Mit großer Betroffenheit hat der Deutsche Musikrat vom Tod seines Ehrenpräsidenten Prof. Dr. Richard Jakoby erfahren. Der Musikwissenschaftler, -pädagoge, Musiker und Gründungspräsident der Hochschule für Musik und Theater Hannover engagierte sich herausragend für die Ausbildung junger Musikerinnen und Musiker und trug wesentlich zu inhaltlichen und strukturellen Reformen im Bereich der musikalischen Bildung und Ausbildung in Deutschland bei. Die aktive Mitgestaltung und Förderung des Musiklebens in Deutschland wurde zu seinem Lebenswerk. Am Sonntag, 09. Juli 2017 starb er nach langer Krankheit im Alter von 88 Jahren.

Hierzu Prof. Martin Maria Krüger, Präsident des Deutschen Musikrates: "Mit Richard Jakoby verlieren wir einen herausragenden Musikpädagogen und eine bedeutende Persönlichkeit des deutschen Musiklebens. Als Ehrenpräsident und Präsident, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Musikerziehung und Musikpflege sowie als Leiter der Verbindungsstelle für Internationale Beziehungen setzte er sich beispiellos für die Arbeit des Deutschen Musikrates ein. Sein vielfältiges Engagement trug sowohl dazu bei, die Wahrnehmung und Wertschätzung des Musiklebens in Deutschland auf allen politischen Ebenen als auch die internationale Vernetzung von Musikerinnen und Musikern zu fördern und mitzugestalten. Stets mit dem nötigen Gespür für das Machbare, trat er erfolgreich für bürgerschaftliche Mitverantwortung ein. Der Deutsche Musikrat wird Richard Jakoby ein ehrendes Andenken bewahren.“

Nach dem Studium der Musikwissenschaft, Musikpädagogik, Romanischen Philologie, Philosophie und Psychologie an der Johannes-Gutenberg Universität Mainz wurde Prof. Dr. Richard Jakoby 1962 Abteilungsleiter des Hochschulinstituts – heute Fachbereich der Universität Mainz. Daneben leitete er die Mainzer Musikschule und übernahm 1964 kommissarisch die Direktion des Peter-Cornelius-Konservatoriums Mainz. Im selben Jahr folgte er einem Ruf als Professor für Musikwissenschaft und Musikpädagogik und Leiter der Abteilung Musikpädagogik an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. 1968 wurde er dort zum Direktor und 1979 zum Präsidenten gewählt. Bis zu seiner Pensionierung 1993 leitete er die Hochschule für Musik und Theater Hannover.

Darüber hinaus engagierte sich Jakoby auch als Mitglied des Goethe-Institutes, der Deutschen Stiftung Musikleben, der Deutschen Phono-Akademie, des Internationalen Institutes für Vergleichende Musikstudien und Dokumentation, der Kulturstiftung der Länder sowie über zwei Jahrzehnte als Sprecher der Kunst- und Musikhochschulen in der Westdeutschen Rektorenkonferenz. Er war Mitglied im Präsidium der International Society for Music Education (ISME), des International Music Coucils (IMC) sowie Président du Comité Consultatif de la Musique auprès des Communautés Européennes.

Jakoby war als Musik- und Theaterkritiker für mehrere Zeitungen und Zeitschriften sowie als freier Mitarbeiter beim Süddeutschen und Westdeutschen Rundfunk tätig. Er veröffentlichte zahlreiche musikwissenschaftliche, musikpädagogische und kulturpolitische Arbeiten und war u.a. Herausgeber der "Schriftenreihe zur Musikpädagogik“ und der "Kursmodelle Musik“ sowie Mitherausgeber der Zeitschriften "Musik und Bildung“, "Üben und Musizieren“ und des "Musikalmanach – Musikleben in der Bundesrepublik Deutschland“.

Für sein herausragendes Engagement wurde Jakoby u.a. mit dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, der Ehrenplakette der Landeshauptstadt Hannover sowie mit der Ehrenbürgerschaft der Hochschule für Musik und Theater Hannover ausgezeichnet.

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