Auf dem Weg hin zum großen Komponistenjubiläum 2022 sind die Themenwochenenden „Vom Leben – Über Leben rund um den 349. Todestag von Heinrich Schütz vielfältig klingende Stationen an authentischen Schütz-Orten in Thüringen und Sachsen-Anhalt. Die Musik des Sagittarius und seiner Zeitgenossen kündet vom Leben, vom Überleben, von Trost, Hoffnung, Zuversicht und Lebensfreude. 

Vom 5. bis 7. November 2021 laden an den zentralen Schütz-Orten Mitteldeutschlands zwei Themenfestivals unter dem Motto „Vom Leben – Über Leben“ ein, sich dem Leben und Werk des Komponisten Heinrich Schütz (1585–1672) und besonderen Zeugnissen der Musikkultur seiner Zeit erneut und auf besondere Weise zu nähern. Verknüpft mit dem „Wochenende der Barockmusik“ im Heinrich-Schütz-Haus Bad Köstritz und als (coronabedingt verspäteter, nun aber glücklicherweise doch realisierbarer) Beitrag zum „Musikland Thüringen 2020“ wie als Auftakt zum „Musikland Sachsen-Anhalt 2022“ in Weißenfels und Zeitz stehen an drei Tagen zahlreiche Konzerte, Workshops, eine 3D Audio-Dome-Klanginstallation sowie gleichermaßen fundierte wie unterhaltsame Konzerteinführungen auf dem Programm.

In exemplarischen Konzerten mit führenden Interpreten aus Mitteldeutschland und international renommierten Gästen sowie einer innovativen 3D Audio Dome-Klanginstallation und Orchestronik-Neukomposition von Fabian Russ werden während dieses künstlerisch reichhaltigen Wochenendes rund um Schütz’ 349. Todestag am 6. November 2021 in besonderer musikalischer, kulturgeschichtlicher und intermedialer Weise das epochemachende Werk des Sagittarius und dessen Wirkung und Bedeutung im 21. Jahrhundert gewürdigt.

Eröffnet wird das Themenwochenende am 5. November mit einer aufsehenerregenden Klanginstallation im Franziskanerkloster Zeitz. Ganz im Sinne einer „Raummusik” von Heinrich Schütz setzt sich einer der innovativsten Klangkünstler unserer Tage, der Orchestronik-Komponist Fabian Russ, mit den epochalen Passions-Vertonungen, die Schütz in Weißenfels schuf, auseinander. Russ taucht ein in das komplexe Werk, gestaltet einen bewegenden Dialog mit der Originalkomposition, spürt den vielschichtigen Verschränkungen nach und kreiert einen neuen Klangraum. Samples aus der Johannes-Passion werden extrahiert, neu kombiniert und mit den Originalaufnahmen verwoben. Moderne Kompositionsmittel und innovative digitale Kommunikationswege treffen auf Musik des 17. Jahrhunderts. Der erzeugte 3D Audio-Klang ermöglicht ein einzigartiges räumliches Erlebnis. Durch den halbkugelförmigen Klangdom mit seinen 32 Lautsprechern wird dieses vollkommene Eintauchen in alle klanglichen Facetten zu einer gänzlich neuartigen Hörerfahrung.

Wenn dann an den drei Abenden das Ensemble Polyharmonique in Zeitz, die Hamburger Ratsmusik und Hille Perl & Friends in Weißenfels, das Johann Rosenmüller Ensemble und Cantus Thuringia & Capella in Gera sowie die Batzdorfer Hofkapelle in Bad Köstritz aufspielen, so ist wahrlich ein glanzvoller frühbarocker musikalischer Kosmos zu erleben – mit Werken von Heinrich Schütz, Johann Kaspar Kerll, Tobias Michael, Andreas Hammerschmidt, Melchior Franck, Christoph Bernhard, Michael Praetorius, Johann Rosenmüller, Johann Walther, Matthias Weckmann u. v. a. m.
Immer geht es um die großen – uns auch heute immens bewegenden – Lebensthemen: Freude, Trauer, Trost, Hoffnung, Leid, Geburt, Tod, Zuversicht, Wut, Gewalt und Friedenssehnsucht, Fürbitte und die Sorge im täglichen Leben, die ihre meisterhafte und raffinierte kompositorische Ausdeutung finden.

Verbunden ist dieser Konzertreigen mit Erläuterung, Erkundung, Weiterbildung und Reflexion. Jeweils eine Stunde vor Konzertbeginn blicken renommierte Kultur- und Musikwissenschaftler:innen auf zentrale Aspekte des Wochenendes. 
Vom 5. bis 7. November 2021 findet in Bad Köstritz das „Wochenende der Barockmusik“ statt. Alljährlich widmen sich das Heinrich-Schütz-Haus Bad Köstritz und die Schütz-Akademie e.V. einem besonderen Aspekt der Musikgeschichte des Barock – in einer Mischung von Theorie und Praxis, von Geschichte und Konzert. Dozentin ist seit über 20 Jahren Prof. Dr. Silke Leopold, emeritierte Lehrstuhlinhaberin für Musikwissenschaft in Heidelberg und Vorsitzende der Schütz-Akademie e.V. In ihrer unnachahmlichen Art lässt sie „Alte Musik“ und „Alte Zeit“ lebendig werden und holt beides in „unser Heute“. Querverweise auf Kunstgeschichte, Alltagskultur und Zeitgeschichte sind dabei ganz selbstverständlich.
In Zeitz lädt das Museum Schloss Moritzburg zu seiner Sonderausstellung „Zitronen für Zeitz“ zum Festjahr SCHÜTZ22 anlässlich des 350. Todestages des Komponisten ein.

Diese außergewöhnlichen Programme wurden ermöglicht durch einen großartigen Verbund aller beteiligten Künstler:innen, Unterstützer:innen, Partner:innen und Freunde – und nicht zuletzt dank der Unterstützung und Partnerschaft der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Sparkasse Burgenlandkreis, Lotto-Toto Sachsen-Anhalt, der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt und der Nord/LB Kulturstiftung sowie weiterer Förder- und Unterstützerinstitutionen.

Alle Termine, Orte, Informationen und Downloads: www.schütz22.de