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06.12.2017 Turbulenzen - Festival für aktuelle interkulturelle Musik startet

 

Kulturen der Welt rücken näher zusammen und vermischen sich - alte Strukturen werden aufgebrochen, Unbekanntes mit Bekanntem kombiniert, Neues geschaffen. Wie befruchtend und spannend diese globalen Entwicklungen für die Musik sein können, zeigt das Festival "Turbulenzen" im RADIALSYSTEM V. An drei Tagen präsentiert es die facettenreiche Arbeit von fünf Ensembles, die sich der Verschmelzung und Kombination von europäischen und asiatischen Klangstrukturen verschrieben haben. Das Omnibus Ensemble (Usbekistan), The Six Tones (Vietnam/Schweden) und das Ensemble Reconsil (Österreich), das Ensemble Extrakte (Berlin) und das gastgebende AsianArt Ensemble (Berlin) wirbeln die vielfältigen Musikkulturen und Traditionen durcheinander - und sorgen für Turbulenzen im besten Sinne. In vier Einzelkonzerten, in denen ihre bisherige Arbeit und speziell für das Festival entwickelte Auftragskompositionen vorgestellt werden, geben sie einen Überblick über ihre Beschäftigung mit unterschiedlichen Musikkulturen.

Begleitende Konzerteinführungen und das Symposium "Turbulenzen - Neue Wurzeln für Neue Musik" unter der Leitung von Prof. Sandeep Bhagwati bieten weiterführende Einblicke in das Thema der Interkulturalität in der Musik. Das englischsprachige Symposium hinterfragt kritisch den Eurozentrismus der Neuen Musik des 20. Jahrhunderts und lenkt den Fokus auf Konversationen zwischen verschiedensten Traditionen und Logiken sowie die vielfältigen Wurzeln, denen Neue Musik entspringen kann. Der Abschluss des Festivals ist zugleich der Beginn von etwas Neuem: die Gründung einer interkulturellen Großformation, zusammengestellt aus Mitgliedern aller beteiligten Ensembles. Mit ca. 20 Musikern und einem Instrumentarium aus China, Japan, Korea, Usbekistan, Europa und Vietnam bringt das neugegründete Ensemble EAPOS - EurAsian Pool Of Sound zum Festivalfinale Auftragskompositionen namhafter
Komponisten zur Uraufführung und legt damit den Grundstein für eine Weiterentwicklung dieser speziellen, kulturübergreifenden Musik. Es wird turbulent!

The Six Tones ist in der Kernbesetzung ein Trio, bestehend aus den Instrumenten Dan Tranh (vietnamesische Wölbbrettzither), Dan Bao (vietnamesisches Monochord) und Gitarre sowie diversen anderen Zupfinstrumenten. Das Ensemble integriert Video und Live-Elektronik in ihren multimedialen Projekten, welche die Grenzen von Film, Musik, Tanz und Theater zerfließen lassen. In Zusammenarbeit mit dem österreichischen Ensemble Reconsil unter der Leitung von Dirigent Roland Freisitzer wird beim Festival im RADIALSYSTEM V das Stück "Arrival Cities: Hanoi" des Komponisten Kent Olofsson zur Aufführung gebracht.

Das 2004 gegründete Omnibus Ensemble mit usbekischen und europäischen Instrumenten ist die einzige Formation in Zentralasien, die sich auf professioneller Ebene der Neuen Musik widmet und in über 150 Konzerten zahlreiche einzigartige Werke ins Leben gerufen hat. In dem "Omnibus Laboratorium" werden in Zusammenarbeit mit Komponisten neue Werke erprobt und experimentiert.

Das Berliner Ensemble Extrakte besteht aus zehn Musikerinnen und Musikern aus China, Deutschland, Indien, Korea, Bulgarien, Syrien und den USA. Das Ensemble verkörpert ein neuartiges Ensemblekonzept: Ausgehend von der Einsicht, dass wir in einer post-exotischen Zeit leben, in der sich musikalische Traditionen quer zu allen geographischen, ethnischen und ideologischen Ordnungen der Welt ausgebreitet haben, wollen die musikalischen Kosmopoliten des Ensemble Extrakte sowohl ihnen vertraute, wie auch ihnen fremde Musiktraditionen auf ihr musikalisches Potential hin befragen.

Bestehend aus Instrumenten aus China, Japan, Korea und Europa widmet sich das seit 2009 bestehende AsianArt Ensemble der Initiierung von Werken für diese weltweit einzigartige Kombination von Instrumenten und damit der Verschmelzung von vier verschiedenen Musikkulturen. Es ist auf der Suche nach neuen Perspektiven im Feld der aktuellen Musik fernab vom Mainstream der Neuen Musik aber auch von der sogenannten Weltmusik. Neben klassisch notierten Werken spielen konzipierte Gruppenimprovisationen eine wichtige Rolle in den Programmen des AsianArt Ensembles.

Sandeep Bhagwati ist Komponist, Theatermacher und Medienkünstler. Er war u.a. Professor für Komposition und Multimedia an der Hochschule für Musik Karlsruhe, leitete das Hexagram-Concordia Centre for Research-Creation in Media Arts and Technologies und mehrere Festivals für Neue Musik. Er hat den für ihn geschaffenen Canada Research Chair for Inter-X Art an der Concordia University Montréal inne, wo er als Direktor das von ihm gegründete matralab leitet. Seine Arbeit wurde mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet, u.a. mit dem Europäischen Kompositionspreis der Akademie der Künste Berlin und dem Ernst-von-Siemens Förderpreis.

Quelle: http://www.radialsystem.de

 
 

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