Mit dem letzten Vorhang für die Festspieloper "Arminio“ endeten gestern, am 21. Mai, die Internationalen Händel-Festspiele Göttingen 2018, die unter dem Motto "Konflikte“ standen. Zwölf Tage lang stand die Universitätsstadt ganz im Zeichen des Barock-Komponisten Georg Friedrich Händel.

Rund 14.000 Gäste (2017: 19.000) aus aller Welt besuchten die 75 Veranstaltungen zwischen dem 10. und 21. Mai in Göttingen und der Region, davon 4.000 (2017: 6.000) bei kostenlosen und Kooperationsveranstaltungen. Allein die Festspieloper "Arminio“, inszeniert vom Schweizer Regisseur Erich Sidler und unter der Musikalischen Leitung des Künstlerischen Leiters der Festspiele, Laurence Cummings, lockte mit sechs Vorstellungen sowie der Familienfassung über knapp 4.000 Besucher ins Deutsche Theater Göttingen und zum Public Viewing in die Lokhalle Göttingen. Für die Opernaufführungen im Deutschen Theater Göttingen bedeutet dies eine Auslastung von 90 %. Mit 7.000 Karten weniger im Verkauf als im Vorjahr (2018: ca. 12.000, 2017: knapp 19.000) lagen die Festspiele mit knapp 10.000 verkauften Karten (2017: 13.000) planmäßig unter den Zahlen der Vorjahre, was an einer bewusst reduzierten Anzahl der Veranstaltungen bzw. der Wahl der Spielstätten liegt. Die Gesamtauslastung der Festspiele liegt bei 84 %, was einer Steigerung von 14 Prozentpunkten gegenüber dem letzten Jahr entspricht.

Der Geschäftsführende Intendant Tobias Wolff erklärt dazu: "Das vorige Jahr hat uns organisatorisch und finanziell an unsere Grenzen geführt. Der betriebene Mehraufwand hatte nicht zu einer proportionalen Steigerung von Besucherzahlen oder Einnahmen geführt, deswegen haben wir uns in diesem Jahr sowohl bei der Zahl der Veranstaltungen als auch bei der Anzahl der angebotenen Plätze stark auf unseren Kernbereich fokussiert.“ Am Ende der Festspiele können die Verantwortlichen feststellen: "Das Konzept ist aufgegangen!“ Die Zahlen untermauern dies: 15 Veranstaltungen, darunter auch die Eröffnung mit dem Oratorium "Judas Maccabaeus“, das Galakonzert und mehrere Opernvorstellungen lagen bei einer Auslastung von über 97 %. "Viele dieser Veranstaltungen verfehlen die ‚magischen‘ 100 % nur, weil reservierte Karten kurzfristig an der Abendkasse zurückgegeben oder nicht abgeholt wurden“, ergänzt Wolff. Besonders erfreulich ist auch die Resonanz auf den musikalischen Nachwuchs: Der seit dem letzten Jahr in das Festspielprogramm integrierte Nachwuchswettbewerb "göttingen händel competition“ und die Stipendiatenkonzerte des "eeemerging“-Programms finden mit einer Auslastung von 92 % offensichtlich das Vertrauen und die Gunst des Publikums. "Es erfüllt uns Jahr für Jahr mit Stolz, dass die Besucherinnen und Besucher mit großer Neugierde gerade auf junge, unbekannte Künstlerinnen, Künstler und Ensembles zugehen. Die Resonanz, die wir nach diesen Konzerten bekommen, ist überwältigend“, schwärmt Wolff.

Auch neue Formate und Spielstätten wurden in diesem Jahr gewohnt gut angenommen: "Händel ambulant“ mit Übertragung an die Betten des Ev. Krankenhauses Weende und das Konzert des Christ Church Cathedral Choirs in der Basilika St. Cyriakus waren bis auf den letzten Platz besetzt, beim Sonnenuntergangskonzert im Golf- und Sportressort Gut Wissmannshof, Staufenberg und in der St. Nicolai-Kirche in Herzberg am Harz begeisterte nicht nur die musikalische Leistung, sondern auch die wunderbare Atmosphäre das zahlreich erschienene Publikum. "Wenn wir über die Regionalkonzerte sprechen, gilt es – beinahe noch stärker als bei den Veranstaltungen in Göttingen – den zahlreichen Kooperationspartnern, Freunden und Sponsoren zu danken, die uns mit ihrem Wissen und ihren Netzwerken tatkräftig zur Seite stehen“, so Tobias Wolff. "Gerade mit Blick auf die kommenden Jahre ist dieser Unterstützerkreis aus haupt- und ehrenamtlichen Kulturschaffenden für uns eine wichtige Stütze.“ Denn ohne die Stadthalle Göttingen, von der sich die Festspiele mit einem Konzert des NDR Chors am vorletzten Festspieltag für die Sanierungszeit verabschiedeten, werden die Festspiele vermehrt auf andere Konzertsäle und Kirchen in Göttingen und der Region ausweichen. "Für die nächsten Jahre gehen wir von niedrigeren Besucherzahlen aus, schlicht weil mit der Stadthalle Göttingen unsere größte – und nicht gleichwertig ersetzbare – Spielstätte wegfällt“, erläutert Wolff.

2018 hatten sich über 40 Medienvertreterinnen und -vertreter für Print-, Rundfunk-, TV- und Online-Medien aus dem In- und Ausland, darunter Journalistinnen und Journalisten aus Großbritannien, den USA, Australien und Frankreich akkreditiert. Neben Dritten Programmen der ARD im Hörfunk, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, NDR Kultur, Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur, der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung und der Neuen Presse berichten auch Fachmagazine wie Opera Now, Opera Magazine, Oper! oder Opernwelt über die Festspiele.

NDR Kultur übertrug nicht nur die Premiere der Oper "Arminio“ und das Festspieloratorium "Judas Maccabaeus“ im Hörfunk, sondern hat auch weitere Konzerte mitgeschnitten. Diese werden zwischen Juni und August in unterschiedlichen Formaten ausgestrahlt. Alle Sendetermine sind unter hndl.de/imRadio nachzulesen. Deutschlandfunk Kultur sendet außerdem am 26. Juni das aufgezeichnete Oratorium und strahlte bereits am 19. Mai den Mitschnitt von "Arminio“ aus.

Die Internationalen Händel-Festspiele Göttingen 2019 finden vom 17.-26. Mai – und damit vor Himmelfahrt – statt. Zu den geplanten Programmpunkten zählen:

17. Mai 2019 Premiere Rodrigo (HWV 5)
weitere Aufführungen: 19.05. / 20.05. / 22.05. / 25.05. / 26.05.2019

18. Mai 2019 Saul (HWV 53)

24. Mai 2019 Galakonzert 2019

Tickets und Informationen zum Programm gibt es ab Anfang 2019 unter www.haendel-festspiele.de. Interessierte können sich schon jetzt über die Webseite der Festspiele für den Newsletter oder den postalischen Versand des gedruckten Festspielprogramms 2019 registrieren.