Der Digitalverband Bitkom und VAUNET- Verband Private Medien haben sich mit der Verwertungsgesellschaft GEMA über Lizenzvergütungen bei Abo-Videodiensten geeinigt. Dafür haben Bitkom und Vaunet je einen Gesamtvertrag mit der GEMA abgeschlossen. Die Verträge regeln Vergütungen von Video-On-Demand-Anbietern (VoD) wie Amazon Prime Video, Maxdome oder Netflix. Die Lizenzvergütung beträgt für Stand-Alone-Angebote 2,5 % der Nettoerlöse des Dienstes, aber mindestens 20 Cent pro Abonnent pro Monat.

"Die jetzt erzielte Einigung schafft Planungssicherheit für die Anbieter von Abo-Video-on-Demand-Diensten“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Die gewählte Vergütungsstruktur habe sich in der Vergangenheit bereits bei Music-on-Demand-Angeboten bewährt. "Der Vertrag leistet einen wichtigen Beitrag dazu, dass es attraktive VoD-Angebote im deutschen Markt gibt“, so Rohleder. Laut einer aktuellen Umfrage im Auftrag des Bitkom schaut über ein Drittel der Internetnutzer (37 Prozent) in Deutschland Filme und Serien über abonnierte On-Demand-Portale.

"Mit dem Gesamtvertrag können wir die angemessene Vergütung für die bei der GEMA vertretenen Musikurheber sichern, die auch vom Markt akzeptiert wird. Das ist ein wichtiger Schritt im Bereich der Onlinelizenzierung für den audiovisuellen Bereich“, kommentiert Dr. Harald Heker, Vorstandsvorsitzender der GEMA. "Musikschaffende leisten mit ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag zu audiovisuellen Film- und Fernsehproduktionen. Diese Leistung verdient eine faire Entlohnung.“

"Für unsere Mitglieder ist die Diversifikation ihres Geschäftsmodells längst Tagesgeschäft“, sagt VAUNET-Geschäftsführer Dr. Harald Flemming. "Attraktive Inhalte finden dabei ergänzend zum linearen Programm selbstverständlich auch non-linear zum Nutzer. Neben eigenständigem werbe- und transaktionsbasiertem VOD sind Abonnement-Modelle auf eigenen oder Drittplattformen ein wichtiger Bestandteil der Verwertungskette. Wir freuen uns, dass wir für unsere Mitglieder in diesem Wachstumssegment nun Planungssicherheit schaffen konnten.“

Der Gesamtvertrag umfasst die Lizenzierung von abonnementbasierten Video-on-Demand-Diensten und gilt – soweit die Dienste bereits verfügbar waren – rückwirkend ab dem 1. Januar 2009. Nicht davon abgedeckt sind werbefinanzierte Streaming-Angebote und Angebote von Online-Videotheken, bei denen Videos gekauft oder geliehen werden können, für die bereits seit 2011 ein Gesamtvertrag und ein Tarif bestehen.  

Hinweis zur Methodik: Die Angaben basieren auf einer repräsentativen Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1007 Bundesbürger ab 14 Jahren befragt.

Bitkom vertritt mehr als 2.500 Unternehmen der digitalen Wirtschaft, davon gut 1.700 Direktmitglieder. Sie erzielen allein mit IT- und Telekommunikationsleistungen jährlich Umsätze von 190 Milliarden Euro, darunter Exporte in Höhe von 50 Milliarden Euro. Die Bitkom-Mitglieder beschäftigen in Deutschland mehr als 2 Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zu den Mitgliedern zählen 1.000 Mittelständler, mehr als 400 Start-ups und nahezu alle Global Player. Sie bieten Software, IT-Services, Telekommunikations- oder Internetdienste an, stellen Geräte und Bauteile her, sind im Bereich der digitalen Medien tätig oder in anderer Weise Teil der digitalen Wirtschaft. 80 Prozent der Unternehmen haben ihren Hauptsitz in Deutschland, jeweils 8 Prozent kommen aus Europa und den USA, 4 Prozent aus anderen Regionen. Bitkom fördert und treibt die digitale Transformation der deutschen Wirtschaft und setzt sich für eine breite gesellschaftliche Teilhabe an den digitalen Entwicklungen ein. Ziel ist es, Deutschland zu einem weltweit führenden Digitalstandort zu machen.

VAUNET ist der Spitzenverband der privaten audiovisuellen Medien in Deutschland. Unter VAUNET – Verband Privater Medien e.V. firmiert seit dem 21. Mai 2018 der vormalige VPRT (Verband Privater Rundfunk und Telemedien) mit Sitz in Berlin und einem Büro in Brüssel. Zu den vielfältigen Geschäftsfeldern der rund 150 Mitglieder gehören TV-, Radio-, Web- und Streamingangebote. Die Verbandsarbeit richtet sich an der konvergenten Entwicklung der Märkte für audiovisuelle Medien aus und gestaltet auf nationaler wie europäischer Ebene die Rahmenbedingungen aktiv mit. Der Wirtschaftsverband hat zum Ziel, Akzeptanz für die politischen und wirtschaftlichen Anliegen der audiovisuellen Medien zu schaffen sowie die große gesellschaftspolitische und kulturelle Bedeutung der Branche im digitalen Zeitalter ins Bewusstsein zu rücken.

Die GEMA vertritt in Deutschland die Urheberrechte von rund 72.000 Mitgliedern (Komponisten, Textautoren und Musikverleger) sowie von über zwei Millionen Rechteinhabern aus aller Welt. Sie ist weltweit eine der größten Autorengesellschaften für Werke der Musik.

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