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15.05.2007 Killerspiele: Verbote alleine reichen nicht

 

Zum Schutz Minderjähriger vor Gewalt in Computerspielen haben einige Innenminister der Länder ein Verbot ins Gespräch gebracht. Zur aktuellen Diskussion äußert sich Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrates: „Sicherlich gehören Computerspiele zum Alltag der jungen Generation – Gewalt sollte dort aber keinen Platz haben. Die Diskussion um den wirksamen Schutz Minderjähriger vor gewaltverherrlichenden Computerspielen konzentriert sich ausschließlich auf Sanktionen. Präventive Maßnahmen werden in der aktuellen Diskussion vollständig ausgeblendet. Dabei ist insbesondere aktives Musizieren die beste Schutzimpfung gegen Verrohung und Gewalt. Die musikalische Bildung von Kindern und Jugendlichen sollte endlich auch von den Innenministern als Gemeinschaftsaufgabe verstanden werden, damit die notwendigen Ressourcen im Zusammenwirken mit den Fachressorts zur Verfügung gestellt werden können.

Es ist schon grotesk, wenn sogar aus einem großen Kulturdachverband vereinzelt die Forderung erhoben wird, Computerspiele – und damit auch die so genannten Killerspiele – unter den Schutz der Kunstfreiheit zu stellen. Diese Absurdität wird nur noch durch die Forderung an Kulturstaatsminister Bernd Neumann übertroffen, diesen Bereich finanziell zu fördern. Diese virtuelle Diskussion verstellt den Blick auf die Wirkung der menschenverachtenden Brutalität so mancher Killerspiele und die Folgen für unsere Gesellschaft. Die eigentliche Herausforderung ist es, jedem Kind frühestmöglichen Zugang zu einer umfassenden kulturellen Bildung zu ermöglichen. Davon sind wir leider noch weit entfernt.“

Quelle: http://www.musikrat.de