News

Zurück

In MyMIZ gespeichert

Eintrag in MyMIZ speichern

09.10.2018 Anita Neudorfer erhält Johannes Th. Eschen-Preis der Deutschen Musiktherapeutischen Gesellschaft 2018

 

Für ihre Abschlussarbeit Zwischen Therapie und Ökonomie. Zur Beziehung von Musiktherapie und dem Verein „Singende Krankenhäuser e.V.“ erhält Anita Neudorfer (IMC Fachhochschule Krems, Österreich) den Johannes Th. Eschen-Preis 2018 der Deutschen Musiktherapeutischen Gesellschaft (DMtG). Die Masterarbeit entstand im Studiengang Musiktherapie an der IMC Fachhochschule Krems (Niederösterreich). Betreuer: Prof. Dr. Gerhard Tucek.

Die Autorin setzt sich in ihrer sozialwissenschaftlich angelegten Studie mit der Beziehung von Musiktherapie und dem internationalen Netzwerk „Singende Krankenhäuser e.V.“ und dessen Angeboten wie z.B. „heilsames Singen“ auseinander. Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Musiktherapie und dem Verein werden exploriert anhand von qualitativen Interviews sowie von zwei Gruppendiskussionen multiperspektivisch aus angrenzenden Gesundheits-berufen im Kontext von Therapieverständnis, Selbstverortung sowie Ökonomie und Berufspolitik. Die Studie bezieht den gesamten deutschsprachigen Raum ein, auch wenn die „Singenden Krankenhäuser“ vor allem in Deutschland präsent sind.

Mit großer Übereinstimmung wurde die Studie als „Preisträgerarbeit“ von der Jury ausgezeichnet. „Die Forschungsfrage der Autorin entwickelt sich im Verlauf der Darstellung zu einem hochbrisanten aktuellen berufspolitischen Thema für Deutschland“, betont die Jury. Hier werde aus einer Sichtweise eher von außen heraus auf Deutschland die Frage des Umgangs mit Musik in heilenden Kontexten aufgeworfen, vor allem auch vor dem Hintergrund ökonomischer Aspekte. Die Autorin zeigt durch ihre Untersuchung, so die Jury, dass eine umfassende Diskussion zum professionellen Selbstverständnis von Musik-therapie im Gesundheitswesen nötig und erforderlich ist.

Fazit der Jury: „Ein mutiger Umgang mit einem umstrittenen Thema“, „eine exzellente Zusammenfassung der Ergebnisse“, „berufspolitisch besonders wichtig“, „eine gelungene Darstellung“.

Darüber hinaus zeichnete die Jury des Eschen-Preises 2018 eine weitere Arbeit mit einer Belobigung aus:

Daniela Lechner (Universität für Musik und darstellende Kunst Wien):
Untersuchungsinstrumente und Testverfahren in musiktherapeutischen Studien mit Kindern (0–6 Jahre). Überblicksarbeit für den deutschsprachigen Raum (2000–2016). Diplomarbeit, Institut für Musiktherapie, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Betreuer: Prof. Dr. med., Dr. sc.mus. Thomas Stegemann.

Das Forschungsprojekt der Autorin zeigt auf, welche Testverfahren in musik-therapeutischen Studien in den drei deutschsprachigen Ländern verwendet wurden. Die Arbeit bewertet, wie zielführend die Untersuchungsinstrumente eingesetzt wurden und wie die testtheoretischen Gütekriterien erfüllt wurden. Damit leistet die Arbeit einen Beitrag zur besseren Methodenwahl zukünftiger musiktherapeutischer Forschungsarbeiten.

„Das Gesamtprojekt dieser Arbeit ist hervorragend, die Tendenz zur multi-zentrischen Herangehensweise ist selten in deutschsprachigen Veröffentlichung-en zu finden und weist den Weg nach Europa“, urteilt die Jury. Allein die übersichtliche Darstellung der einzelnen Untersuchungs- und Messinstrumente ist beeindruckend gelöst, so die Jury, auch in der technischen Realisierung. Die Arbeit zeige die hohen forschungsmethodischen Kompetenzen der Autorin, genauso wie ihre sorgfältige Recherche. „Und deshalb ist eine solche Darstellung berufspolitisch besonders wichtig, um geeignete Methoden für den Wirkungs-nachweis von Musiktherapie zur Diskussion zu stellen.“

Fazit der Jury: „Bewundernswerte fundierte Arbeit“, „umsichtig und umfassend“, „die Ergebnisse sind gut nachzuvollziehen“, „kompakt und kenntnisreich“.

In ihrem Abschlussstatement hob die Jury insgesamt das hohe Niveau der Arbeiten hervor. In der Qualität hätten die nominierten Bewerberinnen und Bewerber sehr nahe beieinander gelegen. Die fachlichen Kriterien seien sehr gut erfüllt worden. „Auffällig ist, wie gut sich die Forschungskompetenzen weiterentwickelt haben, alle Medien sind in den Recherchen mit einbezogen“, so ein Resümee der Jury. Auch das breite Spektrum an Themen mit einer hohen Sensibilität für aktuell notwendige Fragestellungen habe sie beeindruckt, von der Arbeit mit Migranten bis hin zur Darstellung neuer Musiktechnologien, von der musiktherapeutischen Elternarbeit in der Neonatologie bis zur Arbeit mit jugendlichen Straftätern.

Der Johannes Th. Eschen-Preis 2018 wird im Rahmen der Jubiläumstagung der Deutschen Musiktherapeutischen Gesellschaft bei der jährlichen Musiktherapie-Tagung der Universität der Künste Berlin am 10.11.2018 in Berlin offiziell verliehen.

Beim Eschen-Preis 2018 waren insgesamt 18 Bewerbungen bis zum Einsendeschluss Ende Februar 2018 eingegangen, jeweils etwa zu einem Drittel aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Im Mai 2018 hatte ein Vorjury sieben Arbeiten für den diesjährigen Eschen-Preis 2018 nominiert, davon vier aus Österreich, zwei aus Deutschland und eine Arbeit aus der Schweiz.

Quelle: http://www.musiktherapie.de

 
 

MyMIZ

alle Einträge im Detail anzeigen

kein Eintrag vorhanden

cookie: Mappe löschen

» MyMIZ Daten speichern/laden