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03.11.2020 Weimarer Musikwissenschaft tagt online zu Musik im nationalsozialistischen Thüringen

 

Neueste Erkenntnisse über die Lebensumstände „Verfolgter Musiker im nationalsozialistischen Thüringen“ werden am Donnerstag, 12. und am Freitag, 13. November präsentiert und diskutiert. International etablierte sowie auch jüngere Forscherinnen und Forscher aus ganz Deutschland nehmen an der wissenschaftlichen Tagung des Instituts für Musikwissenschaft Weimar-Jena teil. Pandemiebedingt findet die Tagung jetzt online statt: Alle Interessierten werden um eine Voranmeldung unter der E-Mail maria.stolarzewicz@hfm-weimar.de gebeten.

Die Tagung „Verfolgte Musiker im nationalsozialistischen Thüringen. Eine Spurensuche II“ bildet einen Teil des gleichnamigen Forschungsprojektes, das bereits seit 2019 an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar läuft und sich mit Musikerinnen und Musikern befasst, die in der Zeit des Nationalsozialismus ausgegrenzt, verfolgt, zum Exil gezwungen oder ermordet wurden. In der ersten Phase entstand ein Überblick, der vor allem jüdische Komponisten, Sänger und Instrumentalisten sowie privat wirkende Musiklehrer darstellt. Die offen gebliebenen Fragen versuchen nun die Referentinnen und Referenten in der zweiten Projektphase zu beantworten.

So wird u.a. Dr. Bernhard Post über eine erste wissenschaftliche Auswertung des Nachlasses der Familie von Jenny Fleischer-Alt (1863-1942) berichten. Über das tragische Schicksal der Großherzoglichen Kammersängerin gibt es bereits zahlreiche Publikationen. Die unbestrittenen Verdienste in Kultur und Wissenschaft der Familie ihres Mannes, Fritz Fleischer (1861-1938), blieben aber einer größeren Öffentlichkeit bislang verborgen.

Die Tagung versammelt außerdem weitere besondere Gäste und Beiträge. So geht u.a. Prof. Dr. Beatrix Borchard in ihrem Referat dem Akkulturationsprozess der Juden in der instrumentalen Musik auf die Spur, Dr. Albrecht Dümling untersucht die Weimarer Wurzeln der Ausstellung „Entartete Musik“ und Dr. Carsten Liesenberg betrachtet Lebenswege ausgewählter jüdischen Kantoren in Thüringen. Der Historiker und Schriftsteller Wolfgang Herzberg stellt zudem das Leben seiner Tante, der mit Gera und Erfurt verbundenen Sängerin und Holocaustüberlebenden Florence Singewald (1896 -1992) dar.

Prof. Dr. Jascha Nemtsov wird in seinem Referat Einblicke in das Leben und Werk des in Greiz geborenen Komponisten Hans Heller (1898-1969) geben, während Dr. des. Carolin Schäfer das Schicksal der jüdischen Musikerin Alma Leser-Heinrich (1892 -?)  und ihrer Familie näher betrachtet. Dr. Inna Klause und Christine Oeser M.A werden sich mit der Musikausübung im Konzentrationslager Buchenwald auseinandersetzen. Schließlich erörtert noch Prof. Dr. Jens-Christian Wagner, der Nachfolger von Volkhard Knigge, sein Leitungskonzept der Thüringer Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora.

Mit Fragen des Antisemitismus während der Weimarer Republik befasst sich im Rahmen eines Festvortrags der ehemalige Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung der TU Berlin und international anerkannte Forscher der Zeit des Nationalsozialismus, Prof. Dr. Wolfgang Benz. Sein Vortrag am Freitag 13. November um 17:30 Uhr im Festsaal Fürstenhaus wird live gestreamt unter www.hfm-weimar.de

Ebenfalls live gestreamt wird das ursprünglich als öffentliche Veranstaltung geplante Gesprächskonzert am 13. November um 20:00 Uhr im Festsaal Fürstenhaus. Zu erleben ist ein Duo mit der renommierten israelischen Sängerin Tehila Nini Goldstein und Pianist Jascha Nemtsov.

Die Vorbereitung und Durchführung der Tagung ermöglicht die Thüringer Staatskanzlei und die Deutsche Bank Stiftung. Die Tagung bildet eine Veranstaltung im Rahmen des Themenjahres „Neun Jahrhunderte jüdisches Leben in Thüringen“.

Quelle: https://www.hfm-weimar.de

 
 

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