porträt-CD wurden ausgewählt: Orm Finnendahl, Karin Haußmann, Juliane Klein, Tobias PM Schneid und Thomas Stiegler. Im Berichtszeitraum sind Porträt-CDs von Charlotte Seither und Ernst-August Klötzke erschienen.

¯ Die 9. Sitzung des Beirates Musik in Deutschland 1950– 2000 (CD-Dokumentation) fand am 5. Oktober 2001 in München statt. Der Beirat setzt sich jetzt folgendermaßen zusammen: Dr. Ulrike Liedtke -Vorsitz, Prof. Dr. Rudolf Frisius, Dr. Leo Karl Gerhartz, Josef Häusler, Hans-Klaus Junghein rich und Dr. Gerhard Müller. Die Editionsleitung liegt in den Händen von Prof. Dr. Hermann Danuser und Prof. Dr. Frank Schneider. Im Rahmen der Sitzung wurden die nächsten Erscheinungstermine festgelegt sowie Autoren und Konzepte beraten.
 

Bayerischer Musikrat

Der Bayerische Musikrat nutzte seine Jahrsarbeitstagung 2001, um erstmals in Bayern allen Beteiligten der Alte-Musik-Szene ein Forum zu interaktiver Kommunikation zu bieten. Vertreter des Bayerischen Landtags, des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst, der Ausbildungsstätten, der Medien, der Veranstalter und Interpreten kamen mit den Spitzenrepräsentanten der Musikverbände zusammen, um eine Bestandsanalyse vorzunehmen und Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln. Dabei wurde deutlich, dass in Bayern bereits vielfältige Initiativen und Projekte bestehen, die ein lebendiges und farbiges Spektrum der Alten Musik darstellen. Neben hochkarätigen speziellen Festivals finden in den Bereichen Musikforschung, -ausbildung oder innerhalb der Verbände zahlreiche Aktivitäten statt, die künftig gebündelt und miteinander vernetzt werden sollen. Zu den vorrangigen Zielen gehören der Aufbau und die Pflege einer regelmäßig aktualisierten Internetdatenbank zur Abfrage von Veranstaltungsterminen, Studiengängen, Fortbildungsangeboten, Fachbibliographien etc. im Sinne eines Netzwerkes sowie die Einrichtung einer zentralen Anlaufstelle als Künstler- und/ oder Instrumentenbörse.

Das Präsidium des Bayerischen Musikrates warnt vor einer generellen Einführung der Ganztagsschule in Bayern. Wie Präsident Wilfried Anton betonte, steht eine verpflichtende Ausweitung des Regelunterrichts bis in den späten Nachmittag den bewährten familien-, jugend-, gesellschaftspolitisch sinnvollen Freizeitangeboten von Kirchen, Sport- oder Musikvereinen wie auch Chören, Musik- und Kunsthochschulen entgegen. Dagegen begrüßt der Bayerische Musikrat eine bedarfsorientierte Nachmittagsbetreuung an Schulen und befürwortet in diesem Zusammenhang die geplante Zusammenarbeit zwischen Schulen, Vereinen, Musikschulen und kirchlichen Jugendeinrichtungen. Nur dieses Konzept trägt den Bedürfnissen der Familien Rechnung und berücksichtigt dabei die unterschied lichen Gegebenheiten im Flächenstaat Bayern mit seinen ländlichen Regionen und kommunalen Zentren.

Wilfried Anton führte mehrfach Gespräche mit den Ausschussvorsitzenden sowie mit den Mitgliedern der Ausschüsse für Bildung, Jugend und Sport, für Hochschule, Forschung und Kultur sowie Staatshaushalt und Finanzfragen, um insbesondere auf aktuelle Fragen der Kulturfinanzierung durch die öffentliche Hand hinzuweisen. Hierbei ging es vor allem um das Laienmusizieren, die Sing- und Musikschulen, die nicht staatlichen Orchester, die institutionelle Förderung des Bayerischen Musikrates sowie die nicht staatlichen Theater. Der Präsident appellierte an die Ausschussmitglieder, die aufgrund der BSE-Krise von der Bayerischen Staats regierung verhängte Zusatzsperre in Höhe von 3 Prozent auf die gesamten "freiwilligen Leistungen" aufzuheben.
Der Bayerische Musikrat hat erstmals als seine höchste Auszeichnung den "Goldenen Wirbel" an den Bayerischen Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Hans Zehetmair, verliehen. Der Präsident würdigte damit die außerordentlich hohen Verdienste Zehetmairs um die Entwicklung und den Fortbestand des bayerischen Musiklebens. Beim Festakt aus Anlass des 25-jährigen Bestehens des Landesverbands Singen und Musizieren in Bayern im Reichstag zu Regensburg am 30. Juni 2001 hob der Präsident die Bedeutung dieses Dachverbandes hervor, der seit 25 Jahren eine unverzichtbare Klammer für das Zusammenwirken von professionellem und Laienmusizieren darstellt. Bei den Europa-Tagen der Musik konnten auch in diesem Jahr wieder rd. 300 landesweite Veranstaltungen mit über 30.000 Mitwirkenden aus dem In- und Ausland durchgeführt werden.

Bei der Jahres-Delegiertenversammlung des Bayerischen Musikrates wurde Wilfried Anton einstimmig als Präsident für die kommenden vier Jahre wieder gewählt. Als neuer Vizepräsident amtiert Peter Jacobi, Präsident des Landesverbands Singen und Musizieren in Bayern und des Fränkischen Sängerbunds, nachdem sein Amtsvorgänger Dr. Peter- Klaus Schwiedel nach fast 25-jähriger Zugehörigkeit nicht mehr für das BMR-Präsidium kandidierte. Die weiteren Präsidiumsmitglieder sind aus dem Bereich der Musikberufe Martin Maria Krüger (Richard-Strauss-Konservatorium München), Wilhelm Lehr (Verband Bayerischer Schulmusiker), Werner Mayer (Verband Bayerischer Sing- und Musikschulen) und Elke Tober-Vogt (Landesverband Bayerischer Tonkünstler). Für das Laienmusizieren wurden Alfons Brandl (Bayerischer Sängerbund), Dr. Adolf Eichenseer (Nordbayerischer Musikbund), Karin Grohmann (Landesverband Bayerischer Liebhaberorchester) und Hedy Stark-Fussnegger (Landesverband Bayern im Deutschen Harmonikaverband) gewählt.
 

Landesmusikrat Brandenburg
 
 
07.04.2001 Mitgliederversammlung des Deut- schen Harmonikaverbandes/ LV Brandenburg
18.- 20.04. Landeschorwettbewerb in Schwedt/ Oder, 23 beteiligte Chöre, 3 Delegierungen zum Bundeswettbewerb
25.04. Arbeitsgespräch mit der CDU-Fraktionsvorsitzenden des Landtages Brandenburg
11.- 13.05. Arbeitsphase des Landes jugend - chores Brandenburg Rheinsberg
09.06. Fanfaronade 2001 Strausberg
20.06. Landtag Brandenburg, Vortrag und Diskussion zum Thema "Ehrenamt"
05.07. Konzert "Jugend musiziert" im Landtag Brandenburg
17.09. Arbeitsgespräch des Arbeitskreises Kulturentwicklungsplanung der Landesverbände mit dem Staatssekretär für Kultur des Landes Brandenburg
21.- 23.09. Arbeitsphase des Landesjugendchores Brandenburg in der Musikakademie Berlin
24.09. Arbeitsgespräch mit dem Evangelischen Kirchenchorwerk Berlin- Brandenburg
24.09. Arbeitstagung mit den Brandenburgischen Chorverbänden
01.10. Festveranstaltung "10 Jahre Fachhochschule Potsdam"
05.10. Solist 2001 "Jugend musiziert"
Frankfurt/ Oder 
07.10. Abschlusskonzert der 10. Internationalen Musikwerkstatt Müncheberg
13.10. Mitgliederversammlung des Landesmusikrates Brandenburg (Neuwahl des Präsidiums)
13.10. Tagung des Kuratoriums "Jugend komponiert"
27.10.- 04.11. Konzertreise des Landesjugendakkordeonorchesters Brandenburg nach Frankreich
30.10.- 4.11. Förderkurs "Jugend komponiert" und Abschlusskonzert des Wettbewerbs Rheinsberg
31.10.- 02.11. Jazzworkshop "blue apple" Oranienburg
06.11. 2. Abschlusskonzert des Wettbewerbs "Jugend komponiert" im Musikinstrumentenmuseum Berlin

Die Mitgliederversammlung des Landesmusikrates Brandenburg hat im Oktober 2001 beschlossen, im Jahr des Ehrenamtes langjährig engagierte ehrenamtliche Tätigkeit und große Verdienste für den Landesmusikrat mit einer besonderen Auszeichnung zu würdigen. Verdienstvollen Mitgliedern und Personen, die für den Landesmusikrat Brandenburg in herausragendem Maße tätig geworden sind, kann die Ehrennadel des Landesmusikrates Brandenburg verliehen werden. Die Mitgliederversammlung des Landesmusikrates Brandenburg hat beschlossen, im November 2001 ein Friedens- und Benefizkonzert für die Flüchtlingskinder in Afghanistan zu veranstalten. Die Mitgliederversammlung des Landesmusikrates Brandenburg unterstützt die Nationalstiftung der Bundesrepublik Deutschland für Kunst und Kultur und tritt an die Landesparlamente in dieser Sache heran. Die Mitgliederversammlung des Landesmusikrates Brandenburg hat beschlossen, eine "Phonothek" des Landesmusikrates Brandenburg einzurichten und in der Musikakademie Rheinsberg zu installieren. Die Mitglieder des Landesmusikrates Brandenburg wollen zur Stärkung der musikalischen Bildung und des aktiven Musizierens beitragen und unterstützen die Dachkampagne Hauptsache: Musik des Deutschen Musikrates.

Der Landesmusikrat Brandenburg arbeitet an einer Kooperationsvereinbarung mit dem Landessportbund Brandenburg

Wahl des neuen Präsidiums des Landesmusikrates Brandenburg:
Präsident: Ernst-Ullrich R. Neumann, Musikwissenschaftler und Direktor der Musikschule des Landkreises Oberspreewald-Lausitz; Vizepräsidentin: Dr. Ulrike Liedtke, Direktorin der Musikakademie Rheinsberg; Beisitzer: Andreas Flämig, Potsdam - Verband Deutscher Schulmusiker; Prof. Dr. Tibor Instvánffy, Cottbus, FHL, Dekan FB Musikpädagogik; Harald Lorscheider, Cottbus, Komponist; Hans-Peter Schurz, Neuruppin, Fachbereich vokales Amteurschaffen; Dr. Markus Vette, Alt-Töplitz, Politikwissenschaftler.
Die 14. ordentliche Mitgliederversammlung ernannte Konstanze Schreiber zur Generalsekretärin des Landesmusikrates Brandenburg.
Folgende Mitglieder wurden neu bzw. erneut in den Landesmusikrat Brandenburg aufgenommen: Universität Potsdam, Institut für Musik und Musikpädagogik Thomas Czerny als Vertreter der DOV, Dr. h. c. Hinrich Enderlein, Prof. Georg Katzer, Harald Lorscheider, Prof. Siegfried Matthus, Dr. Dr. Markus Vette, Helmut Zapf.
Dr. Ulrike Liedtke erhielt am 24.10. 01 das Verdienstkreuz am Bandes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Musikdirektor Gerhard Gregor anlässlich des Abschlusskonzertes von "Jugend komponiert" im November 2001 im Schlosstheater Rheinsberg die "Ehrennadel des Landesmusikrates" verliehen.
 

Landesmusikrat Bremen e. V.

Mit über 60 Bewerbern hatte der Hauptausschuss eine Rekordzahl an Kandidaten für den 8. Bremer Klavierwettbewerb zugelassen. Bedingt durch die Situation nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 hatten jedoch viele Bewerber, auch noch in letzter Minute, abgesagt. Teilgenommen haben 26 Kandidaten. Der Wettbewerb wurde in drei Durchgängen im Sendesaal von Radio Bremen und einem Finaldurchgang mit philharmonischem Orchester im Konzerthaus "Glocke" veranstaltet. Hier fand auch das große Abschlusskonzert statt.
 

Landesmusikrat Hessen

Nachdem der Architekt unter Zugrundelegung der Bedarfsanmeldungen die Pläne für den Umbau der Hallenburg neu bezeichnet hatte, haben wir unsere Mitgliedsverbände noch einmal nach Schlitz eingeladen. So hatten sie Gelegenheit, die Baustelle zu besichtigen und sich mit unserem Raumkonzept an Ort und Stelle vertraut zu machen. Im Anschluss daran hat der Architekt die Baupläne zur Genehmigung eingereicht und zahlreiche Gespräche mit der Denkmalspflege geführt bezüglich des Tapetenzimmers, der ziemlich beschädigten Stuck decken und des später aufgesetzten Dachaufbaus. Im sogenannten Ökonomiegebäude das zur Unterbringung der Teilnehmer dienen soll und das den Tutti-Raum beherbergen wird, sind die denkmal-pflegerischen Auflagen minimal, so dass hier die Bauarbeiten zügig vorangehen werden, sobald der "letter of intent" und die weiteren Vertragswerke ratifiziert sind. Der Aufsichtsrat der Akademie hat sich inzwischen konstituiert: Ihm gehören an: Gerhard Becker, Prä sident des Landesmusikrates Hessen (Vorsitz), Jutta Mehrfeld, Musikreferentin HMWK (stellvertr. Vorsitz), Rudolf Marx, Landrat des Vogelsbergkreises, Hans-Jürgen Schäfer, Bürgermeister der Stadt Schlitz, Carsten Dufner, Musikchef des Hessischen Rundfunks. Ein Verein "Freunde und Förderer der Hessischen Akademie für musisch-kulturelle Bildung" wurde am 31.10.2001 gegründet.

Eine Kommission wurde gebildet, die sich mit der Aktualisierung des Musikplanes befasst.

Von 431 Teilnehmern in den 7 Regionen erreichten 166 den 28. Landeswettbewerb Jugend musiziert. Beim Bundeswettbewerb in Hamburg war Hessen mit 67 Jugendlichen vertreten. Die Ehrung der hessischen Bundesteilnehmer erfolgte im September 2001 im Sendesaal des Hessischen Rundfunks durch den Staatssekretär Frank Portz.

An dem 16. Kammermusik-Förderkurs im September/ Oktober 2001 in Eschwege beteiligten sich 56 Jugendliche. Die Abschlusskonzerte fanden in Schlitz und in Eschwege statt. Die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen stellte für diesen Kurs wieder zehn Stipendien zur Verfügung.

Der 12. Landeswettbewerb Jugend jazzt fand im Mai 2001 in Schlüchtern statt. Acht Big Bands zeigten hervorragende Leistungen. Ein Abschlusskonzert in der Stadthalle von Schlüchtern schloss den Wettbewerb ab. Die Gruppe "Triocense", die sich beim vorjährigen hessischen Landeswettbewerb für die Bundesbegegnung in Erfurt qualifiziert hatte, wurde dort mit mehreren Förderpreisen ausgezeichnet.

Der 24. Kammermusikkurs für Streicher fand mit 40 Teilnehmer September/ Oktober 2001 in Schlitz statt. Erarbeitet werden Werke von der Klassik bis zur Moderne.

Hier hat das Land Hessen wieder 300.000 DM als Zuschuss zu den Honoraren der Übungsleiter von Kinder- und Jugendchören bzw. Jugendorchestern/ Jugendensembles bereitgestellt. Im Jahr 2001 werden 340 Chöre/ Orchester in den Genuss dieser Förderung kommen.

Aus dem Instrumenten-Pool des Landes Hessen konnten begabten Jugendlichen wieder Instrumente leihweise zur Verfügung gestellt werden.
 

Landesmusikrat Niedersachsen

Gemeinsam mit weiteren gesellschaftlichen Gruppen aus Niedersachsen wie dem Deutschen Gewerkschaftsbund, dem Katholischen Büro, der Konföderation evangelischer Kirchen, dem Landesfrauenrat, dem Landesjugendring, dem Landessportbund, dem Landesverband jüdischer Gemeinden und den Unternehmerverbänden gründete der Landesmusikrat Niedersachsen eine "AG Ehrenamt". Auf einer niedersächsischen Auftaktveranstaltung in Hannover im März 2001 zum "Internationalen Jahr der Freiwilligen" wurde von 400 ehrenamtlich Engagierten ein Aufruf zum freiwilligen Engagement verabschiedet. Der Aufruf richtet sich an die Öffentlickeit mit dem Hinweis auf die Bedeutung des Ehrenamtes für eine demokratische Gesellschaft, an Mitbürger und Mitbürgerinnen mit einer Ermutigung zu mehr Engagement und an die Politik mit einer Reihe von konkreten Forderungen zur Verbesserung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Darüberhinaus wird auch eine Selbstverpflichtung der Träger des freiwilligen Engagement formuliert, die selbstverantworteten Rahmenbedingungen zu verbessern. Bei einem Podiumsgespräch innerhalb der Veranstaltung repräsentierte der Präsident des Landesmusikrates, Prof. Dr. Karl-Jürgen Kemmelmeyer, den niedersächsischen Kulturbereich einschließlich der Sportkultur.
Auf Einladung der CDU-Fraktion gestaltete der Landesmusikrat im Juni 2001 einen Parlamentarischen Abend im Festsaal des Alten Rathauses Hannover für die Abgeordneten der Landtagsfraktion. Dabei wurden Teile der Ausstellung "Musiklandschaft Niedersachsen" gezeigt. Der Präsident des Landesmusikrat, Prof. Dr. Karl-Jürgen Kemmelmeyer, erläuterte in einem Grundsatzreferat die Schwerpunkte der Arbeit des Landesmusikrates. Der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Niedersächsischen Landtag, Christian Wulff, betonte in seiner Erwiderung, dass die CDU-Fraktion die Anregungen des Landesmusikrates zur Verbesserung des Musikunterrichts, zur Stärkung der Situation der Musikschulen und zur landespolitischen Bedeutung und Förderung der Laienmusik gerade im "Internationalen Jahr der Freiwilligen" aufgegriffen habe und einen Entschließungsantrag im Niedersächsischen Landtag einbringen werde. Die CDU-Fraktion brachte im Juni 2001 einen Entschließungsantrag im Niedersächsischen Landtag mit dem Titel Musikkultur in Niedersachsen anerkennen, stärken und fördern ein. In der Präambel des Antrags wird festgestellt:

Der Antrag fordert die Landesregierung auf, die Musikkultur in Niedersachsen insbesondere durch umfangreiche Maßnahmen mit den Schwerpunkten zu fördern.

Im Rahmen der Dachkampagne Hauptsache: Musik des Deutschen Musikrates entwickelte der Landesmusikrat auf zwei Arbeitstagungen ein Konzept für ein Großprojekt an den Schulen Niedersachsens unter dem Titel: Hauptsache: Musik – Aktionsprogramm für die Zusammenarbeit zwischen Schulen und anderen Institutionen der Musikkultur in Niedersachsen. Im Schulverwaltungsblatt vom Juni 2001 wurde bereits ein Aufruf an alle Schulen zu einer Dokumentation "Projekte im Musikunterricht" veröffentlicht. Der Aufruf ist eines von 16 Modulen der Aktion. Sie soll Begegnungen zwischen Schulen bzw. schulischem Musikunterricht und anderen Institutionen der Musikkultur in Niedersachsen modellhaft ermöglichen. Insbesondere wird dabei die Chance gesehen.

Im Zusammenhang mit dieser Aktion sehen der Landesmusikrat Niedersachsen und seine Verbände darüber hinaus wichtige Impulse für Das Projekt steht unter der Schirmherrschaft der Kultusministerin, Renate Jürgens-Pieper, und wird in enger Zusammenarbeit von Landesmusikrat und Kultusministerium durchgeführt. Verschiedenen niedersächsische Stiftungen und Sponsoren unterstützt die Aktion finanziell. Seit August 2001 hat das Kultusministerium eine Personalstelle für die Koordination der Gesamtaktion innerhalb des Hauses geschaffen. Die Stelle ist mit dem früheren Beauftragten für die Gesamtschulen Niedersachsens, Hans Walter, besetzt worden. Auf Ankündigungen, Einladungen und Programmen des Projektes soll ein spezielles niedersächsisches Logo verwendet werden, das vom Kultusministerium entwickelt wird. Das Logo darf nur in Verbindung mit angemeldeten und in die Aktion aufgenommenen Veranstaltungen Verwendung werden. Es wird den Schulen nach Anmeldung per E-Mail zur Verfügung gestellt. Anlässlich der Kommunalwahl im September 2001 hat sich das Aktionsbündnis Musik des Landesmusikrates unter Führung der Dachverbände aus den wichtigsten Verbänden aus dem Bereich der Laienmusik zusammengeschlossen. Mit einem Vorschlag für regionale Wahlprüfsteine hat das Bündnis in den 38 Landkreisen sowie den grossen und selbständigen Städten und Gemeinden Niedersachsens den "Erhalt und die Förderung der Musikkultur" in verschiedenen öffentlichen Veranstaltungen zum Thema gemacht. Regionale Aktionsgruppen sind mit eigenen auf die örtlichen Bedingungen zugeschnittenen Wahlprüfsteinen an die Politiker herangetreten und haben konkrete Antworten gefordert.

Die Landesregierung hat zur Finanzierung der Landesmusikakademie Niedersachsen im Haushaltsplan der Haushaltsjahre 2002/ 3 eine Summe in Höhe von 5,7 Mio. DM als Landesanteil an den Neubaukosten des Hauptgebäudes einer Landesmusikakademie vorgesehen. Die Stadt Wolfenbüttel hat mittlerweile entschieden, die historische Villa Seeliger für weitere Seminar- und Verwaltungsräume der Landesmusikakademie zur Verfügung zu stellen und einen Bauplatz unmittelbar angrenzend an den Seeliger-Park in fußläufiger Entfernung von der Villa für den Neubau einzubringen. Darüber hinaus wird sich die Stadt mit 6,8 Mio. DM an den Baukosten eines Jugendgästehauses unmittelbar angrenzend beteiligen. Das gemeinsam mit dem "Förderkreis Musikkultur Niedersachsen e. V." im Mai 2001 auf dem Opernplatz Hannover und an weiteren zentralen Innenstadtplätzen mit etwa 1.500 TeilnehmerInnen durchgeführte Internationale Jugendmusikfestival „MUSIC IN TOWN" hatte ca. 250.000 Besucher und eine positive Resonanz bei Publikum und Presse. Das Anliegen der Veranstalter, die vielfältigen Ergebnisse musikalischer Jugendbildung zu präsentieren und gleichzeitig der interessierten Öffentlichkeit Gelegenheit zu geben, Musik aktiv mitzuerleben und die vielfältigen Formen musikalischen Gestaltens von Volksmusik bis Klassik, vom Sprechchor zur A Capella Gruppe, von Jazz über Rock zur Weltmusik bei Konzerten und Workshops kennen zu lernen, konnte verwirklicht werden. Die an der Festivalfinanzierung ausschließlich beteiligten privaten Sponsoren und Stiftungen haben bereits Ihr Interesse signalisiert, auch zukünftig für das Thema "musikalische Jugendbildung" ansprechbar zu sein. Bei der 3. Bundesbegegnung „Jugend jazzt" im Mai 2001 gehörte die niedersächsische Gruppe "Grooving Principle" zu den drei vom Deutschland-Radio mit einer Studio-Produktion ausgezeichneten Ensembles.

Die seit fünf Jahren bestehenden Kontakte zur niedersächsischen Partnerregion Wroclaw/ Polen wurden im Juli 2001 durch eine weitere Arbeitsphase eines deutsch-polnischen Jugendsinfonieorchesters intensiviert. Unter der Leitung des polnischen Dirigenten Stanislaw Rybarczyk erarbeiteten 18 "Jugend musiziert"-Preisträger aus Niedersachsen gemeinsam mit 42 jungen polnischen Absolventen des Musiklyceum Wroclaw Werke von Beethoven, Gorecki und Liszt. Nach einer 7-tägigen Probenphase gab das Orchester vier Konzerte in der Wojewodschaft sowie in Görlitz und Dresden. Das Jugendjazzorchester Niedersachsen WINDMACHINE und das Niedersächsische Jugendsinfonieorchester gestalteten gemeinsam den musikalische Rahmen der Eröffnungsveranstaltung der HANNOVER MESSE 2001. WINDMACHINE trat darüber hinaus im Juli 2001 auf Einladung der Veranstalter beim Jazzfestival in Montreux auf. Das Niedersächsische Jugendsinfonieorchester konnte unter der Leitung von Kurt Masur im September 2001 auf Einladung des Braunschweig Classix-Festivals ein gemeinsames Konzert mit den New Yorker Philharmonikern geben. Seit dem 1. September ist Frau Ellen Kutscher als Mitarbeiterin innerhalb des Modellprojektes Freiwilliges Soziales Jahr im Kulturellen Bereich beim Landesmusikrat tätig.
 

Landesmusikrat Nordrhein-Westfalen
 
 
14.6.2001 Preisträgerkonzert "Jugend musiziert", Bundespreisträger aus NRW Kölner Philharmonie
18.6. Gespräch der Arbeitsgemeinschaft Musik in Beruf, Medien und Wirtschaft des Landesmusikrates NRW mit der Hörfunkdirektorin des Westdeutschen Rundfunks, Monika Piel, über aktuelle Themen Köln
24.6. Auftaktveranstaltung zu "Sport und Musik - Bewegung in Takt" - Veranstaltungsreihe im Rahmen der Kooperation des Landesmusikrats NRW mit dem Landessportbund NRW Bergisch-Gladbach
Juli 2001 Verbandszeitschrift des Landesmusikrates NRW "Kurier" erscheint mit Richtlinienkatalog Laienmusikförderung / Oddset-Mittel
25.7.- 8.8. Konzerttournee Landesjugendakkordeonorchester NRW nach Brasilien
August Ausschreibung des Wettbewerbs für junge Rockbands aller Couleur in NRW "Rock it" - zum ersten Mal Verankerung im Internet (www.rockit-nrw.de)
30.8.- 12.9. Konzerttournee Landesjugendakkordeonorchester NRW durch Litauen
1.9. Mitgliederversammlung Landesmusikrat Nordrhein-Westfalen Wuppertal
13.- 16.9. Workshop "Jugend und Folklore" Bad Fredeburg (NRW)
13.- 20.9. CD-Produktion Landesjugend - kammerorchester NRW Burg Langendorf
14.9.- 25.11. Chormusikfestival "Chorherbst Ruhr 2001" (die Auftaktveranstaltungen wurden abgesagt wegen des Anschlags in New York am 11.9.)
26.- 29.9. Internationales Musikschulseminar Benelux NRW Rotterdam
4.- 14.10. Konzerttournee Landesjugendchor NRW nach Polen
6.- 14.10. Konzerttournee Jugendblasorchester NRW Elsass/ Baden-Württemberg/ Luxemburg
19.10. Konzert Landesjugendorchester NRW mit Sparkassen-Förderpreis- trägern von "Jugend musiziert" Bad Salzuflen

Das Präsidium des Landesmusikrates hat auf seiner Sitzung im Oktober 2001 den Beitritt zur Initiative der Landesregierung "Bündnis für Erziehung" beschlossen.

Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung des Landesmusikrats am 1. September 2001 in Wuppertal standen der Musikunterricht in der Grundschule und Musikvermittlung im Vorschulalter im Mittelpunkt. In einer Podiumsdiskussion zur Lehrplanrevision für die Grundschule wurde bekannt, dass Musik als eigenes Schulfach erhalten bleiben soll. Gesamtästhetische Konzepte hatten einen speziellen Musikunterricht in jüngster Zeit in Frage gestellt. Neben dem Lehrplan für die Grundschule wird in Nordrhein-Westfalen auch der Lehrplan für Erzieherinnen überarbeitet. Eine Einflussnahme zugunsten einer stärkeren Berücksichtigung von Musik hat sich der Landesmusikrat zur Aufgabe gemacht.
Der Laienmusik in Nordrhein-Westfalen sollen auch im nächsten Jahr Mittel aus Erlösen der Oddset-Wette zur Verfügung gestellt werden. Nicht verausgabte Oddset-Mittel des Jahres 2001 sollen auf das nächste Jahr übertragen werden. Der Kriterienkatalog für die Vergabe der Mittel wird z. Z. überarbeitet. Eine Übungsleiterpauschale ist dabei mittlerweile aus der Diskussion, da diese in NRW auch für den Sport abgeschafft werden soll. Stattdessen ist geplant, durch Oddset-Mittel Öffentlichkeitsarbeit der Vereine und Verbände zu unterstützen. Das Referat für Kunst und Kultur von Frauen des Ministeriums für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport fördert über den Landesmusikrat auch im Jahr 2001 Frauenmusikprojekte. Zahlreiche Konzerte mit Werken von zeitgenössischen Komponistinnen werden unterstützt, diesmal vorwiegend im Ensemblebereich. Für die Fortsetzung der CD-Reihe "MuSlEca - Junge Solistinnen in NRW" wurde von einer Fachjury die 24jährigen Flötistin Judith Müller aus Essen ausgewählt. Die CD wird eine Koproduktion von ARTE NOVA CLASSICS und dem Deutschlandfunk sein.

Eva-Luise Roth ist seit dem 1. Oktober 2001 in der Geschäftsstelle des Landesmusikrates NRW als Projektmanagerin für den Bereich Laienmusik/ Förderung aus Oddset-Mitteln zuständig.
 

Landesmusikrat Rheinland-Pfalz
 
 
20.- 21.10.2001 6. Landeschorwettbewerb Wirges
2001 1. länderübergreifender Wettbewerb "Jugend komponiert" Rheinland-Pfalz und Saarland

Am 8. Juni 2001 wurde auf der Mitgliederversammlung des Landesmusikrates der Pfälzische Sängerbund in den Landesmusikrat aufgenommen. Damit haben sich nun alle großen Laienmusikverbände in Rheinland-Pfalz unter dem Dach des Landesmusikrates versammelt.

In der Koalitionsvereinbarung der neu gewählten Landesregierung in Rheinland-Pfalz wurde ausdrücklich festgehalten, dass das Ehrenamt in der Kultur dem im Sport gleichgestellt werden soll. Der Landesmusikrat Rheinland-Pfalz beobachtet gespannt, wie diese Forderung realisiert werden soll. Die Einführung der Ganztagsschule in "neuer Form" bildet einen Schwerpunkt der neuen Landesregierung. Das Land Rheinland-Pfalz hat sich bereit erklärt, 100 Prozent der Kosten für das pädagogi sche Personal zu übernehmen. Der Landesmusik rat sieht in der Einführung der "neuen" Ganztagsschule die Chance, Kinder stärker und für die Eltern finan ziell verträglicher an die Musik heranzuführen. Gemeinsam mit den Mitgliedsorganisationen wurde eine Handreichung erarbeitet, die die Möglichkeiten des verstärkten Musikangebots an den Ganztagsschulen aufzeigt sowie entsprechende Kontaktadressen auflistet. Die Schulleitungen können über Gestellungsverträge auch Lehrkräfte der Musikschulen für die den Unterricht ergänzenden Veranstaltungen einsetzen. Nun liegt es an den Ganztagsschulen, in welchem Umfang sie dieses Angebot nutzen. Der Landesmusikrat beteiligte sich unter der Führung von Karl-Heinz Krummeck, dem Vorstand der EuroDriver Group AG, am 3. Multimediawettbewerb Rheinland-Pfalz 2001. Im Rahmen dieses Wettbewerbs will die EuroDriver Group richtungsweisend für den Landesmusikrat einschließlich seiner ihm angeschlossenen Organisationen und vertretenen Personen eine Internetplattform entwickeln.

Dieses System der Innovations-, Kommunikations- und Ideenplattform, die Struktur und einzelne Module sollen auch auf andere Bereiche der Wissenschaft, Wirtschaft und auf die Sozialbereiche anwendbar sein sowie für andere Internet-Plattformen, -Foren und -Portale genutzt werden können. Diese Idee wurde mit 25.000 DM ausgezeichnet und für die Endrunde qualifiziert. Den Siegern der Endrunde werden zur Realisierung ihrer Projektidee 250.000 DM zur Verfügung gestellt.

Der Tod von Prof. Dr. Karl Josef Müller hinterlässt Lücken. Für das Landesjugendensemble für Neue Musik und den Wettbewerb Jugend komponiert sucht der Landesmusikrat nach geeigneten Nachfolgeregelungen. Auf der Mitgliederversammlung des Landesmusikrates wurde Bernhard Hassler (Pfälzischer Sängerbund) für den verstorbenen Franz Josef Honnef (Bund deutscher Zupfmusiker) in das Präsidium des Landesmusikrates gewählt.
 

Landesmusikrat Saar

Im Rahmen der Mitgliederversammlung im November 2001 wurde das Präsidiums des Landesmusikrates Saar neu gewählt. Bernhard Fromkorth, Landeswettbewerbe Jugend musiziert, ist einstimmig zum neuen Präsidenten gewählt worden. Prof. Kristin Merscher, Hochschule für Musik und Theater, hat das Amt der Vizepräsidenten übernommen, Zweiter Vizepräsident ist Hermann-Josef Hiery, Saar-Sängerbund, Dieter Boden, Verband deutscher Musikschulen, wurde in seinem Amt als Schatzmeister bestätigt, Ortrud Ziegler, Verband Deutscher Schulmusiker, führt ihre Position als Schriftführerin weiter, Dr. Friedrich Spangemacher, Saarländischer Rundfunk, bleibt dem Präsidium als Beisitzer erhalten. Für den Bund Saarländischer Musikvereine bleibt Josef Petry in seinem Amt als Beisitzer mit am Verhandlungstisch.
 

Landesmusikrat Sachsen-Anhalt
 
 
10.5.2001 Konzert des Jugendsinfonieorchesters Sachsen-Anhalt. Dem Gastspiel war ein Konzert in Halle vorausgegangen (Mitschnitt des NDR) Wien
19./ 20.5. 3. Landeschorwettbewerb Zerbst
16.9.- 13.10. 6. Jugendmusikfest Sachsen-Anhalt
20.- 24.10. Konzertreise des Orchesters des Musikzweiges der Latina Halle Petersburg

In seiner 56. Präsidiumssitzung im September 2001 verabschiedete das Gremium anlässlich der bevorstehenden Wahl zur 4. Legislaturperiode des sachsen- anhaltischen Landtags die "Wahlprüfsteine". Wie von anderen Landesmusikräten auch, wurden Probleme der Musikbildung und -politik in Sachsen- Anhalt aufgegriffen und zur Diskussion gestellt. Auch wenn erwartet werden kann, dass damit substanzielle Verbesserungen nicht erreicht werden können, hoffen die Mitglieder des Landesmusikrats die Politiker für diesen Lebensbereich zu sensibilisieren.

Am 4. Juli 2001 führte der Präsident des Landesmusikrates, Dr. Edwin Werner, mit dem Kultusminister, Dr. Gerd Harms, ein Gespräch über die Zukunft des Jugendsinfonieorchesters Sachsen-Anhalt. Diese Abstimmung wurde notwendig, weil im beiderseitigen Interesse die "Patenschaft" des Philharmonischen Staatsorchesters Halle über das Jugendensemble nach personellen Wechseln in der künstlerischen Leitung und Intendanz des Staatsorchesters erhalten bleiben sollte. Die Gesamtverantwortung und Autorität des Präsidiums bleiben jedoch unberührt.
Überschattet wurde das Gespräch durch das Bekanntwerden der Folgen eines Erlasses des Ministeriums, die Gymnasien mit besonderen inhaltlichen Schwerpunkten vergleichbar auszustatten. Dieser Erlass bringt für einige der betreffenden Gymnasien Vorteile mit sich, für die Schüler der Latina in Halle allerdings große Nachteile, weshalb deren Ausbildungsziel, die Studierfähigkeit für ein Musikstudium zu erreichen, infolge eines rigorosen Rückschnitts des erweiterten Musik- und Instrumentalunterrichts gefährdet ist. Nach Erläuterung der Folgen auch für die Zukunft des Jugendsinfonieorchesters Sachsen-Anhalt, konnte eine wahrscheinliche und einstweilige ministerielle Korrektur des auf den Musikzweig bezogenen Teils der Ausführungen des Erlasses erwirkt werden.
Darüber hinaus diskutierten die Gesprächspartner über Möglichkeiten, den z. Z. verschwindend geringen Anteil an Musik unterrichtenden (Fach-) Lehrern in der Grundstufe zu vergrößern. Werner regte u. a. erneut an, für die Einstellung von Absolventen die Belegung des Neigungsfaches Musik während der Ausbildung und eventuell auch anderweitig erworbene musikpädagogische Kompetenzen als Bonus zu behandeln.
Mit dem Beginn des Schuljahres 2001/ 02 wird in Sachsen-Anhalt die Grundschule mit festen Öffnungszeiten praktiziert. Ziel ist laut Aussage des Ministeriums, dem kindlichen Leistungsvermögen durch eine Dekomplexierung des Unterrichts altersgerechter zu entsprechen. Dadurch entstehen allerdings längere Verweilzeiten in der Schule, die bis in den Nachmittag reichen und die für den Besuch außerschulischer Veranstaltungen, z. B. von Musikschulen, und für damit verbundene individuelle Übezeiten am Nachmittag Probleme aufwerfen können. Unabhängig davon initiierte der Landes-Musikschulverband Sachsen-Anhalt Projekte, die entstandenen Freizeiten für Gruppenunterrichte und -unterweisungen am Instrument zu nutzen. Das Land stellte 40.000 DM Fördermittel in Aussicht, die in diesem Jahr lediglich für 12 von 60 zur Förderung empfohlene Projekte reichen könnten. Allerdings versagte sich das Kultusministerium unter dem Hinweis, die Einführung von Fremdsprachenunterricht im Grundschulbereich habe Vorrang, eine Ausweitung der musikalischen Initiativen.
 

Sächsischer Musikrat
 
9./ 10.06.2001 3. Sächsischer Chorwettbewerb
07.- 11.06. Deutsch-Japanischen Jugendmusikaustausch: Konzerte in Dresden und Leipzig Dresden und Leipzig
04.07. Gemeinsame Präsidiumssitzung des Bayerischen und Sächsischen Musikrats Bayreuth
07.11. 2. Sächsische Kulturraumkonferenz Dresden
April  Konzerte des Landesjugendorchesters Sachsen Gardasee und Dresden

Das Präsidium des Sächsischen Musikrates hat auf der Basis einer Satzungsänderung vom März 2001 im Juni 2001 eine Richtlinie für die Vergabe einer Johann Walter-Plakette verabschiedet. Die Vergabe diese Plakette soll an Persönlichkeiten, die sich um die Pflege der Musiktradition und des Musiklebens in Sachsen, die Förderung des musikalischen Nachwuchses oder die Entwicklung des zeitgenössischen Musikschaffens in Sachsen besondere Verdienste erworben haben, erfolgen. Vorschlagsberechtigt sind die Mitglieder des Sächsi schen Musikrates. Die Johann Walter-Plakette kann an maximal fünf Persönlichkeiten im Abstand von zwei Jahren vergeben werden. Der Sächsische Musikrat e. V. hat mit dem 2. Sächsischen Kompositionswettbewerb zwei Kompositionen für Sinfonieorchester bzw. Blechbläser-Ensemble ausgeschrieben. Teilnahmeberechtigt sind im Freistaat Sachsen lebende Komponistinnen und Komponisten, die ihre Ausbildung oder das Studium abgeschlossen haben. Für die beiden ausgeschriebenen Kompositionen sind Preisgelder in Höhe von insgesamt 10.000 DM zur Vergabe vorgesehen. Die Uraufführung der Werke soll im Oktober 2002 stattfinden. Ausschreibung unter: http://www.deutscher-musikrat.de/smr/ kompwett.htm

Im Mai 2001 fand in Leipzig auf Initiative des Präsidenten des Sächsischen Musikrates, Prof. Dr. Ingo Zimmermann, ein Gespräch Barbara Molsen, Hörfunkdirektorin des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), Dr. Detlef Rentsch (Programmchef MDR Kultur) und den Präsidenten und Geschäftsführern der Landesmusikräte Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsens statt. Dr. Detlef Rentsch stellte dabei eine Aufstellung der Sendeaktivitäten von MDR Kultur hinsichtlich Zeitgenössischer Musik vor und kündigte eine Konzertreihe für zeitgenössische Musik im neuen Probesaal der MDR-Klangkörper in Leipzig an.


erschienen in: Musikforum H. 95/2001