Kulturministerin Manja Schüle:

"Mit ihren kreativen, innovativen und oft leidenschaftlichen Inszenierungen und Projekten setzen die Freien Theater nicht nur spannende kulturelle und gesellschaftliche Akzente, sondern stehen auch für die kreative Schaffenskraft und die Kunst- und Kulturfreiheit in unserem Land. Auch sie sind von der Corona-Krise hart getroffen. Wir konnten die Projektförderung der Freien Theater – Corona zum Trotz – in diesem Jahr grundsätzlich sicherstellen. Ich freue mich, dass wir die Förderung der Freien Theater im kommenden Jahr um 200.000 Euro erhöhen und damit auch deutlich mehr Projekte unterstützen können. So sichern wir in der Krise die vielfältige Kulturlandschaft Brandenburgs.“

Die Entscheidung über die Vergabe der diesjährigen Mittel im Rahmen der Fördergrundsätze für Freie Theater hat eine externe Experten-Jury in Abstimmung mit dem Kulturministerium getroffen: 7 Freie Theater erhalten 2021 insgesamt 870.000 Euro als Jahreszuschuss. Mit 370.000 Euro werden Projekte von 15 Freien Theatern gefördert. Weitere 252.000 Euro fließen in die Internationalen Tanztage Potsdam und das TANZPAKT-Projekt der fabrik Potsdam sowie in das Theaterfestival UNIDRAM Potsdam. Zudem fördert das Kulturministerium Freie Theater, die Kultur in die Fläche des Landes Brandenburg bringen, mit einem Sonderfonds in Höhe von 50.000 Euro. Anbei die Übersicht der diesjährigen Förderung für Freie Theater:

Jahresförderung:

  • Die 1990 gegründete fabrik Potsdam erhält 150.000 Euro. Weitere 156.000 Euro stehen im kommenden Jahr für die Internationalen Tanztage und das TANZPAKT-Projekt bereit. Die fabrik ist das einzige choreografische Tanzhaus in Brandenburg und gehört europaweit zu den wichtigsten Tanztheatern. Ihr Programm besteht aus drei Schwerpunkten: Auf der Bühne werden Aufführungen internationaler Tanzkompanien präsentiert, in den Studios werden Workshops sowie Kurse für Laien und Profis angeboten und im Rahmen von Kindertanzkursen und des Projekts ‘Tanz in Schulen‘ werden Kinder und Jugendliche an zeitgenössischen Tanz herangeführt. Höhepunkte des Programms sind jährlich stattfindende Festivals wie die ‘Potsdamer Tanztage‘ und ‘Made in Potsdam‘. > www.fabrikpotsdam.de
  • Das 1992 gegründete Wandertheater Ton und Kirschen aus Werder (Potsdam-Mittelmark) erhält 130.000 Euro. Die Wandertheatergruppe entwickelt eigene Produktionen. Die Proben und die Anfertigung von Bühnenbild, Requisiten, Kostümen, Masken und Marionetten finden im Ortsteil Glindow statt. Das neunköpfige Ensemble mit Mitgliedern aus Deutschland, England, Wales, Frankreich, Kolumbien und Mexiko führt seine Stücke in Brandenburg, aber auch deutschlandweit auf. > www.tonundkirschen.de
  • Das T-Werk Potsdam erhält 150.000 Euro. Es entstand 1997 als internationales Theater- und Theaterpädagogikzentrum und hat seit 15 Jahren eine eigene Spielstätte im Kunst- und Kultur-Quartier Schiffbauergasse. Es bietet ganzjährig ein vielseitiges Veranstaltungs- und Mitmach-Programm für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an. Neben Aufführungen eigener Produktionen kooperiert das T-Werk mit anderen freien Theatergruppen und Künstlern. Es organisiert neben weiteren Festivals auch das internationale Theater- und Performancefestival UNIDRAM. Dafür gibt es weitere 96.000 Euro. > www.t-werk.de
  • Das Theater des Lachens in Frankfurt (Oder) erhält 150.000 Euro. Das einzige professionelle Puppen- und Figurentheater Brandenburgs wurde 1992 gegründet und nennt sich seit 1996 ‘Theater des Lachens‘. Das Repertoire umfasst Inszenierungen für Familien, Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Ein Schwerpunkt der künstlerischen Arbeit liegt auf der Zusammenarbeit mit osteuropäischen Ensembles. > www.theaterdeslachens.de
  • Das theater 89 aus der Uckermark erhält 150.000 Euro. Es wurde 1989 abseits des Staatstheaterbetriebs der DDR gegründet, um einen Raum für unabhängige Inszenierungen zu schaffen. Es bringt Stücke selten gespielter, vergessener oder ins Abseits gedrängter Autoren auf die Bühne und hat sich der Entdeckung und Förderung neuer Dramatiker verpflichtet. Das theater 89 hat mit seinen Produktionen bereits mehrere Theaterpreise erhalten. Es ist als Wandertheater vorrangig in Brandenburg unterwegs. > www.theater89.de
  • Das 1999 gegründete Theater Poetenpack aus Potsdam erhält 70.000 Euro. Das Theaterensemble verbindet Sprechtheater und Musik miteinander, sein Repertoire reicht von komödiantischen Kammerspielen bis hin zum Improvisationstheater. Nach wechselnden Spielstätten in den vergangenen Jahren will das Theater im kommenden Jahr eine Kammerbühne in der Potsdamer Zimmerstraße etablieren. > www.theater-poetenpack.de
  • Das 2013 gestartete Kanaltheater Eberswalde (Barnim) erhält 70.000 Euro. Das Ensemble aus professionellen Schauspieler*innen und Laien entwickelt aus regionalen Themen Theaterproduktionen mit überregionaler Relevanz. Sie nutzen Theater-Facetten wie Tanz, Jahrmarkt und Trash-Theater, um in ihren Produktionen gesellschaftspolitische Themen aufzugreifen. > www.kanaltheater.de

Projektförderung:

  • Das 1998 gegründete Theater am Rand in Zollbrücke (Märkisch-Oderland) erhält als Deutschlands östlichstes Theater 45.000 Euro für das Projekt ‘Goldgrube‘. In dem Vorhaben erarbeiten die Theatermacher Tobias Morgenstern und Thomas Rühmann eine Operette im Charakter eines moralisierenden Lehrstücks. > www.theateramrand.de
  • Das 2012 gegründete Tanzensemble Laura Heinecke & Company aus Potsdam erhält 40.000 Euro für sein künstlerisch-wissenschaftliches Projekt ‘Schwingungen‘. Das Aufführungsformat setzt sich aus Vorträgen, künstlerischer Präsentation und moderiertem Gespräch zusammen. > www.lauraheinecke.blogspot.com
  • Die 2016 an den Start gegangene Bühne Wasserwerk Kulturstätte in Strausberg (Märkisch-Oderland) erhält 40.000 Euro für ihr Projekt ‘Robosapiens‘. Darin geht es um die Auseinandersetzung mit künstlicher Intelligenz und dem Verhältnis Mensch–Maschine, ausgehend von Karel Capeks Theaterstück ‘R.U.R.‘ von 1920. > www.wasserwerk-theater.com
  • Das 2017 aus der Taufe gehobene Wandertheater Traumschüff – Theater im Fluss aus Potsdam erhält für seine ‘Theater im Fluss‘-Tour 40.000 Euro. Die Tour findet von Juni bis September 2021 statt und greift konkrete Beispiele kultureller Teilhabe in unterschiedlichen Regionen auf. > www.traumschueff.de
  • Der Verein Kultur pflanzen aus Wahlsdorf (Teltow-Fläming) erhält 17.000 Euro für sein Projekt ‘Vom Werden und Wünschen‘. Das Stück richtet sich an ein junges Publikum und soll emotionale und visionäre Räume öffnen, in denen sich die Zuschauer*innen eigener Wünsche bewusstwerden und Utopien entwickeln können. > www.kulturbluetenfestival.de
  • Der 2017 aus der Lehnschulzenhofbühne Viesenentstandene Verein Theater.land erhält 15.000 Euro. Im Rahmen seines Projekts zeigt das Produktionskollektiv Miguel de Cervantes‘ ‘Don Quijote‘ in zeitgenössischer Bearbeitung als ‘theatrale Befragung‘ des Ortes an verschiedenen Plätzen der Burg Beeskow. > www.theater.land 
  • Der 1993 gegründete Förderverein Temnitzkirche erhält 30.000 Euro als Organisator des Theatersommers Netzeband. Dort wird im kommenden Jahr Frank Wedekinds ‘Frühlings Erwachen‘ als Melange aus Schauspiel, Musical und Show mit Beteiligung von Jugendlichen aufgeführt. > www.theatersommer-netzeband.de
  • Das Theater Weites Feld erhält 10.000 Euro für sein Projekt ‘Lehnin im Wandel der Zeit‘. Das Stück ist – in Zusammenarbeit mit dem Kloster Lehnin und dem Schulcampus Lehnin – aus Recherchen in Brandenburg und Gesprächen mit Menschen vor Ort entstanden. > www.theater-weites-feld.de
  • Das 2004 in Potsdam entstandene Theater Nadi erhält 15.000 Euro für die Entwicklung seines Stücks ‘Robinson Clown‘, in dem Fragen der Isolation, des sozialen Zusammenlebens, der Ungleichheit und des Umgangs mit der Umwelt thematisiert werden. > www.theater-nadi.de   
  • Das 2014 gegründete Künstler-Kollektiv Xenorama aus Potsdam erhält 15.000 Euro. Mit ihrem ‘Zeitbrückensymposium‘ auf dem Potsdamer Telegrafenberg stellt das Kollektiv eine Verbindung zwischen Wissenschaft und Kunst her. > www.xenorama.com
  • Das 2002 in Potsdam gegründete Musiktheaterensemble I Confidenti erhält 20.000 Euro. Mit seiner neuen Produktion plant das Ensemble Aufführungen, Workshops und ART-Performances aus dem Umfeld des barocken und klassischen Musiktheaters in Kirchen, Schulen, Sälen und Scheunen der Prignitz. > www.i-confidenti.de
  • Die Beelitzer Puppenspielerin Dorothee Carlserhält 7.000 Euro. Sie plant eine Inszenierung von ‘König Artus‘ als Figurentheater für ein junges Publikum ab zwölf Jahren. > www.dorothee-carls.de 
  • Die beiden Performance-Künstler*innen Maren Strack und Johan Lorbeer aus Birkenwerder (Oberhavel) erhalten 31.000 Euro. In ihrem Projekt ‘Frauen an den Herd – eine Bulthaup-Performance‘ erkunden die beiden Künstler*innen das Spannungsfeld von Mensch und Technik, Alltag und Absurdität. > www.maren-strack.de / www.johanlorbeer.com
  • Das Potsdamer Theaterkollektiv FRITZ AHOI!, gegründet 2015,erhält 15.000 Euro. Mit ihrem geplanten Projekt ‘Verschwört euch!‘ wollen sie ihr Publikum auf eine kulturhistorische Performance-Tour im städtischen und digitalen Raum schicken. > www.fritzahoi.de
  • Der 2018 in Cottbus gegründete Verein für zeitgenössischen Tanz ars momento erhält 30.000 Euro. In sein Kunst-Projekt ‘stay in contact without contact‘ hat er Erfahrungen und Meinungen der Cottbuser zur Corona-Krise einbezogen. > www.ars-momento-cottbus.de