Das Präsidium des Landesmusikrats NRW will diesem Vorschlag und diesen Empfehlungen nicht widersprechen. Den Begründungen mag man folgen, zwingend sind sie nicht. Das Präsidium sieht aber die Aufgabenstellung nicht als erfüllt an, denn die Analyse der Stärken und Schwächen ist zu kurz geraten.
Bei den Stärken fehlt jegliche Erwähnung der
– Dichte und Qualität der Laienmusik in NRW und der – Grundlagenarbeit, die durch die Landesinitiativen zur kulturellen Bildung geleistet wird.
Bei den Schwächen folgt das Präsidium der Kommission in der Meinung, dass die öffentliche Kulturfinanzierung zu einseitig auf den Schultern der Kommunen liegt. Schwerwiegende Schwächen des Kulturlebens in NRW sind im Bericht jedoch nicht erkannt. Dazu gehören
– die zu geringe Anzahl und desolate wirtschaftliche Situation der Spielstätten, die die wichtigsten Foren für innovative Musikformen sind und die als einzige neben dem Rundfunk Migrationsmusiken über die Minderheitsbiotope hinaus kommunizieren,
– die Einschränkung des internationalen Austauschs durch die Ausländereinkommenssteuer, die die Veranstalter und Auftraggeber belastet,
– in der Kulturförderung der Mangel an Planungssicherheit für innovative Musikprojekte, die über Jahresfrist hinaus arbeiten.
So vermisst das Präsidium im Bericht Empfehlungen, die auf die Rahmenbedingungen des kreativen musikalischen Schaffens in NRW zielen, und das Eingehen auf Musikszenen, die nicht im Blickwinkel eines konservativen Kunstverständnisses liegen.
Die Empfehlungen der Kommission fokussieren den Handlungsbedarf einseitig auf wenige erfolgreiche Einrichtungen, deren Ausstrahlung vergrößert werden soll. Einzige Ausnahme ist die Empfehlung, die finanziellen Mittel der Kunststiftung NRW zu erhöhen, die das Präsidium des Landesmusikrats begrüßt und eine Schärfung des Förderprofils empfiehlt.
Prof. Dr. Werner Lohmann
Präsident des Landesmusikrats NRW