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10.02.2012 Deutscher Musikrat: Damokles-Schwert über SWR Klangkörpern

 

Intendant Peter Boudgoust stellt die Zukunft der beiden großen SWR Orchester Stuttgart und Baden-Baden/Freiburg in Frage, indem er die Diskussion über eine Fusion der Klangkörper Anfang der Woche eröffnet hat. Hintergrund sind Etatkürzungen beim SWR: Bis zum Jahr 2020 müssen 160 Millionen Euro eingespart werden. Weitere Alternativen neben der Fusion seien die Reduzierung eines der Orchester auf ein Kammerorchester oder sogar die komplette Auflösung eines der Klangkörper. Seit der Sender-Fusion 1998 ist diese Kürzung neben der Zusammenlegung des SWR Rundfunkorchesters Kaiserslautern mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken sowie der Reduzierung der Planstellen des SWR Vokalensembles bereits die dritte gravierende Einsparung bei den SWR Klangkörpern.

Dazu Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrates: „Die zentrale Aufgabe für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk beruht gerade im Zeitalter der Digitalisierung auf der breiten Wahrnehmung seines Kulturauftrages. Die unverwechselbaren Profile der Rundfunkklangkörper haben sich zu einer weltweit anerkannten Marke für das Kulturland Deutschland entwickelt. Darüber hinaus setzen sie wesentliche Impulse zur Weiterentwicklung des Musiklebens und für die Musikalische Bildung.

Die Absicht, bereits zum dritten Mal bei den Klangkörpern des SWR zu kürzen, wird wertvolle und jahrelang gewachsene Klangprofile zerstören. Die kommunizierte Ergebnisoffenheit bei den verschiedenen ‚Lösungswegen‘ ist reine Augenwischerei, da das Ende der Fahnenstange bei den Kürzungsmöglichkeiten längst erreicht ist. Die angedachte Fusion ist eine Milchmädchenrechnung, die sowohl der kulturellen Landschaft in Deutschland, als auch der internationalen Reputation der Klangkörper in Deutschland schaden wird. Die Zusammenlegung zweier seit über 50 Jahren gewachsener Kulturorchester kann nur eine Unternehmensberatung in Betracht ziehen, die in der Einschätzung von kulturellen Entwicklungsprozessen offensichtlich keine Kompetenz vorweisen kann. Wer sich auf solche Beratungsergebnisse stützt, versündigt sich an der Kulturellen Vielfalt in unserem Land.

Der Deutsche Musikrat fordert die Mitglieder des Rundfunkrates unter Vorsitz von Dr. Harald Augter sowie den Intendanten Peter Boudgoust auf, den Rotstift nicht erneut bei den Klangkörpern anzusetzen. Bei einem Etat von jährlich 1,15 Milliarden Euro gibt es mit Sicherheit andere Bereiche, in denen die Ausgabenpolitik hinterfragt werden könnte.“

 

Quelle: http://www.musikrat.de

 
 

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