Komponierende Frauen im 19. Jahrhundert waren eine Ausnahme. Dass Clara Schumann sogar mehr als 20 ihrer Werke in Druckausgaben bei renommierten Verlagen vorlegte, ist umso ungewöhnlicher. In einer Sonderausstellung präsentiert das Robert-Schumann-Haus Zwickau Clara Schumanns Kompositionen in Originalhandschriften und -ausgaben mitsamt den zugehörigen Entstehungsdokumenten. Alle Exponate gehören zum reichhaltigen Archivbestand des Museums.

Aus dem Nachlass Friedrich Wiecks kamen die Originalausgaben der frühen Klavierwerke seiner Tochter ins Zwickauer Schumann-Museum, beim Ankauf des Schumann-Nachlasses durch die Stadt Zwickau 1925 wurden auch zahlreiche Notenhandschriften Clara Schumanns erworben. Erst 1971 konnte die Partiturhandschrift von Clara Schumanns vielleicht bedeutendstem Werk, ihrem Klaviertrio op. 17, aus dem Nachlass einer Schülerin für das Robert-Schumann-Haus erworben werden. Erstmals zu sehen sind Neuerwerbungen von Originalausgaben einzelner Klavierstücke Clara Schumanns aus den Jahren 1885 und 1892. Die Musikalien werden ergänzt durch eigenhändige Briefe und Tagebuchdokumente zur Entstehung sowie Programmzettel und Besprechungen in zeitgenössischen Musikzeitschriften.

Die Ausstellung, die bis 31. März zu sehen ist, wird am Sonntag, 13. Januar, um 16 Uhr eröffnet, der Eintritt zur Vernissage ist frei. Im Anschluss findet ab 17 Uhr ein Konzert statt, bei dem auch Clara Schumanns Violinromanzen erklingen.

"Clara Schumann als Komponistin“ ist die erste der Sonderausstellungen des Robert-Schumann-Hauses, mit denen in diesem Jahr unterschiedliche Aspekte des Lebens und Schaffens von Clara Schumann beleuchtet werden. Aus Anlass ihres 200. Geburtstages folgen bis einschließlich Dezember noch "Clara Schumann und ihre Kinder“, "Clara en tour ‑ Konzertauftritte und -reisen“ sowie "Clara Schumann und die Familie Wieck“

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