Die Globalisierung suggeriert, dass jede Information verfügbar, vernetzbar und verteilbar sei.
Aber: wer bringt die Information ein, bürgt für ihre Qualität, oder gar für Wahrheit?
Informationschaos und Informationsordnung können gleichermaßen Kreativität anregen.
Aber: für wen wird geordnet, katalogisiert, thematisch ab gegrenzt oder nicht?
Musik erklingt auf der Grundlage spezieller Informationen und ist selbst eine.
Aber: was aufbewahren – akustisch, graphisch, verbal?
Noten und Tondokumente informieren, auch über ihre Zeit, das Denken und Fühlen von Menschen. Vergangenes,
Gegenwärtiges, vage geahnt. Zukünftiges klingt alltäglich präsent. Interpreten bringen Eigenes ein.
Lesarten, die allgemeingültig werden.
Schriften über Musik ermöglichen analytisches Hören, Erkenntnisse zum musikalischen Produktionsprozess,
Vergleiche. Informationen über Musikstellen die Musik in vielschichtige gesellschaftliche
Zusammenhänge. Musik-Informationen finden sich in eigens dafür eingerichteten Zentren, Musikbibliotheken,
Rundfunkarchiven und nicht zuletzt im Notenmaterial selbst. Die nachfolgenden Themenbeiträge widmen sich
Musik und Informationen: Musikinformationszentren stellen ihr vielseitiges Leistungsprofil vor und
streben internationale Vernetzung an. Musikarchive und -bibliotheken sammeln gezielt und immer spezieller.
Das Internet liefert die Datenbank zur sofortigen Nutzung, unendlich für ein Menschenleben.
Welche Verpflichtung zur Aufbewahrung von Informationen hat die Gesellschaft, der Staat, der
Deutsche Musikrat? Werden wir allen Zeiten, Gattungen, immer kurzlebigeren heutigen Musikphasen
gerecht? Bleiben wir aktuell interessant oder bedienen nur museale Gegenstände? Bieten wir
unsere Informationen über Musik ausreichend zur Entwicklung kultureller Kompetenz von Kindern
und Jugendlichen an? Lassen sich Informationswege weiter verkürzen ohne Eilfertigkeit? Wie informieren
wir über die Informations-Sammlung?
Dieses Musikforum erscheint auf den ersten Blick vielleicht thematisch unkompliziert. Natürlich
will es informieren über Nutzungsmöglichkeiten von Musikinformationen, aber auch Fragen auf werfen und
die haupt- und ehrenamtlichen Informationssammler zu Wort kommen lassen, als Bestandsaufnahme und
Zielsetzung für wieder neue Informationen.
Ulrike Liedtke