Das sächsische Musikökosystem generierte im Jahr 2019 einen Umsatz von 544,3 Mio. Euro und beschäftigte 11.398 Personen. Das hat der sächsische Auszug der gesamtdeutschen Studie »Der Wert von Musik: Ökonomische Wirkungsanalyse des Musikökosystems« ermittelt, die ab sofort öffentlich verfügbar ist. Aus dem Umsatz ergibt sich eine Bruttowertschöpfung in Höhe von 299 Mio. Euro im Jahr 2019, mit deutlichen Zuwächsen im Vergleich zu den Vorjahren. Hinzu kommen für 2019 eine Bruttowertschöpfung von 872 Mio. Euro und 9.022 Erwerbstätige, die das Musikökosystem im Freistaat durch indirekte und induzierte Effekte ausgelöst hat.

»Wir sollten keinesfalls die ökonomischen Faktoren unterschätzen, wenn über den ›Wert der Musik‹ gesprochen wird. Das hat der sächsische Auszug der ökonomischen Wirkungsanalyse noch einmal unterstrichen. Die Ergebnisse zeigen, dass die sächsische Musikwirtschaft die Lebensgrundlage zahlreicher Personen im Freistaat aus unterschiedlichen Branchen bildet. Aber auch aus touristischer Sicht ist ein breites musikkulturelles Angebot von großer Bedeutung. Das zeigen unter anderem die Silbermann-Orgeln, die Semperoper oder die barocken Musikfeste, die Gäste aus aller Welt begeistern«, betont Kulturministerin Barbara Klepsch.

Ziel der gesamtdeutschen Studie ist es, den ökonomischen Wert von Musik in unterschiedlichen Regionen zu berechnen und vergleichbare Daten zu erstellen. Der sächsische Auszug geht dabei auf die spezifischen Charakteristika des Musikökosystems im Freistaat ein. In diesem Rahmen wurden Handlungsfelder entwickelt, die Unterstützung für fachliche Konzeptionen geben sollen und die zukünftige Schwerpunktsetzung für die Branche widerspiegeln. Das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus hat die Ausarbeitung des sächsischen Auszugs der Studie mit rund 12.000 Euro gefördert.

Der sächsische Auszug der Studie ist verfügbar unter:
https://www.bit.ly/musikstudie-sachsen-2021

Der Landesverband der Kultur- und Kreativwirtschaft Sachsen e. V. wird den sächsischen Auszug am 23.10.2021 im UT Connewitz in Leipzig öffentlich präsentieren. Die Vorstellung erfolgt im Rahmen des Netzwerktreffens Musikwirtschaft von KREATIVES SACHSEN, einem Projekt des Landesverbandes.

Mehr Informationen zur Veranstaltung sind unter https://www.kreatives-sachsen.de/2021/10/15/kreatives-sachsen-trifft-mewem/ zu finden.

Für die gesamtdeutsche Studie »Der Wert von Musik: Ökonomische Wirkungsanalyse des Musikökosystems« haben sich die bundesdeutschen Städte Augsburg, Bremen, Köln, München, Region Hannover, Region Stuttgart und die Länder Bayern, Sachsen und Sachsen-Anhalt zusammengeschlossen. Die Studie ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Initiative Musik gGmbH und dem Musikzentrum Hannover gGmbH. Mit der Studiendurchführung wurde Sound Diplomacy beauftragt. Die gesamtdeutsche Studie wurde bereits am 29.07.2021 veröffentlicht und ist verfügbar unter: https://www.sounddiplomacy.com/oekonomische-wirkungsanalyse

Ergebnisse des sächsischen Auszugs der Studie »Der Wert von Musik: Ökonomische Wirkungsanalyse des Musikökosystems«:

Im sächsischen Auszug wurden insbesondere die Teilbereiche der Musikwirtschaft Kreative, Veranstaltungen und Spielstätten, Musikaufnahmen und Musikverlage, Musikschulen, Musikinstrumente, Hörfunk und Audiogeräte sowie Lautsprecher betrachtet.

Die Ergebnisse der Studie unterstreichen die ökonomische Bedeutung des Musikökosystems in Sachsen. So sind in nahezu allen betrachteten Teilbereichen deutlich zweistellige Zuwächse bei der Bruttowertschöpfung verzeichnen. Knapp ein Prozent der Erwerbstätigen in Sachsen arbeitet im Kernbereich der Musikökosystems, womit der Anteil etwas höher als im Vergleichsland Bayern und deutlich höher als in Sachsen-Anhalt liegt.

In seinen Handlungsempfehlungen spricht der sächsische Auszug unter anderem Empfehlungen für die Schaffung verbindlicher Honoraruntergrenzen für eine stabilere Einkommenssituation für Musikerinnen, Musiker und Musikunterrichtende aus, oder der Entwicklung innovativer musiktouristischer Angebote für ein junges Publikum.

Kultur- und Kreativschaffenden werden eine positive Gestaltungskraft in strukturellen Wandlungsprozessen zugeschrieben. Dementsprechend könne dem sächsischen Musikökosystem in Hinblick auf den Strukturwandel im Freistaat eine besondere Rolle zukommen. Als zukunftsorientiertes Handlungsfeld (»Zukunftsfeld«) empfiehlt die Studie das bereits organisch gewachsene, selbstorganisierte Musikökosystem in Sachsen strukturell und nachhaltig zu stärken.

Die Studie betont weiterhin zwei Prämissen im Rahmen der Handlungsempfehlungen: Musik ist als Kulturgut, künstlerischer Ausdruck von Identität, Vielfalt und Entwicklung der Gesellschaft zu verstehen. Daher dürfe zum einen die ökonomische Bewertung musikalischen Schaffens deren ideellen Wert nicht überdecken. Zum anderen verweist der Begriff des Musikökosystems auf die weit verzweigten Wechselwirkungen zwischen den Bereichen der Musikwirtschaft und dem musikkulturellen Angebot. Folglich müsse das Instrument der Musikförderung die Bedarfe und Beziehungen der verschiedenen Akteursgruppen integrieren.

Die Studie verweist weiterhin auf die vielfältigen Interessenvertretungen, die sich mittlerweile in der sächsischen Musikszene formiert haben und der Politik und Verwaltung als kompetente Partnerinnen zur Verfügung stehen.