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12.09.2019 Deutscher Bühnenverein gibt Nominierungen für den Theaterpreis DER FAUST 2019 bekannt

 

Im Staatstheater Kassel findet am Abend des 09. November 2019 die Verleihung des Deutschen Theaterpreises DER FAUST statt. Bei der Veranstaltung werden herausragende künstlerische Leistungen in acht Kategorien geehrt, sowie ein Preis für das Lebenswerk und ein Perspektivpreis verliehen. Die Nominierten bilden auch in diesem Jahr das Spektrum der deutschen Theaterlandschaft ab.

Roberto Ciulli wird in diesem Jahr mit dem Preis für das Lebenswerk ausgezeichnet. Mit Ciulli ehren die Veranstalter einen Theatermacher, der laut Jury wie kein anderer für eine offene und diverse Gesellschaft steht. „Seit fast vierzig Jahren schafft es Roberto Ciulli am Theater an der Ruhr in Mülheim – als Leiter, Regisseur und Schauspieler – sich immer weiter zu entwickeln, mit Humor, Menschenkenntnis, Ernst und Liebe. Italienische Commedia und Clownerie verbinden sich in seinem Schaffen mit großen europäischen Stoffen und der Sympathie für Schwache und Unterdrückte“, so die Jurybegründung.

Zum zweiten Mal nach 2008 wird die Schauspielerin und Sängerin Wiebke Puls mit einer von ihr entwickelten, szenischen Gesamtinszenierung den Deutschen Theaterpreis DER FAUST moderieren. „Seit dem Mauerfall vor dreißig Jahren beleben mehr und mehr Grenzgängerinnen und Grenzgänger die deutsche Theaterlandschaft und erweitern unseren kulturellen und ästhetischen Horizont mit unverstellten Perspektiven. Ich freue mich darauf, diese reiche Vielfalt und ihre Protagonisten an so einem historischen Datum in Kassel zu feiern“, sagt Wiebke Puls.

Die Nominierten 2019 sind:

Choreografie

  • Edward Clug für „Patterns in ¾“, im Rahmen des Ballettabends „Aufbruch“, Stuttgarter Ballett (Koproduktion mit dem Deutschen Nationaltheater Weimar)
  • Anne Teresa de Keersmaeker für „Die sechs Brandenburgischen Konzerte“, Volksbühne Berlin (Koproduktion: B’Rock Orchestra, Volksbühne (Berlin), La Monnaie / De Munt (Brüssel), Opéra de Lille, Opéra National de Paris, Sadler’s Wells (London), Les Théâtres de la Ville de Luxembourg, Concertgebouw (Brügge), Hollandfestival (Amsterdam), Festival de Marseille)
  • Erna Ómarsdóttir / Halla Ólafsdóttir für „Romeo und Julia“, Staatstheater am Gärtnerplatz München

Darstellerin / Darsteller Tanz

  • Marlúcia do Amaral für „Schwanensee“, Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg
  • Rosario Guerra für „Infant Spirit“, Theaterhaus Stuttgart
  • Douglas Letheren für „Bon Voyage, Bob“, Tanztheater Wuppertal Pina Bausch (Koproduktion mit dem Théâtre de la Ville Paris / Chaillot-Théâtre national de la Danse, Paris; Sadler's Well, London; Norwegian National Ballet, Oslo)

Regie Kinder- und Jugendtheater

  • Anselm Dalferth für „Nils Karlsson Däumling“, Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg (Kooperation der Deutschen Oper am Rhein mit dem Theater Dortmund und dem Theater Bonn im Rahmen von „Junge Opern Rhein-Ruhr“)
  • Birgit Freitag für „Für Vier“, Junges Theater Bremen
  • Nis Søgaard für „Ich bin Kain“, Theater Junge Generation Dresden

Bühne / Kostüm

  • Wolfgang Menardi, Bühne, für „#Genesis“, Münchner Kammerspiele
  • Carolin Mittler, Bühne/Kostüme, für „Diese Mauer fasst sich selbst zusammen und der Stern hat gesprochen, der Stern hat auch was gesagt“, Hessisches Landestheater Marburg
  • Étienne Pluss, Bühne, für „Violetter Schnee“, Staatsoper Unter den Linden Berlin

Regie Schauspiel

  • Kathrin Mädler für „Margarete Maultasch“, Landestheater Schwaben
  • Jan Neumann für „Wilhelm Tell“, Deutsches Nationaltheater Weimar
  • Helge Schmidt für „Cum-Ex-Papers“, Lichthof Theater Hamburg

Darstellerin / Darsteller Schauspiel

  • Maja Beckmann für „Dionysos Stadt“, Münchner Kammerspiele
  • Jochen Busse als Anton für „Komplexe Väter“; eine Produktion des Theaters an der Kö, Düsseldorf, mit Uraufführung in der Komödie Winterhuder Fährhaus, Hamburg
  • Katherina Sattler als Hazal für „Ellbogen“, Junges Schauspielhaus Hamburg

Regie Musiktheater

  • Kay Kuntze für „Die Passagierin“, Theater Altenburg Gera
  • Marie-Eve Signeyrole für „La Damnation de Faust“, Staatsoper Hannover
  • Elisabeth Stöppler für „Götterdämmerung“, Theater Chemnitz

Sängerdarstellerin / Sängerdarsteller Musiktheater

  • Olesya Golovneva als Rusalka für „Rusalka“, Oper Köln
  • Johannes Martin Kränzle als Šiškov für „Aus einem Totenhaus“, Oper Frankfurt
  • Anna Princeva als Elsa für „Lohengrin“, Theater Bonn

Die Gewinnerinnen und Gewinner in den einzelnen Kategorien werden am Verleihungsabend verkündet.

Der Preisträger für das Lebenswerk

Roberto Ciulli wurde 1934 in Mailand geboren. Er schloss sein Studium der Philosophie an den Universitäten von Mailand und Pavia mit einer Promotion über Hegel ab. Mit 26 Jahren gründete er in einem Mailänder Randbezirk das Zelttheater Il Globo. Seine Theaterarbeit in Deutschland begann er am Deutschen Theater in Göttingen, wo er von 1965 bis 1972 zunächst als Regieassistent, dann als Regisseur arbeitete. Er inszenierte in Berlin und Düsseldorf und war von 1972 bis 1979 Schauspieldirektor am Schauspiel Köln. 1980 gründete er zusammen mit dem Dramaturgen Helmut Schäfer (und dem Bühnenbildner Gralf-Edzard Habben) das Mülheimer Theater an der Ruhr.

Schon lange hat sich das Theater der internationalen Kulturarbeit verpflichtet. Es sucht und fördert die multikulturelle Begegnung, gastiert regelmäßig im Ausland und holt ausländische Theaterensembles nach Mülheim an der Ruhr. Für sein politisches und interkulturelles Engagement wurde Ciulli mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Die Jury

Über die Preisträgerinnen und Preisträger entscheidet eine fünfköpfige Jury, die von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste benannt wurde. Die Jury setzt sich zusammen aus folgenden Akademiemitgliedern: Jürgen Flügge (Dozent für Theatergeschichte an der Theaterakademie Mannheim sowie Leiter und Regisseur am Hoftheater Tromm); Prof. Regina Guhl (Professorin für Schauspiel und Dramaturgie an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover); Peter Michalzik (Journalist und Literaturkritiker); Barbara Mundel (Regisseurin und Dramaturgin); Sylvana Seddig (Tänzerin, Choreografin und Schauspielerin).

Der Deutsche Theaterpreis DER FAUST 2019 wird veranstaltet und gefördert durch das Hessische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, die Stadt Kassel, die Kulturstiftung der Länder, die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste und den Deutschen Bühnenverein. Weitere Kooperationspartner sind 2019 die Kasseler Sparkasse und der Deutsche Bühnenverein Landesverband Mitte.

Veranstaltungspartner 2019 ist das Staatstheater Kassel, Medienpartner sind 3sat und Die Deutsche Bühne.

Quelle: http://www.buehnenverein.de