Christine Flender
Finden und Bewerten seriöser Musikinformationen im Netz

1969 kam das Gerücht auf, der Beatle Paul Mc-Cartney sei Mitte der 60er-Jahre bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen und durch den sehr ähnlich aussehenden William Campbell ersetzt worden. Noch über dreißig Jahre nach der Auflösung der Band finden sich im Internet bei der Recherche in beliebigen Suchmaschinen unter dem Suchbegriff „Paul is dead" Websites wie „Paul está muerto"1), auf denen diese These anhand von Indizien nachgewiesen werden soll. Auch eine Suche nach Stichwörtern wie „Mozart UND vergiftet" oder „ist moll traurig?" scheint nahe zu legen, dass es im Internet ideale Nischen für beliebte musikalische Mythen gibt, bietet das Netz doch die Möglichkeit, alle digitalisierbaren Inhalte geprüft oder ungeprüft zu veröffentlichen. Bösen Willen möchte man den meisten Anbietern von Musikinformationen nicht unterstellen, jedoch hält die Autoren nichts davon ab zu publizieren, was sie zu wissen glauben. So liest man etwa auf der Site www.musikzeit.de die Behauptung, Beethoven sei extrem geizig gewesen. Begründet wird dies mit der Wut über den verlorenen Groschen, obgleich diese Bezeichnung des Rondos a Capriccio op. 129 gar nicht von Beethoven selbst stammt.2) Es gibt also keine Garantie, dass ein Text, den man im Internet findet, nicht irrelevant, inaktuell, falsch, unvollständig oder unausgewogen ist. Aber auch Relevantes und Richtiges findet sich bei einer Recherche nach „ist moll traurig?", wie beispielsweise ein Artikel zur Musikrezeption und ihrer kulturellen Bedingtheit vom Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Musikpsychologie, Reinhard Kopiez, als erstes Suchergebnis in der Suchmaschine Google3). Woher weiß man aber, dass letzteres Beispiel zitierfähig ist?
Wer im Internet brauchbare Informationen finden will, sollte sich fragen, ob es wahrscheinlich ist, dass jemand das Gesuchte ins Internet ge stellt hat, sollte verschiedene Suchtechniken beherrschen und das Gefundene kritisch bewerten können. Missbrauchsmöglichkeiten, wie die Verbreitung von rassistischen, pornografischen und gewaltverherrlichenden Inhalten sollen an dieser Stelle nicht behandelt werden. Die Verletzung von Urheberrechten, ein wichtiges Thema gerade im Zusammenhang mit musikalischen Inhalten, wird in dieser Zeitschrift häufiger lebhaft diskutiert, jedoch soll es hier darum gehen, wie man Informationen findet und den Wert dieser Informationen prüft.
Für die Suche kommen Suchmaschinen oder Verzeichnisse infrage; welche Suchstrategie optimal ist, ist wiederum davon abhängig, was man sucht. Für eine erste Orientierung bietet sich beispielsweise die Deutsche Meta-Suchmaschine MetaGer an, die die gesuchten Begriffe bei diversen Suchmaschinen gleichzeitig abfragt4). Möglicherweise irritiert hierbei die bunte Mischung von Unwesentlichem und Wesentlichem, die so typisch für solche Trefferlisten ist, die hauptsächlich nach dem Vorkommen der Suchworte im Text oder in den Meta-Informationen5) sortiert sind. Suchmaschinen neueren Typs wie www.google.de beziehen bei der Erstellung der Rangfolge einen Rezeptionsaspekt ein, indem sie die Relevanz von Websites mithilfe der auf sie verweisenden Links bewerten. Eine weitere Möglichkeit bieten allgemeine Verzeichnisse wie www.web.de oder www.yahoo.de. Hier werden die Links in Rubriken eingeordnet und mit kurzen Kommentaren versehen. Schließlich gibt es spezielle Verzeichnisse für musikspezifische Websites, wie etwa eines der Informationsangebote des Deutschen Musikinformationszentrums des Deutschen Musikrates unter www.miz.org, in dem sich über 60 Rubriken zum Musikleben in Deutschland finden; eine Liste mit weiteren Verzeichnissen wird dort ebenfalls angeboten6). Stefan Karzauninkat, Autor der Website www.suchfibel.de, schlägt für die Suche nach unterschiedlichen Inhalten verschiedene Suchstrategien vor: So sind für die Suche nach sehr speziellen Inhalten in erster Linie Meta-Suchmaschinen geeignet. Will man eine bestimmte Art der Verknüpfung zwischen den gesuchten Begriffen herstellen, sind einzelne Suchmaschinen mit mächtigen Verknüpfungseigenschaften unter Umständen zweckmäßiger7). Bei nicht allzu speziellen Themen bieten sich Kataloge und Spezialverzeichnisse an. Sucht man offizielle Informationen bestimmter Einrichtungen oder Firmen, kann man sich unter www.internic.org – zu ergänzen ist hier www.denic.de für in Deutschland registrierte Adressen8) – darüber informieren, ob die gefundene Domain tatsächlich auf die gesuchte Institution registriert ist.9)
Um herauszufinden, wie eine Website im Internet rezipiert wird, kann man auf der Seite www.linkpopularitycheck.com parallel abfragen, wie oft Links auf diese Site in verschiedenen Suchmaschinen gefunden werden, oder man kann bei den Suchmaschinen selbst durch die Eingabe des Suchbegriffs „link: www.namederseite.de" erkunden, von welchen Sites aus die Website verlinkt ist. Hierbei lässt sich nicht nur die zahlenmäßige Popularität feststellen, sondern man erfährt auch, ob die Mitarbeiter von Fachzeitschriften, Ministerien oder Hochschulen die Websites für erwähnenswert halten; zudem finden sich beim Aufrufen der entsprechenden Linkseiten häufig auch diesbezügliche Kommentare.
Es kann vorkommen, dass die Suche mittels verschiedener Strategien erfolglos bleibt. Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass vieles tatsächlich nicht im Internet vorkommt. So werden vermutlich ungezählte Texte, die vor dem Digitalzeitalter entstanden sind, in absehbarer Zukunft nicht ins Internet gelangen. Häufig stehen auch Urheber- oder Verlagsrechte oder Kostengründe einer Publikation im Internet entgegen. Möglicherweise sind die gesuchten Inhalte aber auch nur in Spezialdatenbanken zu finden und von dort gegebenenfalls nur gegen Vergütung abzurufen. Exzellente Inhalte gegen Vergütung bietet beispielsweise die Online-Version des New Grove Dictionary of Music and Musicians an, die gegenüber der Buchausgabe zudem Vorteile wie eine fortlaufende Aktualisierung, elektronische Querverweise und Links ins Internet bietet10). Auch eines der wichtigsten Hilfsmittel für die musikwissenschaftliche Recherche, das RILM, bzw. Répertoire International de Littérature Musicale, kann nur gegen Vergütung über das Internet genutzt werden. Bibliografische oder vermittelnde Informationen finden sich jedoch zumeist kostenlos in Spezialdatenbanken, so etwa die Bestände der öffentlichen Bibliotheken, die über Verbundkataloge bequem recherchierbar sind11). Dagegen lassen sich die Bestände von Spezialbibliotheken, Archiven und Forschungsinstituten häufig nur jeweils über die Homepage der Einrichtung ermitteln oder stehen noch nicht im Internet zur Verfügung. Es gibt auch den Fall, dass ein eigentlich unverzichtbar geglaubtes Internet- Angebot verschwindet, wie beispielsweise das Verzeichnis lieferbarer Musikalien, für das derzeit ein Nachfolger entwickelt wird. Schwierig war es auch lange Zeit, aktuell in Deutschland lieferbare Tonträger zu recherchieren. Seit dem vergangenen Jahr existiert mit www.musicline.de ein System, in dem sich die Tonträger von rund 100 Firmen kostenlos recherchieren lassen und mit dem man sich Ausschnitte aus den meisten der erfassten Titel anhören kann. Fortlaufend aktualisierte kommentierte Links zu solchen Recherchesystemen finden sich auf den Internetseiten des Deutschen Musikinformationszentrums. Während diese Art von Systemen in der Regel von Institutionen oder Firmen bereitgestellt werden, basieren kostenlose Quellen für Sachfragen oftmals auf dem Engagement von Privatpersonen, wie eine Untersuchung von Auskunftsquellen für Musikbibliothekare im Jahr 1999 ergab12). Die Notwendigkeit einer quellenkritischen Herangehensweise an die entsprechenden Inhalte mag hierbei besonders einleuchten, aber so wie man Informationen in anderen Medien bewertet, sollte man generell nicht alles glauben, was im Internet zu lesen ist.
Die Evaluation von Internetseiten ist ein Thema, das insbesondere professionelle Informationsvermittler wie Bibliothekare und Bibliothekswissenschaftler beschäftigt; entsprechende Arbeiten richten sich zumeist an die eigene Berufsgruppe13).
Dabei gelten weitgehend die gleichen Regeln wie für andere Quellen, nämlich das Motiv, die Autorität und Glaubwürdigkeit des Autors, die Reichweite, Relevanz und Aktualität des Gesagten und die Zielgruppe.der Bibliothekswissenschaftler Alastair Smith weist darauf hin, dass dagegen prominente Webverzeichnisse häufig das subjektive Kriterium der „Coolness" anwenden, das sich eher auf den Gesamteindruck als auf den Inhalt richtet14).
So können oberflächlich ähnliche Angebote völlig unterschiedlich motiviert sein. Ein musik spezifisches Verzeichnis kann beispielsweise dazu dienen, einen Online-Shop attraktiver zu machen wie bei www.musikkonzept.de, es kann sich durch Shop und Bannerwerbung finanzieren wie www.musikbranchenbuch.de, von einem Provider bereitgestellt werden, der kommerziell Homepages gestaltet, wie www.musik-netz.de, von einer Zeitschrift wie www.rondomagazin.de/sites/inhalt.htm oder einer Institution wie www.kulturportal-deutschland.de. Keine dieser Motivationen muss sich auf die Seriosität eines Angebots auswirken, möglicherweise erklären sich über die verschiedenartigen Interessenlagen aber Unterschiede in Umfang, Geltungsbereich und Aktualität. So ist ja auch das schon erwähnte System www.musicline.de seriös, aktuell und benutzerfreundlich (und sicher nicht uncool), enthält aber eben ausschließlich Daten über die Tonträger der teilnehmenden Firmen15). CDs von Maria de Alvear, Antoine Beuger, Rolf Gehlhaar, Frank Köllges, Frank Niehusmann, Burkhard Schlothauer, Kunsu Shim oder den Blindfischen, Rumpelstil und Zaches und Zinnober – um nur einige zu nennen – lassen sich an dieser Stelle nicht recherchieren.
Mit der Motivation für eine Website hängt eng deren Urheberschaft zusammen. Anbieter können beispielsweise wissenschaftliche Institutionen, genuine Informationsdienstleister (Bibliotheken, Archive), politische Institutionen, Interessenverbände und weitere öffentliche Einrichtungen, Firmen, alte Medien (Zeitungen, Zeitschriften, Rundfunk und Fernsehen), öffentlich geförderte und redaktionell betreute Communities (beispielsweise www.lehrer-online.de)16), kommerzielle Internet-Communities, nicht-kommerzielle Internet-Communities oder Einzelpersonen sein. Als Motive kommen unter anderem die Verbreitung offizieller Informationen, Werbung, private Selbstdarstellung, Publikation wissenschaftlicher Erkenntnisse, Verbreitung von Fachinformationen, Interessenpolitik oder Arbeitsproben, urheberrechtlich geschützter Raubkopien, Kunst, Ulk, Nachrichten, Meinungen oder bewusste Desinformation infrage. Im Internet ist es allerdings häufig problematisch, den Autor oder Anbieter eines Informationsangebots herauszufinden. Wo ein Hinweis auf der Homepage fehlt, lässt er sich gelegentlich über Kontaktadresse oder E-Mail-Adresse ermitteln. Finden sich im Zusammenhang mit dem Namen auf der entsprechenden Website keine Informationen über die Qualifikation des Autors oder die Referenzen des Anbieters, bietet sich hierfür wiederum eine Suche per Suchmaschine an. Eine 1:1-Zuordnung zwischen Rechtsform des Urhebers und Motivation lässt sich natürlich nicht ableiten, jedoch gibt es Relationen zwischen Urheber und Motiv, die aufgrund allgemeiner Welterfahrung wahrscheinlicher für einen verlässlichen Inhalt sprechen als andere.
Es versteht sich von selbst, dass man auf der Suche nach offiziellen Informationen über Institutionen oder Personen zunächst deren eigene Website konsultiert. Das Hauptproblem in den frühen Jahren des Internet war bei dieser Art von Information häufig die mangelnde Aktualität. Ein zunehmendes Bewusstsein für die Wichtigkeit des Mediums als Mittel der Öffentlichkeitsarbeit hat in den vergangenen Jahren sicher für Verbesserungen gesorgt, jedoch sollte man hier besonders auf Aktualisierungshinweise achten. Wo diese nicht explizit genannt sind, kann man versuchen, sich per Klick auf die rechte Maustaste die Dokumenteigenschaften oder -informationen anzeigen zu lassen. Zahlreiche Anbieter der alten Medien bieten die Artikel ihrer Printausgabe auch online an oder nutzen die Möglichkeiten des Internet, um in einem Portal aktuelle oder vertiefende Informationen bereitzustellen.der Schweizer Presserat kommt in einer Stellungnahme zu der Einschätzung, dass sich das Publikum auch im Internet zunehmend an solchen „Firmenschildern" orientieren werde, da nicht alles, was sich als Journalismus geriert, einen journalistischen Produktionsprozess durchlaufen habe. Bei dieser Art von Angeboten wirken netzexterne Kriterien als Indikatoren für die Glaubwürdigkeit einer Quelle, da die Grenzen zwischen Propaganda, Werbung, Selbstdarstellung, Unterhaltung und journalistisch bearbeiteten Nachrichten oft verwischt seien und auch Portale, Suchmaschinen und Websites von Unternehmen häufig „Quasi-Journalismus" betrieben.17) Links zu den Online-Versionen mehrerer hundert internationaler Fachzeitschriften aus dem Musikbereich hat beispielsweise das Electronic Library Projekt der Universität Osnabrück unter elib. uni-osnabrueck.de/MUSIK/index. html zusammengestellt. Als glaubwürdige Informationsanbieter für Sekundärliteratur über Musik kämen auch die musikwissenschaftlichen Institute infrage. Als positives Beispiel konnte schon 1997 das Forschungszentrum Populäre Musik der Humboldt-Universität gelten, das auf seiner Website eine Online- Bibliothek mit Links zu im Internet veröffentlichten Aufsätzen anbot,18) die auf herkömmlichem Weg oft nur mühsam über Fernleihe zu beschaffen waren. Zu diesem Zeitpunkt stand das Institut mit diesem Angebot in Deutschland einzig dar.19) Fünf Jahre später ist ein solches Angebot immer noch die Ausnahme, denn es finden sich zwar durchaus Arbeiten verschiedener Wissenschaftler an unter schiedlichen Instituten, jedoch sind diese nur schwierig über deren persönliche Homepage zu erreichen. Vielerorts scheint noch immer die nötige Motivation dazu zu fehlen, systematisch die eigene Forschung vorzustellen.
Ein förderliches Motiv für gute Inhalte kann Eigenwerbung von Einzelpersonen sein, wie die Gegenüberstellung zweier im Internet kostenlos nutzbarer Gehörbildungsprogramme zeigt (zahlreiche weitere werden im Internet lediglich beworben, da die Autoren mit Recht eine Vergütung für ihre Entwicklungen erwarten). So stellt ein Kölner Musikwissenschaftler und Webdesigner unter www.musikwissenschaften.de verschiedene benutzerfreundlich, ansprechend und interaktiv gestaltete Gehörbildungsübungen zur Verfügung, die sicher auch als Arbeitsproben für ihn werben sollen. Auf der Homepage www.gerdkaufmann.de dagegen erhält man keinerlei Informationen über den Autor der anspruchsvollen Drill-and Practice-Übungen, die sich in erster Linie an seine eigenen Schüler zu wenden scheinen. Auf gute Promotion in eigener Sache wiederum kommt es auch bei den Websites einzelner Musikjournalisten und -wissenschaftler an, da sich schlechte Inhalte negativ auf ihr Renommee auswirken würden.20) Andere Einzelpersonen betreiben ihre Website als reines Hobby, das der Selbstdarstellung und wiederum der Darstellung weiterer Hobbys dient (siehe die schon erwähnte Site www.musikzeit.de).
Schließlich gibt es Anbieter, die hobbymäßig und ohne kommerzielles Interesse mächtige Ressourcen im Bereich der Musikinformationen als Gemeinschaftsprojekt aufgebaut haben, die mitunter recht verlässlich sind, weil die zahlreichen Nutzer eingeladen sind, aufgefallene Fehler zu melden. Inke Arns, Spezialistin für Internetkultur, weist auf die neben den kommerziellen Verwertungszusammenhängen bestehende Geschenkökonomie hin, die auf der Basis des Ansehens funktioniert. „Dies bedeutet, dass NutzerInnen Texte, Konzepte, Software, Musik u. a. frei über das Netz einander zur Ver f ügung stellen. Dafür bekommt jeder Nutzer Zugang zu den Inhalten, die durch die anderen ins Netz gestellt worden sind. Die Menge, die ein Einzelner so erhält, ist viel größer, als die, die er jemals produzieren könnte."21) Problematisch für den Betreiber kann es allerdings werden, wenn die Mitglieder einer solchen Community Inhalte beisteuern, an denen sie keine Rechte besitzen. Im Bereich der Musikinformation musste dies unlängst Emily Ezust, Betreiberin der Lied and Song Texts Page22) mit über 20.000 Kunstliedtexten erfahren, die die Website am 18.6.2002 nach sieben Jahren wegen einer drohenden Copyright-Klage für einige Tage aus dem Netz nehmen musste, um die Steine des Anstoßes aus der Datenbank zu entfernen.
Motiv und Provenienz der Anbieter lassen sich zumeist immanent feststellen oder zumindest erahnen. Die Beurteilung von Reichweite, Relevanz und Aktualität des Gesagten verlangt ein gewisses Maß an Orientierungswissen und all dies kostet auch Zeit. Hier leisten die Musikinformationszentren der verschiedenen Länder Orientierungshilfen; neben ihren eigenen Informationsdienstleistungen bieten viele von ihnen Verzeichnisse von Institutionen an, die wiederum Informationen ins Internet stellen. Unterstützung können sie auch durch kommentierte Links leisten, wobei die Kommentare nicht bei der Coolness einer Website enden. Doch auch sie können niemals alle seriösen Angebote des sich ständig im Fluss befindlichen Netzes kanonisieren, oder vor allen unseriösen Angeboten warnen. Einen nützlichen Katalog von Faustregeln für Internetnutzer hat John R. Henderson, Bibliothekar an der Ithaca College Library zusammengestellt. Er rät, zunächst festzustellen, ob die gefundene Website der richtige Ort ist, um sich zum gesuchten Thema zu informieren. Zweifelt man an der Glaubwürdigkeit, sollte man diese Zweifel ernst nehmen. Man sollte sich über Quelle und Motiv der Seite klar werden und auch auf Details wie Fehler in der Schreibweise oder Links auf andere Seiten achten. Schließlich sollte geklärt werden, ob die Inhalte für das Internet produziert worden sind, oder ob sie zuvor schon andernorts publiziert wurden.23) Paul McCartney übrigens hat in diesem Sommer frisch verheiratet seinen sechzigsten Geburtstag gefeiert. Wer den Autor des Artikels über die emotionalen Wirkungen von Moll nicht kannte, kann sich über ihn informieren. Näheres zu beiden Herren im Internet.

Christine Flender ist wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Deutschen Musikinformationszentrum des Deutschen Musikrates.


1) URL am 12.6.2002: www.geocities.com/javierbenedit/.

2) URL am 12.6.2002: www.musikzeit.de/komponisten/beeth. html.

3) URL am 12.6.2002: www.wissenschaft-online.de/artikel/591093.

4) www.metager.de.

5) Informationen über das Dokument, die speziell für Suchmaschinen in den Dateikopf geschrieben und dem Nutzer nicht angezeigt werden.

6) www.miz.org/net/r_03.htm.

7) Eine Orientierung über die Suchoptionen der unterschiedlichen Maschinen liefert ebenfalls die Website www.suchfibel.de.

8) genauer: für auf die Top Level Domain.de registrierte Adressen.

9) URL am 14.6.2002: www.suchfibel.de/2kunst/strategie_inhalte.htm.

10) Ein kostenloser Testzugang kann kurzfristig bei www.grove music.com beantragt werden.

11) Als Ausgangsbasis für die Recherche bieten sich beispielsweise der Karlsruher Virtuelle Katalog KVK unter www.ubka.uni-karlsruhe.de/kvk.html oder die Digitale Bibliothek NRW unter www.digibib-nrw.de an.

12) Esther Silbernagel, Musik im Internet: Analyse ausgewählter Angebote zum Fachgebiet Musik und Bewertung ihres Nutzens als Informationsquellen für Musikbibliotheken, in: Forum Musikbibliothek 1999, S. 113– 161.

13) Links auf unterschiedliche Aufsätze zum Thema Website- Evaluation finden sich u.a. unter www.library.csustan.edu/lboyer/webeval/webeval.htm oder www.namss.org.uk/evaluate.htm.

14) Alastair G. Smith, Testing the Surf: Criteria for Evaluating Internet Information Resources, URL am 26.6.2002: info.lib.uh.edu/pr/v8/n3/smith8n3.html.

15) Zum Vergleich: die Rubrik Tonträgerhersteller in miz-online enthält derzeit über 1 200 Einträge. URL am 21.6.2002: www.miz.org/institutionen/fr11_5.htm.

16) Ich verwende hier den im Internet gebräuchlicheren englischen Begriff für Gemeinschaften.

17) Schweizer Presserat, Nr. 36/2000, Journalistische Ethik im Internet – Stellungnahme des Presserates vom 18. August 2000, URL am 16.6.2002: www.presserat.ch/14280.htm.

18) www2.rz.hu-berlin.de/inside/fpm.

19) Christine Flender, Präsentation von Musikorganisationen im Internet, Paper-Session beim KlangArt-Kongress Neue Musiktechnologie 1997. URL am 26.6.2002: www.uni-koeln.de/phil-fak/muwi/forum/flender/klangart/index.htm.

20) So beispielsweise www.kritische-musik.de, www.stefandrees.de, www.straebel.de/praxis/ oder ein Forum für unterschiedliche Autoren wie www.beckmesser.de.

21) Inke Arns, Netzkulturen, Hamburg, 2002, S. 24.

22) www.recmusic.org/lieder/.

23) John R. Henderson, ICYouSee: T is for Thinking. A Guide to Critical Thinking About What You See on the Web, URL am 14.6.2002: www.ithaca.edu/library/Training/hott.html.