Engagierte in Flüchtlingsprojekten trafen sich bei den Workshops "Freies Musizieren mit Kindern und Jugendlichen“ und "Ressourcen im Blick. Kraftraum Musik“ im September in Bochum und Köln.

Unter der Leitung von Oliver Schöndube, der selbst als Musiktherapeut mit Flüchtlingskindern in Osnabrück tätig ist, trafen sich am 23. September zwölf Interessierte. Verschiedene Übungen zum freien Musizieren mit Kindern und Jugendlichen wurden ausprobiert und reflektiert. Oliver Schöndube gab den Teilnehmern vielfältige Anregungen mit auf den Weg. Neben Musiklehrern, Theaterpädagoginnen, freiberuflichen Musikern und Projektleitern nahmen an dem Workshop auch zwei Flüchtlinge aus dem Iran und Syrien teil. Grundlage von Schöndubes Arbeit ist ein offener Musikbegriff, der die Rahmenbedingungen schafft, alle Teilnehmer voraussetzungslos in das musikalische Geschehen einzubeziehen. Dies wurde auch praktisch anhand verschiedener Spiele erprobt. Dabei merkten die Teilnehmer schnell, wie mit sehr einfachen Mitteln eine Gruppe zur gemeinsamen musikalischen Interaktion gebracht werden kann. Die verschiedenen musikalischen Praxisübungen machten dabei nicht nur Spaß, sondern beinhalteten auch Methodiken zur sozialen Inklusion, zur Regulation von Affekten und zum Verarbeiten von traumatischen Erlebnissen. Zudem wurde der Blick auf den vielfältigen Einsatz von Musik beim Spracherwerb gerichtet. Der Tagesworkshop gab den Teilnehmern auf diese Weise eine Menge Impulse für ihre Arbeit.

Der kostenlose Workshop findet ein zweites Mal am 14.10.2017 in der Carl Stamitz Musikschule in Köln-Porz statt. Information und Anmeldung: https://www.landesmusikakademie-nrw.de/kursangebot

Die Musiktherapeutin Dr. Heike Plitt zeigte in ihrem Workshop zum Thema "Ressourcen im Blick. Kraftraum Musik“ Ehrenamtlichen und Aktiven in musikalischen Projekten Methoden und Techniken, wie sie aus ihren persönlichen Motivations- und Kraftquellen schöpfen können. Musikalische Projekte und Prozesse mit heterogenen Gruppen können sehr anstrengend und ressourcenraubend sein. Hierfür zeigte Heike Plitt musikalische Wege, wie der eigene Kräftehaushalt wiederhergestellt werden kann. Neben dem intensiven Erfahrungsaustausch der Teilnehmer über emotionale Erfahrungen bei der Arbeit mit geflüchteten und Kindern und Jugendlichen wurde dabei theoretischer Input mit praktischem Musizieren kombiniert. So gelang es den Teilnehmern nicht nur sich zu öffnen und neues Wissen über Bewältigungsstrategien und die menschliche Psyche zu erfahren, sondern auch sich mit Hilfe der Musik der eigenen Stärken bewusst zu werden.

Der kostenlose Workshop wird am 21.10.2017 in der Musikschule Bochum von 10-14 Uhr wiederholt. Information und Anmeldung: https://www.landesmusikakademie-nrw.de/kursangebot/

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