Was ist das ARD Play-Out-Center?
Das ARD Play-Out-Center beim Ostdeutschen
Rundfunk Brandenburg in Potsdam-Babelsberg
wurde 1997 als Gemeinschaftseinrichtung der „Arbeitsgemeinschaft
öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten
der Bundesrepublik Deutschland" (ARD),
in der alle zehn Landesrundfunkanstalten zusammengeschlossen
sind, gegründet.
Von Potsdam aus wird ARD Digital ausgestrahlt,
das digitale Programm-Bouquet der ARD.
Unverschlüsselt und ohne Extrakosten bietet es
seinen Zuschauern die gesamte Programmvielfalt
der ARD. Die digitale Programmfamilie umfasst
derzeit 18 Fernsehprogramme, 22 Hörfunkangebote
und die jederzeit per Fernbedienung abrufbaren
interaktiven Zusatzdienste wie den Electronic
Program Guide (EPG) – die elektronische
Programmzeitschrift von ARD Digital – und den
multimedialen ARD-Online-Kanal. Darüber hinaus
gibt es bei ARD Digital neue interaktive TV-Formate
und -Specials.
Die digitale Übertragungs- und Empfangstechnik
ermöglicht mehr Programmvielfalt, aber
auch einen besseren Empfang. Es können nun alle
ARD-TV-Programme bundesweit digital empfangen
werden. Durch die neuen multimedialen Zusatzdienste,
die mit den Fernseh- und Hörfunkprogrammen
verknüpft sind (EPG und ARD-Online-Kanal),
entsteht ein vernetztes Programm-Bouquet
der ARD.
Zu den vom Play-Out-Center digital verbreiteten
18 TV-Angeboten gehören: das ARD-Gemeinschaftsprogramm
Das Erste, die Dritten Programme
der Landesrundfunkanstalten, der Bildungskanal
BR-alpha sowie die mit Partnern veranstalteten
Kanäle PHOENIX, KI. KA, 3sat und ARTE sowie
die drei zusätzlichen, im Play-Out-Center generierten
Programme EinsMuXx, EinsExtra und Eins-Festival.
Dazu kommen derzeit die 22 Hörfunkprogramme
der ARD: Bayern1, Bayern4Klassik, B5aktuell,
Fritz, hr-chronos, hr2, hr-klassik, hr-xxl, JUMP,
MDR info, MDR KULTUR, MDR SPUTNIK,
NDR 4 INFO, RADIO 3, BREMEN 2, RADIO multikulti, SR1-Europawelle, SWR2, WDR 3, WDR
Radio 5 und das DeutschlandRadio Berlin und der
Deutschlandfunk.
Wie können die digital ausgestrahlten Programme empfangen werden?
Das digitale Programm-Bouquet wird unverschlüsselt
und ohne Extrakosten über das Astra-Satellitensystem
und bundesweit im Kabelnetz ausgestrahlt.
Für den Empfang ist ein geeigneter Decoder notwendig,
derzeit ein Universaldecoder (F. U. N.) mit
dem Betriebssystem OpenTV, künftig wahrscheinlich
ein Decoder mit dem Betriebssystem MHP
(Multimedia Home Platform). Die Programme,
allerdings ohne die digitalen Zusatzdienste, sind
auch über die D-Box zu empfangen, mit der die
meisten Abonnenten von Premiere ausgestattet
sind. Außerdem sind Zuschauer, die über eine
Satellitenschüssel mit Digital-LNB verfügen, die
sie bereits zum Empfang von digital ausgestrahlten
Radio-Programmen nutzen, in der Lage, die
TV-Sendungen von ARD Digital zu sehen. Viele
Musik-Fans wissen gar nicht, dass sie auf diese
Weise neben ihren bevorzugten Radiosendern mit
klassischer Musik auch das Programm EinsFestival
mit seinen beiden Musik-Abenden empfangen
können.
In den Programmzeitschriften, jedenfalls in
ihrer gedruckten Form, werden die digital ausgestrahlten
Zusatzprogramme der ARD bisher noch
nicht veröffentlicht, sind aber schon in einigen
Internet-Seiten dieser Zeitschriften zu finden.
Über die Videotexttafeln von ARD Das Erste ab
Seite 391 (EinsFestival einschließlich Musik auf
den Tafeln 393 und 394) erfährt man zumindest,
welche Sendungen am aktuellen und am folgenden
Tag laufen. Internet-Nutzer sind gut beraten, wenn
sie über die ARD-Portale Informationen über die
Programme suchen (z. B. www.ard-digital.de). Titel
und Sende zeiten für einen kürzeren Zeitraum
werden auch von den internen Navigatoren verschiedener
Digi tal decoder generiert. Spätestens
ab 2010 sollen Fernsehprogramme in Deutschland
ausschließlich digital verbreitet werden.
Fast alle Programmveranstalter sind inzwischen
dazu übergegangen, ihre Sendungen nicht
nur ana log, sondern parallel dazu auch digital
auszustrahlen.
Welche Möglichkeiten nutzt die ARD zur digitalen Ausstrahlung von Musik-Programmen?<
Zusätzlich zu den Musik-Sendungen, die bisher
schon in den Fernseh- und Hörfunkprogrammen
der ARD-Programmfamilie ausgestrahlt werden,
gibt es seit dem 1. Januar 2001 ein neues Angebot:
EinsFestival Musik.
Im Jahr 2000 entschlossen sich die Landesrundfunkanstalten,
versuchsweise auch die Musik-Schätze
aus den ARD-Archiven auf einem ihrer
digitalen Zusatzkanäle zu zeigen. Dazu wurde das
Programm EinsFestival ausgewählt, in dem bis
dahin fast ausschließlich Fernsehfilme der ARD
gezeigt worden waren.
Die ARD ist mit mehreren eigenen Orchestern
sowie Musikredaktionen in allen Landesrundfunkanstalten
weltweit der größte Produzent von TV-Musikprogrammen
von der Klassik bis zum Jazz
und Rock. Viele der zum Teil sehr aufwendig produzierten
Sendungen können aber in den Vollprogrammen,
die ja die verschiedenartigen Interessen
möglichst des gesamten Fernsehpublikums bedienen
sollen und wollen, nur wenige Male ausgestrahlt
werden, und dann oft erst zu später Stunde.
Immer wieder erreichen die Sender Anrufe von
Musikfreunden, die die eine oder andere Sendung
versäumt haben oder noch einmal sehen möchten.
Sie bekamen sehr oft die enttäuschende Antwort,
dass eine wiederholte Ausstrahlung in absehbarer
Zeit nicht vorgesehen sei. Um diesen Engpass zu
mildern, wurden der Freitagabend und der Sonntagabend
mit Beginn des Jahres 2001 vorerst für
die Musik reserviert. An diesen beiden Abenden
der Woche werden seit dem 1. Januar 2001 jeweils
von 20.15 Uhr bis in den frühen Morgen (jeweils
etwa 9 bis 10 Stunden) Musik-Sendungen ausgestrahlt,
die von den ARD-Sendern in den vergangenen
Jahren und Jahrzehnten produziert wurden,
eingeschlossen die Produktionen des ehemaligen
DDR-Fernsehens. An den bundesweiten Feiertagen
kommen ebenfalls, am Abend oder auch zu
anderen Sendezeiten, Musik-Sendungen zum Einsatz,
vorzugsweise solche, die dem entsprechenden
Feiertag angemessen sind.
Die Musik-Redakteure der Landesrundfunkanstalten,
die den Musikanteil des Gemeinschaftsprogramms
EinsFestival gestalten, entwickelten ein
Konzept für die Struktur der Musik-Abende. Ausschlaggebend
war bei den Überlegungen die in
anderen Sendern (außer 3-sat und ARTE) kaum
noch realisierbare Möglichkeit, mehrere Sendungen
zu einem bestimmten Thema zusammenzufassen und in einem Block auszustrahlen. Beispielsweise
kann einer Konzertaufzeichnung ein Portrait
des Solisten oder Dirigenten dieses Konzertes
folgen. Auch eine Dokumentation über den Komponisten
eines im Konzert gespielten Werkes oder
über das Orchester selbst ist interessant. Ebenso
die Kopplung verschiedener Werke eines Komponisten,
die musikalische Umsetzung ein und desselben
Themas durch verschiedene Musiker oder
andere Varianten sinnvoller Verbindungen bzw.
Gegen über stellungen. Dabei kann für EinsFestival
Musik auf die Archive aller Landesrundfunkanstalten
zurückgegriffen werden. Ein vom WDR
produziertes Konzert kann z. B. mit einem vom
BR hergestellten Komponistenportrait kombiniert
werden. Reizvoll erscheint auch die Beobachtung
des Entwicklungsweges etwa eines Interpreten
oder zeitgenössischen Komponisten, wenn man
Aufzeichnungen aus verschiedenen Lebensphasen
einander folgen lässt. Auch die Gegenüberstellung
unterschiedlicher Interpretationen eines Werkes
durch verschiedene Künstler kann sinnvoll sein.
D. h. aus diesem inhaltlichen Ansatz lassen sich
vielseitige Kombinationen entwickeln.
In den meisten Fällen wird sinnvollerweise aus
den von der Thematik her zueinander passenden
Sendungen ein Block von ca. 3 Stunden Sendelänge
zusammengestellt. Dies korrespondiert mit
der Annahme, dass Zuschauer kaum länger als drei
Stunden ununterbrochen vor dem Fernsehgerät
sit zen. Allerdings ist diese Zeitbegrenzung nicht
zwin gend, sondern kann variabel genutzt werden,
bei spielsweise für einen mehrstündigen Themenabend.
Für interessierte Zuschauer, die eine Sendung
oder ihren Anfang verpasst haben, wurde ein Programmschema
entwickelt, bei dem die 3-Stunden-Blöcke in der Regel zweimal wiederholt werden:
Sendungen, die an einem Freitag ab 20.15
Uhr in EinsFestival ausgestrahlt wurden, werden
eine Woche später wiederholt, dann allerdings
ca. 3 Stunden später, also gegen 23.15 Uhr. Eine
zweite Wiederholung wird nach einer weiteren
Woche ausgestrahlt, dann aber erst in den Nachtstunden,
also in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend,
gegen 2.15 Uhr. Analog wird auch mit den
Sendungen am Sonntag verfahren.
Sinnvoll erschien es allen Redakteuren, die
in teressierten Musikfreunde wissen zu lassen,
welche Überlegungen sie dazu bewogen hatten,
gerade diese Sendungen zu einem Themenabend
zusammenzustellen. Deshalb werden die Beiträge
in EinsFestival Musik von sachkundigen Moderatoren eingeführt. Es sind Mitarbeiter verschiedener
Landesrundfunkanstalten, die sich nicht nur
für die so genannte „ernste" Musik interessieren,
sondern auch eine musikalische Ausbildung absolviert
haben. Zu ihnen zählen Evelyn Fischer
vom Mitteldeutschen Rundfunk, Wolfgang Binder
vom Bayerischen Rundfunk, Patricia Moreno vom
Norddeutschen Rundfunk, Thorsten Lorenz vom
Südwestrundfunk, Ingrid El Sigai vom Hessischen
Rundfunk, Sebastian Kolb vom Saarländischen
Rundfunk und Jürgen Schläder vom Westdeutschen
Rundfunk.
Der Moderator des jeweiligen Monats bekommt
von den Redaktionen Hintergrundinformationen
zu den einzelnen Sendungen. Die Anmoderationen
für eine Sendung sind im Allgemeinen nicht länger
als zwei Minuten.
Die Musik-Redakteure der Landesrundfunkanstalten
haben in der Vorbereitungszeit der Musikabende
die Idee entwickelt, die Programme wenn
möglich zu monatlichen Themenschwerpunkten
zusammenzufassen. Dabei ist der Freitagabend vor
allem der konzertanten Musik, der Sonntagabend
den musiktheatralischen Formen wie Oper, Operette,
Ballett/ Tanz, den speziell für die Fernsehausstrahlung
gestalteten Musiksendungen sowie den
Musik-Festivals gewidmet. So gab es beispielsweise
Monatsschwerpunkte zu den Themen:
Dabei kommen z. T. Archivmaterialien zur Ausstrahlung,
die lange Zeit nicht ausgestrahlt wurden.
Oft ist es nötig, diese Materialien erst wieder in
einen sendefähigen Zustand zu versetzen, sei es,
dass ein Überspielen von Filmrollen auf MAZ-Bänder
einschließlich Farbkorrektur und Tonverbesserungen
vorgenommen werden muss oder dass
Fehler oder Alterungserscheinungen des Bandmaterials
korrigiert werden müssen. Diese Arbeiten
erfordern häufig einen großen Zeit- und Kostenaufwand.
Diejenigen Sendungen, die für eine Ausstrahlung
aufbereitet werden können, sind dann
allerdings vom Material her oft nach langer Zeit
wieder einsetzbar. Insofern erwirbt sich das ARD
Play-Out-Center auch hinsichtlich der Erhaltung
und Wiederaufbereitung wertvoller Archivmaterialien
Verdienste.
Ein wesentlicher Aspekt für den Programmein
satz ist die Klärung der Senderechte durch die
Honorar- und Lizenzabteilungen der Landesrundfunkanstalten.
Mindestens einmal monatlich versucht die Planungsgruppe
der „Musikabende", einen prominenten
Vertreter der Musikszene aktuell zu einem der
Themenschwerpunkte zu befragen. Es waren bisher
u. a. zu Gast:
Im Jahr 2001 sind in EinsFestival Musik 322 Musik-Sendungen aus den ARD-Archiven ausgestrahlt worden.
Welche zusätzlichen Möglichkeiten bietet die digitale Verbreitung von Musik-Programmen – heute und in Zukunft?
Alles bisher Dargestellte könnte auch auf herkömmliche
Weise, also analog gesendet werden. Wo liegt
nun der Vorteil bzw. der Mehrwert der digitalen
Ausstrahlung?
Bei der analogen Verbreitung von Programmen
kommen nur jene Informationen zur Geltung, die
in den Sendungen selbst vermittelt werden. Lediglich
per Videotext kann der Zuschauer einige wenige
zusätzliche Texte abrufen. Bei der Entstehung
einer Sendung wird jedoch wesentlich mehr Hintergrundwissen
gesammelt. Die Redakteure eignen
sich umfangreiche Kenntnisse zum Thema einer
Sendung an.
Bei der digitalen Ausstrahlung von Sendungen
lassen sich jedoch zahlreiche Informationen an die
Sendung selbst „andocken" bzw. als Datenströme
so zur Verfügung stellen, dass sie bereits vor und/
oder auch im Anschluss an die Ausstrahlung abrufbar
sind.
Gegenwärtig ist es aufgrund der personellen,
finanziellen und technischen Gegebenheiten des
ARD Play-Out-Centers nur möglich, eine begrenzte
Anzahl von Informationen der Sendung folgen
zu lassen. Das sind neben den Titeln der Musik-Sendungen
vor allem die Titel der gespielten Werke, die Interpreten und ein mehr oder weniger ausführlicher
Pressetext. Dabei ist zu bedenken, dass
die Pressetexte nicht in jedem Fall unbearbeitet
übernommen werden können. Informationen aus
Sendungen, die vor längerer Zeit produziert wurden,
müssen aktualisiert werden. So ist z. B. der
damalige Chefdirigent eines Orchesters inzwischen
in anderer Funktion tätig, steht vielleicht
einem anderen Orchester vor. Oder mitwirkende
Künstler haben eine Entwicklung genommen, die
zum Zeitpunkt der Erstausstrahlung noch nicht
absehbar war, aber für den heutigen Zuschauer
durchaus erwähnenswert und interessant ist. Die
Aktualisierung der programmbegleitenden Texte
und anderer Hintergrundinformationen wird mit
erheblichem redaktionellem Aufwand realisiert.
Im Laufe der Zeit entsteht auf diese Weise im Play-Out-
Center ein Pool von Informationen, der später
auch von anderen Programmveranstaltern innerhalb
der ARD genutzt werden kann.
Besitzer von Universaldecodern (F. U. N.) mit
den Betriebssystemen OpenTV oder MHP (Multimedia
Home Platform) können die o. g. digitalen
Zusatzdienste bereits heute nutzen. Die Informationen
werden im Elektronischen Programmführer
(Electronic Program Guide/ EPG) und im Online-Kanal
bereitgestellt.
Der EPG ermöglicht schnell einen systematischen
Überblick über alle Angebote von ARD Digital.
Je nach Interesse bietet er knappe oder ausführliche
Informationen zu den ausgewählten Sendungen,
dazu Tipps zu den Highlights des Tages und
eine komplette Vorschau auf die Programmwoche.
Besonderes Markenzeichen des EPG ist das Lesezeichen.
Damit lässt sich ein maßgeschneidertes
immer wieder neues Programm nach den persönlichen
Wünschen und Ansprüchen jedes Zuschauers
zusammenstellen. Das vielfältige ARD-Angebot
kann nach den eigenen Vorlieben sortiert werden,
per Knopfdruck auf der Fernbedienung lassen sich
die persönlichen Lieblingssendungen vormerken.
Wird im Lesezeichen z. B. der Wunsch gespeichert,
Musiksendungen aus dem Programm zu filtern,
dann werden alle diese Sendungen aus dem gesamten
Bouquet der ARD-Senderfamilie aufgelistet,
sowohl im Fernsehen als auch im Hörfunk. Steht
der Beginn einer solchen Sendung bevor, wird ein
entsprechender Hinweis auf dem Fernsehschirm
eingeblendet. In absehbarer Zeit soll sich auf diese
Weise auch der Videorecorder vom EPG aus automatisch
programmieren lassen.
Der ARD-Online-Kanal im TV-Portal bietet
ständig aktualisierte Meldungen aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Sport an. Darüber hinaus stellt
er neue multimediale Möglichkeiten für das Fernsehen
der Zukunft vor, wie z. B. redaktionell aufbereitete
Service-Angebote zu beliebten Fernseh-
und Radiosendungen der ARD. Bei den neuen interaktiven
TV-Formaten von ARD Digital können
die Zuschauer mitraten und Preise gewinnen.
Für die Musik stecken diese Zusatzangebote
zwar noch in den Anfängen, werden aber nach und
nach weiterentwickelt. Über den EPG ist es heute
schon möglich, die bereitgestellten Zusatzinformationen
zu einer Sendung während der Ausstrahlung
auf dem Bildschirm einblenden zu lassen. Wann
und auf welche Weise das geschieht – z. B. bildfüllend
oder als Bild im Bild – entscheidet der
Zuschauer individuell mit der Fernbedienung. Im
ARD Play-Out-Center wird gegenwärtig auch für
die Musik die Möglichkeit entwickelt, weitere,
zusätzliche Informationen zu ausgewählten Sendungen
bereits vor der Ausstrahlung einer Sendung
und auch für eine gewisse Zeit danach per
Online-Kanal abzurufen. Ähnlich wie über Links
im Internet sollen dann Hintergrundinformationen
abrufbar sein, wie z. B. die Vita der Komponisten
und der mitwirkenden Künstler, das Textbuch einer
Oper oder die deutsche Übersetzung der Texte
eines in Originalsprache ausgestrahlten Musikwerkes,
Anmerkungen zur Entstehung einer Komposition
sowie wörtliche Zitate der Autoren, Hinweise
auf Fachliteratur zu Themen der Sendungen, später
möglicherweise auch Verzeichnisse der auf DVD,
Videokassette, CD oder anderen Speichermedien
vorhandenen Versionen eines Werkes, die in nächster
Zeit vorgesehenen Live-Aufführungen der soeben
gesendeten Musikstücke oder die Tourneedaten
bedeutender Musiker. Die Liste ließe sich
fortsetzen. Zusätzlich zu den schriftlichen Informationen
kann sich der Zuschauer Standbilder
bzw. Audio- oder Videosequenzen aus Sendungen
abrufen. Über Rückkanäle soll künftig auch die
Kommunikation zwischen Zuschauern und Programmveranstaltern
möglich sein.
Diese zusätzlichen Möglichkeiten des digitalen
Fernsehempfangs sollen in den kommenden
Jahren nach und nach bereitgestellt werden.
Für die Musikfreunde wird es dann möglich
sein, sich ihr spezielles Musikprogramm einschließlich
aller Zusatzdienste nicht nur in Eins-Festival,
sondern aus den Angeboten aller Sender
der ARD-Programmfamilie zusammenzustellen.
Die Bemühungen der Musik-Redaktionen der
Landesrundfunkanstalten und des Play-Out-Centers
in Potsdam richten sich darauf, die Musik
angebote im digitalen Bouquet der ARD weiter
auszubauen.
Ralf-Ingo Bossan ist Redakteur EinsFestival Musik im ARD-Play-Out-Center Potsdam.