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13.09.2010 José Luís Gómez Ríos gewinnt Solti-Wettbewerb

 

Foto: Alte Oper Frankfurt

Der 5. Internationale Dirigentenwettbewerb Sir Georg Solti ist entschieden:
Gewinner des ersten Preises ist der 32jährige in Venezuela geborene Spanier José Luís Gómez Ríos. Der zweite Preis geht an Kevin Griffiths (32) aus Großbritannien, den dritten Preis erhält Tito Muñoz (27) aus den USA.

Der erste Preis ist mit 15.000 Euro, der zweite Preis mit 10.000 Euro und der dritte Preis mit 5.000 Euro dotiert. Die Gewinner des ersten und zweiten Preises erhalten zudem Einladungen zu Dirigaten des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters bzw. des hr-Sinfonieorchesters sowie zu weiteren deutschen und internationalen Orchestern.

Beim öffentlichen Abschlusskonzert am heutigen Sonntagvormittag in der Alten Oper Frankfurt standen die drei Finalisten am Pult des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters, mit dem sie folgende - ihnen per Los zugeteilte – Werke zu Gehör brachten: Die Ouvertüre zum Trauerspiel „Egmont“ op. 84 von Ludwig van Beethoven (Tito Muñoz), die Ouvertüre „Le carnaval romain“ op. 9 von Hector Berlioz (Kevin Griffiths) und die Ouvertüre zur Oper „Die verkaufte Braut“ von Bedřich Smetana (José Luís Gómez Ríos). Alle drei Kandidaten dirigierten zudem jeweils „Till Eulenspiegels lustige Streiche“ op. 28 von Richard Strauss.

Der Jury-Vorsitzende Rolf-E. Breuer verkündete nach einer kurzen Beratungspause die Entscheidung, zu der die Jurymitglieder nach Bewertung der beiden Probentage am Freitag und am Samstag sowie dem öffentlichen Finale am heutigen Sonntag gemeinsam gekommen seien. „Das Niveau der Finalrunde war noch nie so hoch. Die Jury hatte es insofern nicht leicht, ist aber dennoch schnell zu ihrer Entscheidung gekommen“, so Breuer.

Zum Abschluss des spannenden Vormittags erklang Gioacchino Rossinis Ouvertüre zur Oper „Semiramide“, dirigiert vom Gewinner des ersten Preises, José Luís Gómez Ríos.

Die Jury der Endausscheidung unter dem Vorsitz von Rolf-E. Breuer setzte sich aus folgenden Mitgliedern zusammen: Ulrich Edelmann (1. Konzertmeister des hr-Sinfonieorchesters), Bernd Loebe (Intendant der Oper Frankfurt), Sir Roger Norrington (Chefdirigent des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart), Matthias Pintscher (Komponist und Dirigent), Karl Rarichs (Leiter des Wettbewerbs sowie stellv. Vorsitzender der Frankfurter Museums-Gesellschaft) und Christian Zacharias (Pianist und Chefdirigent des Orchestre de Chambre de Lausanne sowie ständiger Gastdirigent des Göteborg Symphony Orchestra). Lady Valerie Solti (Schirmherrin des Wettbewerbs und Jurymitglied) musste zu ihrem großen Bedauern ihre Teilnahme krankheitsbedingt kurzfristig absagen.

Die Deutsche Bank Stiftung hat durch ihr beträchtliches finanzielles Engagement den Wettbewerb von Beginn an ermöglicht und führt auch 2010 ihre Förderung und Partnerschaft als Hauptsponsor fort. Dank dieser Unterstützung wurden auch in diesem Jahr keine Anmeldegebühren erhoben und die eingeladenen Kandidaten mussten keine Übernachtungskosten, sondern nur die Anreise bezahlen. Die Stiftung übernimmt außerdem wieder die Preisgelder in Höhe von insgesamt 30.000 Euro.

576 junge Dirigentinnen und Dirigenten zwischen 19 und 35 Jahren aus 75 Ländern hatten sich zum diesjährigen Wettbewerb beworben. 21 von ihnen waren nach Frankfurt zu den Vorrunden mit dem hr-Sinfonieorchester eingeladen worden (vom 6. bis 9. September 2010 im Sendesaal des Hessischen Rundfunks), aus denen die drei Finalisten hervorgegangen sind.

Zu den Gewinnern

1. Preisträger:

José Luís Gómez Ríos (32), geboren in Maracaibo, Venezuela, studierte Musik und Violine am Konservatorium seiner Geburtsstadt und an der Manhattan School of Music in New York. Im Alter von elf Jahren war er Konzertmeister des Jugendorchesters der Region Zulia, wo er im durch Gustavo Dudamel berühmt gewordenen „Sistema de Orquestas Juveniles de Venezuela“ auch erste Erfahrungen im Dirigieren sammelte. Momentan beendet er sein Dirigierstudium als Assistent von Lü Jia beim Tenerife Symphony Orchestra und Macao Orchestra. 2009 erreichte er das Finale des 51th International Competition for Young Conductors, das live auf ARTE übertragen wurde. In Italien und auf Teneriffa dirigierte er zahlreiche Kammerensembles. Seine Karriere als Geiger ermöglichte ihm zahlreiche Auftritte u.a. mit Mitgliedern der Berliner Philharmoniker. Als Mitglied des Gustav Mahler Jugendorchesters arbeitete er mit Dirigenten wie Claudio Abbado, Mariss Jansons, Iván Fischer und Franz Welser-Möst.

2. Preisträger:

Kevin Griffiths (32), in London geboren, studierte an der dortigen Royal Academy of Music sowie in Meisterkursen bei Jorma Panula und Lothar Zagrosek. Geprägt wurde er außerdem von David Zinman, dem er ein Stipendium für die Akademie in Aspen verdankt. Von 2007 bis 2009 war er Jungstipendiat am Royal Northern College of Music und dirigierte dort u.a. Ravels L’enfant et les sortilèges sowie Die Fledermaus. Das Orchestra of the Age of Enlightenment ernannte ihn zum „Melgaard Young Conductor“ und wird ihm die Arbeit mit Sir Simon Rattle, Vladimir Jurowski und Sir Roger Norrington ermöglichen. Griffiths dirigierte das Eröffnungskonzert sowie Purcells Dido and Aeneas beim Musiques Cordiales Festival in Frankreich. Bei der Pocket Opera Company Zürich leitete er zahlreiche Aufführungen, u.a. von Offenbachs Barbe-bleue. Er ist Gründer des London Steve Reich Ensembles, das international gastiert und beim Label CPO eine preisgekrönte CD veröffentlicht hat.

3. Preisträger:

Tito Muñoz (27), geboren in New York City, begann seine musikalische Ausbildung als Geiger im Alter von 13 Jahren an der Juilliard School of Music. Es folgten Studien an der Manhattan School of Music. Zwischen 2004 und 2006 nahm er an der American Academy of Conducting mit David Zinman in Aspen sowie an Meisterklassen u.a. bei Asher Fisch, Leon Fleischer und George Manahan teil. 2006 debütierte er beim National Symphony Orchestra und beim Cleveland Orchestra, wo er seit 2007 als Assistant Conductor tätig ist. Die gleiche Funktion übte er auch beim Aspen Music Festival sowie beim Cincinnati Symphony Orchestra aus. Er folgte Einladungen von Orchestern wie Indianapolis Symphony, Cincinnati Chamber Orchestra, Milwaukee Symphony Orchestra u.a. Sein Debüt in Europa gab er 2008 beim Orchestre Lyrique de Région Avignon-Provence.

Der Internationale Dirigentenwettbewerb Sir Georg Solti ist ein Gemeinschaftsprojekt der Alten Oper Frankfurt, der Frankfurter
Museums-Gesellschaft e.V., des Hessischen Rundfunks und der Oper Frankfurt; ermöglicht durch die Deutsche Bank Stiftung. Die Schirmherrschaft hat Lady Valerie Solti.

Quelle: http://www.alteoper.de

 
 

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