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Die Ergebnisse sind alarmierend: Mehr als 60 Prozent der Erzieherinnen in Kindergärten fühlen sich im Bereich musikalische Bildung mittelmäßig bis schlecht ausgebildet und äußern entsprechend großen Fortbildungsbedarf. Dies ist ein Ergebnis der Umfrage, die das Kompetenzzentrum Frühe Kindheit der Stiftung Universität Hildesheim im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführt hat. Befragt wurden 104 Fachschulen für Sozialpädagogik, 150 Kindertagesstätten in Nordrhein-Westfalen sowie Hochschulen mit dem Studiengang der Elementarpädagogik.

Die Einschätzung der Erzieherinnen deckt sich mit Aussagen der Musiklehrkräfte, von denen sogar mehr als 80 Prozent den Fort- und Weiterbildungsbedarf ihrer Absolventinnen nach Beendigung der Ausbildung als hoch bzw. sehr hoch bewerten. Insbesondere wünschen sich alle Akteure höhere Kompetenzen für die musikalische Arbeit mit unter dreijährigen Kindern. Ebenso fordern sie, dass Erzieherinnen in der Kindergarten-Praxis ein Musikinstrument beherrschen und für ihre Arbeit mit den Kindern nutzen sollten.

Musik hat für die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern eine große Bedeutung. "Gerade das gemeinsame Musizieren und Singen stärkt das Gemeinschaftsgefühl, fördert Kreativität und Toleranz", so Liz Mohn, stellvertretende Vorsitzende der Bertelsmann Stiftung.

Die Bertelsmann Stiftung setzt sich mit ihren Projekten zur Musikalischen Bildung dafür ein, dass jedes Kind möglichst früh mit einem qualifizierten musikalischen Angebot in Berührung kommt. Auf Basis der Erkenntnisse aus der Umfrage werden in einem neuen Projekt sowohl die Ausbildung als auch die Weiterbildung der Erzieherinnen in den Fokus gerückt.

"Die Umfrage hat gezeigt, dass Kitas und Fachschulen die große Chance durchaus sehen, die Musik für die frühkindliche Entwicklung spielt", betont Dr. Ute Welscher, Leiterin der Projekte "Musikalische Bildung" bei der Bertelsmann Stiftung. "Dies steht jedoch im Widerspruch zu der niedrigen Bedeutung des Faches Musik an den Fachschulen und einschlägigen Studiengängen in Nordrhein-Westfalen. Hier muss sich dringend etwas ändern." Als Motor für emotionale, kognitive, motorische und soziale Bildungsprozesse unterstütze Musik die natürliche Entwicklung des Kindes. Sie leiste einen wichtigen Beitrag zur Integration aller Kinder.

Die Bertelsmann Stiftung und regionale Partner erarbeiten derzeit ein Qualifizierungskonzept für Ausbildung und Praxis in Ostwestfalen-Lippe. Es soll die Erzieherinnen befähigen, musikalische Aktivitäten zum alltäglichen Bestandteil im Kindergarten werden zu lassen. Der erste Baustein steht bereits: Ein gemeinsames Weiterbildungsangebot für Musiklehrkräfte an Fachschulen und erfahrene Erzieherinnen startet im Herbst.

Über die Bertelsmann Stiftung:

Die Bertelsmann Stiftung setzt sich für das Gemeinwohl ein. Sie engagiert sich in den Bereichen Bildung, Wirtschaft und Soziales, Gesundheit sowie Internationale Verständigung und fördert das friedliche Miteinander der Kulturen. Durch ihr gesellschaftliches Engagement will sie alle Bürgerinnen und Bürger ermutigen, sich ebenfalls für das Gemeinwohl einzusetzen. Die 1977 von Reinhard Mohn gegründete, gemeinnützige Einrichtung hält die Mehrheit der Kapitalanteile der Bertelsmann AG. Die Bertelsmann Stiftung arbeitet operativ und ist unabhängig vom Unternehmen sowie parteipolitisch neutral.

 

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Am 17.06.2010 haben die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (KMK) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam den von unabhängigen Experten erarbeiteten Bericht „Bildung in Deutschland 2010“ vorgestellt.

Der dritte Bildungsbericht untersucht in seinem Schwerpunktkapitel, welche Perspektiven sich für das Bildungswesen durch den demografischen Wandel ergeben. Die Ergebnisse des aktuellen Bildungsberichts belegen, dass die Zukunft unserer Gesellschaft wesentlich davon abhängt, ob es gelingt, die bereits eingeleiteten dynamischen Modernisierungsprozesse des Bildungssystems zu verstärken.

Der Präsident der Kultusministerkonferenz und bayerische Kultusminister Dr. Spaenle betonte dazu: „Auch in Zeiten der Finanzkrise gilt: Investitionen in Bildung und Forschung haben Priorität. Sie leisten einen zentralen Beitrag, um unser Bildungssystem zu stärken und die Wettbewerbsfähigkeit der Bundesrepublik Deutschland auf Dauer zu sichern. Dabei erbringen Länder und Kommunen den mit Abstand größten Beitrag an den Bildungsausgaben in Deutschland.“ Parlamentarischer Staatssekretär Braun: „Bildung muss weiter Priorität haben. Gerade auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gehört die Weiterentwicklung des Bildungssystems zu den zentralen Zukunftsaufgaben. Die Bundesregierung hält deshalb an dem Ziel fest, dass im Jahr 2015 für Bildung und Forschung zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes ausgegeben werden. Sie investiert deshalb in dieser Legislaturperiode 6 Mrd. Euro in Bildung.“

Neben den aktuellen Entwicklungen stellt der Bildungsbericht 2010 erstmals auch Perspektiven des Bildungswesens im demografischen Wandel vor, der für das Bildungswesen weitreichende Auswirkungen haben wird:

  • Alternde Gesellschaft: Anwachsen des Anteils der Personen, die 65 Jahre oder älter sind, bis zum Jahr 2025 um 21%, Rückgang der Altersgruppe der unter 30-Jährigen bis 2025 von 25,5 auf 21,3 Mio. um 16,4%;

  • Sinken der Gesamtzahl der Bildungsteilnehmer bis 2025 um insgesamt 15%. Rückgang der Schülerzahlen an allgemeinbildenden Schulen von 9 Mio. (2008) auf 7,3 Mio. (2025) um 18,9%; insbesondere in westdeutschen Flächenländern;

  • Große regionale Unterschiede vor allem zwischen Ballungsräumen/Großstädten mit einer Zunahme und dem ländlichen Raum mit einer Abnahme von Bildungsteilnehmern.

Die aktuellen Entwicklungen bestätigen die in den vergangenen Berichten aufgezeigten Trends:
  • Zunehmendes Betreuungsangebot von Kindern unter drei Jahren und neuer Personalhöchststand bei pädagogischen Fachkräften in Kindertageseinrichtungen;

  • Verdoppelung der Schülerinnen und Schüler, die Ganztagsangebote nutzen - mittlerweile arbeitet fast jede zweite Schule des Primar- und Sekundarbereichs I im Ganztagsbetrieb;

  • Steigendes Bildungsniveau: der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit Hochschulzugangsberechtigung ist in den vergangenen Jahren weiter gestiegen; zugleich ist der Anteil der Schülerinnen und Schüler ohne Hauptschulabschluss rückläufig; zunehmende Qualifikation zeigt sich vor allem bei Frauen;

  • Höchststand bei der Zahl der Studienanfänger, sodass die Studienanfängerquote mit 43% (2009) deutlich über der Zielmarke von 40% liegt; ebenso ist die Zahl der Studienabsolventen weiter gestiegen;

  • Anstieg der absoluten Bildungsausgaben von 147,8 Mrd. Euro (Anteil von 6,1% am BIP) im Jahr 2007 auf 155 Mrd. Euro (Anteil von 6,2% am BIP) im Jahr 2008;

  • Verbesserung der Ausbildungsmarktsituation mit einem Rückgang des Übergangssystems.

Der demografische Wandel stellt neue Herausforderungen an Wirtschaft und Gesellschaft, zu deren Bewältigung das Bildungssystem einen wesentlichen Beitrag leisten muss:
  • Die Bildungsteilnehmer müssen über den gesamten Lebenslauf qualifiziert werden. Insbesondere die Arbeitskräfteentwicklung macht einen Ausbau von Bildungsangeboten und Qualifizierungsmöglichkeiten auf allen Stufen erforderlich.

  • Die Kluft in den Bildungsverläufen von Kindern und Jugendlichen, die bestehende Bildungsangebote erfolgreich nutzen, und jenen, bei denen sich schwierige soziale und kulturelle Rahmenbedingungen nachteilig auswirken, muss deutlich verringert werden.

  • Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Zukunft Deutschlands wird mit davon abhängen, inwieweit auch für sozial Benachteiligte und Menschen mit Migrationshintergrund durch deren Bildungsbeteiligung eine erfolgreiche Teilhabe am gesellschaftlichen und beruflichen Leben ermöglicht wird.

  • Auch unter den sich verändernden demografischen Bedingungen der kommenden Jahre muss eine regional ausgewogene Bildungsversorgung sichergestellt werden.

  • In der „alternden Gesellschaft“ muss zum einen durch eine verstärkte berufsbezogene Weiterbildung das Qualifikationspotenzial der Bevölkerung gesichert und zum anderen durch nicht berufsbezogene Weiterbildungsangebote die gesellschaftliche Teilhabe der älteren Bevölkerung erhöht werden.

Parlamentarischer Staatssekretär Braun: „Der aktuelle Bildungsbericht zeigt, dass wir angesichts des demografischen Wandels die Potenziale aller Kinder und Jugendlichen entwickeln müssen. Der Bund wird deshalb 3 Mrd. Euro in die Schaffung von mehr Bildungsgerechtigkeit investieren. Konkret gehören dazu lokale Bildungsbündnisse und der Einsatz von Bildungslotsen für den Übergang von der Schule in die Ausbildung. Darüber hinaus schaffen wir mit 3 Mrd. Euro die Voraussetzungen für den Ausbau der Hochschulbildung.“

Der Präsident der Kultusministerkonferenz wies in diesem Zusammenhang auf die Chancen des föderalen Prinzips hin: „Der demografische Wandel wirkt sich in den einzelnen Ländern unterschiedlich aus - je nach regionalen und standortspezifischen Gegebenheiten. Unser föderales Bildungssystem ist bestens geeignet, diesen unterschiedlichen Herausforderungen im Bildungswesen passgenau zu begegnen. Es ermöglicht den Ländern, ihre gemeinsam im Rahmen der Kultusministerkonferenz entwickelten Leitlinien länderspezifisch auszugestalten. So haben die Länder bereits im März 2010 eine Förderstrategie für leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler verabschiedet. Zudem werden die Übergänge von der Schule in die Ausbildung mit Hilfe eines nachhaltigen Ausbildungspakts weiter verbessert. Und die Kultusministerkonferenz schafft darüber hinaus Möglichkeiten, Zusatzqualifikationen über die berufliche Ausbildung zu erlangen und beruflich Qualifizierten den Hochschulzugang zu ermöglichen. Zusätzlich wird der Hochschulpakt um den Qualitätspakt ‚Lehre’ ergänzt.“

Funktion und Grundlage des Bildungsberichts Der zum dritten Mal vorgelegte Bildungsbericht als aktuelle Bestandsaufnahme zur Entwicklung des gesamten deutschen Bildungswesens wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Kultusministerkonferenz von einer unabhängigen Wissenschaftlergruppe unter Leitung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) erstellt. Beteiligt sind das Deutsche Jugendinstitut (DJI), die Hochschul-Informations-System GmbH (HIS), das Soziologische Forschungsinstitut e.V. an der Universität Göttingen (SOFI), das Statistische Bundesamt und die Statistischen Ämter der Länder.
Der Bildungsbericht mit seiner auf Indikatoren gestützten Gesamtschau ist eine verlässliche Grundlage für Zieldiskussionen sowie für politische Entscheidungen und er sorgt für Transparenz im Bildungssystem. Mit dem heute vorgelegten dritten Bericht werden in Kontinuität zu den Bildungsberichten 2006 und 2008 sowohl Veränderungen im zeitlichen Verlauf verdeutlicht als auch aktuelle Entwicklungen im Bildungssystem aufgegriffen.

Den Bericht sowie weiterführende Materialien und Informationen finden Sie im Internet unter http://www.bildungsbericht.de.

 

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Der Deutsche Musikrat, der Landesmusikrat Berlin, das Konzerthaus Berlin, die Berliner Philharmoniker und die Akademie der Künste rufen als Partner der Kampagne „Ohne Musik keine Bildung“ alle Bürgerinnen und Bürger und die Bildungs- und Kultureinrichtungen auf, sich an dem Online-Voting unter www.ohne-musik-keine-bildung.de zu beteiligen und somit die Musikalische Bildung unserer Kinder und Jugendlichen zu unterstützen.

Anlass des Kampagnenstarts ist die bundesweite Initiative Tag der Musik. Vom 17. bis 21. Juni 2010 werden deutschlandweit rund 1.500 Veranstaltungen unter dem Motto Tag der Musik stattfinden. Jede Veranstaltung setzt hierbei ein Zeichen für die Kulturelle Vielfalt und Lebendigkeit im Musikland Deutschland, die langfristig nur durch eine nachhaltige Musikalische Bildung gesichert werden kann. Weitere Informationen unter www.tag-der-musik.de

Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrates und Präsident des Landesmusikrates Berlin: „Deutschland muss seine Chance neu ergreifen und jedem Kind und Jugendlichen den Zugang zur aktiven musikalischen Erfahrung ermöglichen. Um sich zu selbstbewussten Persönlichkeiten zu entwickeln, brauchen Menschen den Zugang zu kulturellen Werten, die ihr Woher und Wohin vermitteln. Wer Musik macht, lernt zuzuhören, wird neugierig auf das Andere und entdeckt seine eigenen Potentiale. Wir brauchen mehr Musik in Kita, Schule und Musikschule.“

Prof. Dr. Sebastian Nordmann, Intendant des Konzerthauses Berlin: „Wenn der Musikunterricht vom Pflicht- zum Wahlfach wird, werden die Musiklehrer als Ansprechpartner für das Konzerthaus Berlin fehlen. Wir können nur Projektarbeit über einen bestimmten Zeitraum leisten, die Schulen müssen die Grundlage über das ganze Jahr hinweg legen. Wer denkt, gerade hier in Berlin, an die integrative Kraft der Musik, die über 750.000 Migranten eine Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Diskurs bieten könnte? Diese Fragen müssen wir gemeinsam mit den politisch Verantwortlichen angehen. Wir unterstützen als Partner deshalb nachdrücklich die Kampagne ‚Ohne Musik keine Bildung’.“

Pamela Rosenberg, Intendantin der Berliner Philharmoniker: „Den Berliner Philharmonikern ist die Musikvermittlung ein wichtiges Anliegen. Dabei geht es nicht nur um die Förderung des Publikumsnachwuchses, sondern vor allem um den Zugang zur Musik für alle Kinder und Jugendlichen, um so die eigene Identität erfahren zu können. Wir gratulieren dem Deutschen Musikrat zu dem von ihm verantworteten Tag der Musik und engagieren uns als Partner für die Kampagne ‚Ohne Musik keine Bildung’.“

Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates: „In Zeiten dramatischer Unterversorgung im kulturellen Bildungsbereich ist es dringend geboten, mit Kampagnen wie ‚Ohne Musik keine Bildung’ und Tag der Musik einer qualitativen sowie quantitativen Abwärtstrendwende zu begegnen. Der Deutsche Kulturrat unterstützt ausdrücklich die Ziele dieser Kampagnen.“

 

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Die deutschsprachige Opernkonferenz hat auf ihrer Frühjahrs-Tagung, die am vergangenen Wochenende in Dresden stattgefunden hat, den hohen Stellenwert der Oper für Orientierung und Entwicklung der Gesellschaft hervorgehoben und ein verstärktes Interesse der Bildungspolitik an der ästhetischen Bildung gefordert. "Bildung ist mehr als Ausbildung. Gerade in Zeiten politischer und gesellschaftlicher Umbrüche braucht die Gesellschaft ein Forum der Reflexion", stellte der neugewählte Vorsitzende der Opernkonferenz, der Frankfurter Opernintendant Bernd Loebe nach der Konferenz, die am Samstag zu Ende ging, fest. Die schwierige ökonomische Situation in der Welt wie auch die zunehmende Globalisierung führen aus Sicht der Opernkonferenz dazu, dass Effektivität und wirtschaftlich Maßstäbe in der Gesellschaft immer mehr in den Vordergrund treten. Andere Werte drohen dabei aus dem Blick zu geraten. Selbst die Bildung begrenzt sich zunehmend auf Ausbildung und stellt damit nur auf das ab, was für den ökonomischen Erfolg wichtig ist. Die Menschen, insbesondere die jüngeren, reagieren darauf mit Verunsicherung und Aggression. Es sei, so Loebe, gerade die Kunst, die das alles aufnehmen und zur Diskussion stellen könne. Das geschehe vor allem im Theater. Immer wieder aufs neue beleuchte und reflektiere auch die Oper die entscheidenden menschlichen Fragen. In der Bildungspolitik, so hat die Opernkonferenz in ihrem Meinungsaustausch festgestellt, fehlt es an ausreichendem Bewusstsein für diese Bedeutung des künstlerischen Schaffens. Oft gibt es nicht einmal einen Meinungsaustausch über Fragen ästhetischer Bildung zwischen dem Kulturministerium einerseits und dem Bildungsministerium andererseits. Die Opernkonferenz hält diesen Dialog aber für dringend überfällig. Es gehe immer nicht nur ums Sparen sondern vielmehr um die Frage, wieviel einer Gesellschaft die ästhetische Bildung wert sei.

Bernd Loebe löst als neuer Vorsitzender der Opernkonferenz den Intendanten der Semperoper in Dresden, Gerd Uecker ab, der dem Gremium fünf Jahre vorgestanden hat und seine Intendanz in Dresden zum Ende dieser Spielzeit aufgibt. Der deutschsprachigen Opernkonferenz gehören die 11 größten Opernhäuser der Bundesrepublik Deutschland an. Außerdem sind Mitglied der Opernkonferenz die Opernhäuser in Zürich und Wien. Assoziierte Mitglieder sind die Opern Covent Garden in London und die Opéra National in Paris.

 

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Zum „Tag der Musik“ äußert die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) Sorge um die Zukunft der musikalischen Bildung in Deutschland. Vom 17. bis 21. Juni 2010 finden zum „Tag der Musik“ bundesweit über 1500 Veranstaltungen von Laien- und Profiensembles statt, um damit die gegenwärtig noch bestehende Vielfalt des Musiklebens in Deutschland zu dokumentieren.

„Die in diesen Tagen auch von vielen Berufsorchestern präsentierte Angebotspalette ist zwar beeindruckend“, sagt Gerald Mertens, Geschäftsführer der DOV. „Doch bei aller Vielfalt dürfen wir uns hiervon nicht täuschen lassen, denn die strukturellen Probleme im Musikleben werden immer größer. Der tatsächlich erteilte Musikunterricht in Schulen geht weiter zurück. Bis zu 80 Prozent des eigentlich vorgesehenen Musikunterrichts fällt aus oder wird fachfremd erteilt. Die Studien- und Berufsaussichten für angehende Musiker aus Deutschland werden auch aus diesem Grunde immer schlechter, die musikalische Vorbildung des Publikums nimmt allgemein ab“, so Mertens weiter.

„Die deutschen Orchester und Musiktheater haben in den vergangenen Jahren viele gute und erfolgreiche Education- und Musikvermittlungsprojekte entwickelt. Diese werden jedoch nur dann nachhaltig in die Gesellschaft wirken, wenn auch die musikalische Bildung in ganz Deutschland endlich wieder einen höheren Stellenwert bekommt. Wir brauchen mehr Musikunterricht!“, fordert Mertens abschließend.

 

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Am 12. Juni 2010 fand im Kölner Funkhaus die Preisverleihung des 3. bundesweiten Wettbewerbs „musik gewinnt! – Musikalisches Leben an Schulen“ statt.

Die Jurymitglieder Prof. Dr. Ortwin Nimczik, Prof. Karl Karst, Christian Höppner und Dr. Markus Köhler überreichten den Schülern und Lehrern ihre Urkunden. Zuvor hatten 180 Kinder und Jugendliche der Rheinischen Musikschule Köln unter Beteiligung mehrerer Kölner Schulen das Stück „Olivers Abenteuer“ von Markus Stockhausen aufgeführt.

Die mit je € 2.000 dotierten Hauptpreise gingen an folgende Schulen:
• Aschaffenburg: Staatliches Berufliches Schulzentrum
• Bamberg: Kaiser-Heinrich-Gymnasium
• Hamburg: Louise Schroeder Ganztagsgrundschule
• Leipzig: 68. Mittelschule
• Schongau: Welfen-Gymnasium
• Rostock: Förderzentrum an der Danziger Straße

Folgende Schulen wurden mit einem Förderpreis in Höhe von je € 300 ausgezeichnet:
• Berlin: Arndt-Gymnasium Dahlem
• Dortmund: Gesamtschule Gartenstadt
• Marktoberdorf: Gymnasium Marktoberdorf
• Naila: Staatliche Realschule
• Waldenburg: Europäisches Gymnasium und Freie Jugendkunstschule
• Würzburg: Matthias-Grünewald-Gymnasium

Der Wettbewerb „musik gewinnt“ wurde 2004 vom Verband Deutscher Schulmusiker (VDS) ins Leben gerufen und seither in Zusammenarbeit mit der Strecker-Stiftung, dem Kulturradio WDR 3, der INITIATIVE HÖREN und dem Deutschen Musikrat durchgeführt. Mit dem Wettbewerb werden Schulen ausgezeichnet, an denen das Musikleben weit über den regulären Musikunterricht hinausgeht und an denen neue, ideenreiche musikalische Initiativen oder wegweisende Modelle entstanden sind. Mitglieder der Jury 2010 waren unter Vorsitz von Prof. Karl Karst (WDR 3 Programmchef) Dr. Peter Hanser-Strecker (Strecker-Stiftung), Christian Höppner (Generalsekretär des Deutschen Musikrates), Dr. Markus Köhler (Stellvertretender Vorsitzender des VDS) und Prof. Dr. Ortwin Nimczik (Vorsitzender des VDS).

 

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Als erste künstlerische Hochschule Deutschlands hat die UdK Berlin eine Graduiertenschule eingerichtet. Sechs Stipendien wurden für Projekte vergeben, die künstlerische und wissenschaftliche Fragestellungen, Erkenntnisweisen und Ausdrucksformen miteinander verschränken. Beginnend mit einem Auftaktcolloquium werden die Stipendiaten nun zwei Jahre lang an der UdK Berlin arbeiten und lehren. Erste Ergebnisse sollen auf dem offiziellen Eröffnungsforum im Oktober vorgestellt werden. Die Graduiertenschule für die Künste und die Wissenschaften an der UdK Berlin ist ein postgraduales, transdisziplinäres und internationales Qualifikationsprogramm für herausragende Absolventen aller künstlerischen, gestalterischen und wissenschaftlichen Disziplinen, die den Austausch mit anderen Methoden und Erkenntnisweisen suchen. Sie wird von der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung finanziell gefördert.

„Mehr als 300 Bewerbungen von allen Kontinenten beweisen das hohe Interesse an einer Graduiertenschule, die nicht nur die Exzellenz innerhalb eines bestimmten Faches fördert, sondern vielmehr das Überschreiten der traditionellen Grenzen der Disziplinen verlangt“, sagt der Präsident der Universität der Künste, Prof. Martin Rennert. „Die Graduiertenschule an der Universität der Künste Berlin soll ein solches Labor sein, das künstlerische und wissenschaftliche Methoden füreinander produktiv macht. In den von uns ausgewählten Projekten wird diese Auseinandersetzung auf ganz unterschiedliche Art geführt werden – und auch die gegenseitige Anregung der Stipendiatinnen und Stipendiaten ist ein wesentliches Moment der Graduiertenschule für die Künste und die Wissenschaften an der UdK Berlin.“

Die Stipendiaten und ihre Projekte sind:

Ketan Bhatti, geboren 1981 in Neu Delhi, ist Jazz-Drummer und Komponist. In seinem Projekt Gemeinsam anders werden – Künstlerische Innovation durch verkörpernde Nachahmung will er gestützt auf eine Theorie der Mimesis als Weise des Verstehens untersuchen, inwieweit sich sinnliche Qualitäten wie Klang, Farbe, Textur usw. verkörperlichen lassen. Dies könnte dann eine Art gemeinsamer Sprache ergeben, die die Übertragung dieser Qualitäten in „fremde“ Disziplinen ermöglicht und so Innovationen anstößt. Bhatti will in seinem Projekt auch mit zwei Sonderforschungsbereichen der FU zusammenarbeiten.

Josa Gerhard, geboren 1981 in Köln, ist Musiker (Violine) und Darsteller in Musiktheaterproduktionen. Sebastian Quack, geboren 1982 in Siegburg, ist Game-Designer und Spiel-Forscher. Sie teilen sich das Stipendium für ihr Projekt Invisible Playgrounds, das die Bedingungen kollektiven und individuellen Handelns in den digital vernetzten Städten der Gegenwart thematisiert. Am Ende steht dabei ein Spiel, das Spielfeld ist die Stadt selbst, die Züge werden durch Street Games, Audio Adventures und partizipatives Musiktheater bestimmt. Kooperationspartner ist das Berliner Theater Hebbel am Ufer.

Vanessa Stern, geboren 1976 in Graz, ist Schauspielerin. Ihr Projekt Heulen kann jede. Weibliche Komik in der Krise wird, aufbauend auf empirischen Studien, in die Einrichtung eines „Krisenzentrums für weibliche Komik“ münden. Dort werden u.a. komische Aktionen im öffentlichen Raum geplant, außerdem dient es als Heimat einer komischen Figur, die Stern entwickeln will. So soll aus dem Zentrum ein „Basislager für die humoristische und politische Bearbeitung der Gesellschaft“ entstehen.

Pedro Stoichita, geboren 1983 in München, ist Philosoph und Zeichner. Seine Spinoza Variationen – Versuch einer bildlichen scientia intuitiva befassen sich im Anschluss an die Ideenlehre Spinozas mit der Möglichkeit einer nicht-diskursiven visuellen Erkenntnis. Die Frage lautet: Welche Erkenntnis ermöglicht ein Bild? Und: Wie kann man mit Bildern argumentieren? Die Antwort sucht Stoichita im Medium der sequenziellen Kunst und in Form eines grafischen Essays.

Ulrich Urban, geboren 1981 in Berlin, ist Fotograf und Medienkünstler. Ausgehend von der These, dass Bilder eine eigenständige Art des Denkens und Erkennens darstellen, reflektiert er in Augen brennen sehen die Entwicklung des Dorfes Berlin-Buch zu einem der größten Klinikkomplexe Europas. Eine Geschichte, die auch eine der Normierung von Krankheit und der Konstruktion von Normalität ist – welche wiederum von der Entwicklung der bildgebenden Verfahren beeinflusst ist. Am Ende des Projektes soll eine multimediale Installation mit einem Essayfilm als zentralem Element stehen.

Agnes Meyer-Brandis, geboren 1973 in Aachen, ist Bildhauerin und Medienkünstlerin. In Meteoros – In der Luft befindlich setzt sie sich mit Dingen zwischen Himmel und Erde auseinander, deren Bewegungen und Wirkungen und den jeweiligen Messinstrumenten. Sie unternimmt eine künstlerische Wirklichkeitsforschung an Objekten wie Meteoriten und Einschlagkratern, Federn und Bleikugeln, Weltraumschrott und interstellarem Staub. In welcher Form sich diese Fall-Studien schließlich manifestieren sollen, steht noch nicht fest – ist quasi noch in der Schwebe.

Die Stipendiaten wurden nach einer internationalen Ausschreibung von einer Jury aus zehn Professorinnen und Professoren der UdK aus 336 Bewerbern ausgewählt. Sie erhalten zwei Jahre lang eine Förderung von monatlich 1000 Euro plus einen Sachkostenzuschuss, um ihr Projekt verwirklichen zu können. Sie werden von Professorinnen und Professoren der UdK Berlin unterstützt und haben die Möglichkeit zur Lehre. Die jährlichen Auftakt- und Abschlussveranstaltungen der Graduiertenschule (Herbst- und Sommerforum) werden ergänzt durch monatliche Colloquien sowie Seminare, Workshops, Vorträge oder auch Ausstellungen und Performances. Die Graduiertenschule sucht die Kooperation mit führenden Partnerinnen und Partnern aus Wissenschaft, Forschung, Kunst, Kultur, Bildung und Wirtschaft und strebt den Status einer deutschlandweit und international herausragenden Kulturinstitution an.

 

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Die Musikakademie Rheinsberg zieht auch 2010 eine positive Bilanz ihrer Rheinsberger Pfingstwerkstatt Neue Musik, die vom 21. bis 23. Mai mit über 200 Teilnehmern, 21 Veranstaltungen und 15 Uraufführungen stattfand. Der Teil¬nehmerkreis bestand überwiegend aus Schülern und Studenten, die im Rahmen der Rheinsberger Pfingstwerkstatt Neue Musik die Gelegenheit hatten, renommierten Komponisten und Profimusikern zu begegnen und mit ihnen zusam¬menzuarbeiten. Aus dem Hochschulbereich waren die Kompositionsklasse Prof. Hornbach von der Hochschule für Musik Frankfurt a.M. angereist sowie die Teil¬nehmer des Internationalen Meisterkurs Querflöte der aus den USA stam¬menden Flötistin Carin Levine. Aus dem Bereich Schüler und Jugendliche nahmen das Ju-gendensemble Neue Musik Rheinland-Pfalz / Saarland teil sowie die Teilnehmer des Landeswettbewerbs „Jugend Komponiert“ Brandenburg und die Schreibwerk¬statt des Vereins Schreibende Schüler im Land Brandenburg. Den Berlin-Rheinsberger Kompositionspreises erhielt in diesem Jahr die junge Südkoreanerin Eun-Hwa Cho; ihrer Vorgängerin, der Französin Clara Maida, wurde ein Konzert gewidmet.

Außerdem wurden die Komponisten Paul-Heinz Dittrich und Georg Katzer jeweils mit einem Konzert geehrt. An Profimusikern waren vertreten das Sonar Quartett, das Trio „written-not-written“, das Ensemble „work in progress – Berlin“, das Ensemble „interface“ sowie die Solomusiker Frank Gutschmidt (Klavier), Meriel Price (Saxophon), Sabrina Ma (Marimbaphon), Nathan Plante (Trompete) und Matthias Bauer (Kontrabass).

„Jungen Menschen, die sich für Neue Musik interessieren, die Begegnung mit gestandenen Komponisten und Profimusikern zu ermöglichen, das macht die Rheinsberger Pfingstwerkstatt so einzigartig. Mit der diesjährigen Pfingstwerkstatt hat die Musikakademie Rheinsberg erneut unterstrichen, dass sie einen entscheidenden Beitrag zur kulturellen Bildung in Brandenburg und darüber hinaus spielt“, kommentierte Dr. Ulrike Liedtke, Direktorin der Musikakademie Rheinsberg.

 

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„Klasse! Wir singen“ heißt das neue Schüler-Singprojekt im Musikland Niedersachsen. Ministerpräsident Wulff und Kultusminister Althusmann stellten am 8. Juni 2010 „Klasse! Wir singen“ der Öffentlichkeit vor. Danach singen niedersächsische Kinder (Klassenstufen 1 bis 7) sechs Wochen lang täglich im regulären Unterricht Lieder aus dem „Klasse! Wir Singen“ – Liederbuch. Anschließend kommen alle Kinder in den großen Hallen des Landes zusammen, bilden einen Gemeinschaftschor und präsentieren Eltern und Interessierten die einstudierten Lieder bei einem großen Liederfest.

„Musikalische Bildung hat für uns im Musikland Niedersachsen besonders große Bedeutung. Wir wollen in unseren Schulen die Begeisterung für Musik und für das Singen noch weiter steigern. Ich freue mich, dass „Klasse! Wir singen“ nach dem großen Erfolg 2007 jetzt landesweit durchstartet.“, sagte Ministerpräsident Christian Wulff bei der Vorstellung des Projekts in Hannover.

„Klasse! Wir singen“ wurde 2007 erstmals in der Region Braunschweig umgesetzt. Dort gelang es Gerd-Peter Münden, dem Braunschweiger Domkantor und Projektinitiator, 28 000 Kinder und Lehrer für das tägliche Singen zu begeistern. Ziel des nun auf ganz Niedersachsen ausgeweiteten Projekts ist es, die Lust am Singen zu wecken und Kinder zu motivieren, zusammen als Klasse mit dem Klassenlehrer, als Chor und in den Familien zu singen. „Singen soll wieder cool sein.“ so Gerd-Peter Münden auf die Frage nach dem ursprünglichen Anliegen des bundesweit einzigartigen Projekts.

Schulklassen können sich vom 1. August bis 30. September 2010 anmelden. Jedes Kind bekommt für einen Teilnehmerbetrag von acht Euro das Liederheft, eine Lieder-CD und ein T-Shirt mit dem Klasse! Wir singen“-Logo. Kinder mit besonderem Förderbedarf sind von den Kosten befreit. Speziell vom Kultusministerium ausgebildete Multiplikatoren schulen im Januar 2011 die teilnehmenden Lehrerinnen und Lehrer in den Landkreisen. Anmeldeformulare und weitere Informationen unter http://www.klasse-wir-singen.de

 

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Das Programm „Jedem Kind ein Instrument“ wird ab August 60.000 Schülerinnen und Schüler im Ruhrgebiet erreichen. Das gab Minister­präsident Jürgen Rüttgers gestern (6. Juni 2010) in Dortmund bekannt. Im Rahmen des „JeKi“-Tages der Kulturhauptstadt 2010 sagte Rüttgers: „Auf den Erfolg von ‚Jedem Kind ein Instrument’ bin ich besonders stolz. Ich kenne niemanden in diesem Land, der das Programm nicht für einen vollen Erfolg hält und es weiter unterstützen würde.“ Rüttgers sagte, er gehe davon aus, dass das Programm wie geplant weiter Schritt für Schritt vom Ruhrgebiet auf das ganze Land ausgebaut werde. In Zukunft kämen auch Singen und Tanzen zu den Instrumenten dazu. Derzeit musizieren 43.000 Grundschüler bei „Jedem Kind ein Instru­ment“. Ab August kommen 100 zusätzliche Grundschulen zum Pro­gramm.

Rüttgers betonte, es müsse für jedes Kind die selbstverständlichste Sache der Welt sein, ein Instrument zu erlernen und auch ins Theater, ein Konzert oder eine Ausstellung zu gehen. Jedes Kind müsse seine musischen Talente entfalten können – die Fähigkeit, zu singen, ein Instrument zu spielen, zu schauspielern, zu tanzen, zu malen, zu bild­hauern oder zu dichten. Rüttgers: „Beim Malen, im Theater oder im Konzert können Kinder aus den verschiedensten Kulturen zusammen­kommen. Wenn sie Musik aus anderen Kulturen spielen, lernen sie sich gegenseitig verstehen. Auch und gerade ohne Sprache.“ Kinder er­führen so auch, dass sie einer Gemeinschaft angehörten. Einer Gemeinschaft, die einen trage. Die aber auch Disziplin und Respekt verlange. Und in der man sich gegenseitig respektieren müsse und begreifen lerne, sich in einen größeren Zusammenhang – etwa in ein Orchester – einzufügen.

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers bezeichnete „Jedem Kind ein Instrument“ als einen „ganz besonderen Teil der europäischen Kultur­hauptstadt Ruhr.2010“. In Namen des Landes dankte Rüttgers der Kulturstiftung des Bundes, der GLS Treuhand und allen anderen Unterstützern: „Lassen Sie uns gemeinsam alles dafür tun, dass noch mehr Kinder die Möglichkeit dazu erhalten. Denn es kommt auf jedes Kind an!“

 

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Kulturstaatsminister Bernd Neumann hat am Donnerstag bei einem Festakt in der Villa Massimo in Rom das 100-jährige Bestehen der Deutschen Akademie Rom - Villa Massimo vor zahlreichen prominenten Gästen aus Deutschland und Italien gewürdigt.

In seiner Ansprache betonte Staatsminister Bernd Neumann: „Die deutsch-italienischen Kulturbeziehungen sind in einem ausgezeichneten Zustand. In keinem Land der Welt unterhält Deutschland ein vergleichbar dichtes Netz kultureller Institutionen wie in Italien – zu denen als herausragender Leuchtturm die Villa Massimo gehört. Die Villa Massimo ist ein Symbol für die engen kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Italien, die weit in die Geschichte zurückreichen. Die Deutsche Akademie Rom, vor hundert Jahren entstanden durch großzügiges Mäzenatentum und in der Gegenwart getragen von staatlicher Verantwortung für unser Kulturerbe, ist ein einzigartiger Ort der künstlerischen Inspiration und des Austausches, ein Ort für Kreativität. Er ermöglicht den Stipendiaten, sich fast ein Jahr - unabhängig von finanziellen Sorgen und sonstigen Belastungen - ganz ihrer künstlerischen Arbeit in einem überaus inspirierenden Umfeld zu widmen. Wir brauchen diese Freiräume der Kunst und Kultur gerade in Zeiten, in denen Meldungen über ökonomische Schreckensszenarien alles andere zu überdecken drohen. Kultur ist ein wesentliches Fundament unserer Gesellschaft und deshalb ist jeder Euro, der in die Kultur fließt, eine Investition in die Zukunft. Dafür ist die Villa Massimo ein eindrucksvolles Beispiel."

Die Deutsche Akademie Rom - Villa Massimo ist die größte und bedeutendste Einrichtung zur Spitzenförderung deutscher Künstlerinnen und Künstler durch Studienaufenthalte im Ausland. 1910 von dem Industriellen Eduard Arnhold dem Preußischen Staat gestiftet, ist sie Eigentum der Bundesrepublik Deutschland und eine Einrichtung im Geschäftsbereich des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Die Villa Massimo bietet hochbegabten Künstlerinnen und Künstlern durch einen, vom BKM geförderten, einjährigen Studienaufenthalt, eingebunden in das kulturelle Leben Roms und Italiens, Chancen, sich künstlerisch weiter zu entwickeln. Jährlich werden bis zu zehn Stipendien an vorrangig jüngere Künstlerinnen und Künstler, die bereits öffentliche Anerkennung gefunden haben, in den Sparten Architektur, Bildende Kunst, Literatur und Musik (Komposition) vergeben. Die Stipendiaten erhalten – neben den Präsentationen in der Villa - die Möglichkeit, sich in Einzelausstellungen, Konzerten oder Veranstaltungen in Galerien sowie anderen Institutionen der Stadt zu präsentieren. Das Stipendium der Deutschen Akademie Rom - Villa Massimo gilt als die bedeutendste Auszeichnung für deutsche Künstler im Ausland.

Zahlreiche Stipendiatinnen und Stipendiaten der Akademie haben nationalen und internationalen Ruhm erworben, u.a. Felix Nussbaum, Karl Schmitt-Rottluff, Anselm Kiefer, Hans-Magnus Enzensberger, Uwe Johnson, Peter Rühmkorf, Herta Müller, Mathias Weischer, Carsten Nicolai, Ingo Schulze, Durs Grünbein, Kathrin Schmidt.

Die Villa Massimo einschließlich der Casa Baldi in Olevano Romano wird aus dem Haushalt des Kulturstaatsministers jährlich mit rund 2,1 Mio. Euro gefördert. Weitere Informationen: http://www.villamassimo.de.

 

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Im Mai 2010 hat das NRW KULTURsekretariat ein neues, höchst ungewöhnliches Programm zur Musikvermittlung an Schulen in NRW gestartet: „Haste Töne?“ will Schülerinnen und Schülern die oft als schwierig empfundene zeitgenössische Musik näherbringen. Im Verbund mit namhaften Künstlerpersönlichkeiten aus dem aktuellen Musikleben erhalten Schüler und Lehrer wertvolle Impulse und Hilfestellungen – mit dem Ziel, als Komponierende die eigene, neue Musik zu erschaffen und experimentelle Ausdrucksformen zu entwickeln. Mehr als 20 Schulen unterschiedlicher Schultypen aus NRW haben an der Einführungsveranstaltung am 20. Mai 2010 in Köln teilgenommen. Sie alle wollen sich bis zum Ende des kommenden Schuljahres aktiv an diesem einzigartigen Vermittlungsprojekt beteiligen.

Mit Carola Bauckholt (Szenische Musik), Michael Beil (Elektroakustische Musik/Medienkunst), David Graham (Kammermusik), Cord Meijering (Musiktheater/Oper), Lucia Ronchetti (Vokalmusik) und Mike Svoboda (Improvisierte Musik) sind herausragende Komponistinnen und Komponisten eingebunden, die zugleich unterschiedliche Genres stellvertretend repräsentieren. Sie begleiten das Projekt als Mentoren, vermitteln Grundlagen verschiedener Techniken zwischen Improvisation und Kammermusik, zwischen Elektronik und Vokalmusik und unterstützen die jungen Komponisten mit Ratschlägen, kritischen Anmerkungen und kompositionstechnischen Tricks.

Die Schüler werden miterleben, wie die eigene Musik von einem professionellen Ensemble erarbeitet und schließlich einem Publikum präsentiert wird. Das studio musikFabrik Jugendensemble wird die im Laufe des Schuljahres 2010/2011 komponierten Werke einstudieren und im Rahmen eines öffentlichen Konzertes im Konzerthaus Dortmund im Sommer 2011 zur Uraufführung bringen.

Mit dem Konzerthaus Dortmund, dem Landesmusikrat NRW und der musikFabrik NRW mit dem studio musikFabrik Jugendensemble konnten wichtige Partner für das Projekt gewonnen werden.

 

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ExpertInnen aus 100 Staaten haben sich darauf verständigt, die Bedeutung kultureller Bildung als Grundlage von Lernen und Forschen neu zu bewerten. Zum Abschluss der zweiten UNESCO-Weltkonferenz zur kulturellen Bildung verabschiedeten sie am 28.5.2010 in Seoul zehn Entwicklungsziele. "Kulturelle Bildung muss als Grundlage einer ausgewogenen kognitiven, emotionalen, ästhetischen und sozialen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen begriffen werden", so die Seoul-Agenda.

Qualitativ hochwertige kulturelle Bildung soll, so die Abschlusserklärung, nicht nur in der Schule angeboten werden, sondern in Kooperation mit KünstlerInnen und PädagogInnen auch in Stadt- und Jugendzentren, in Museen und Volkshochschulen für alle Altersgruppen. Voraussetzung dafür ist ein fundiertes Wissen über die Wirkung von kultureller Bildung.

Lernpartnerschaften vor Ort und gezielte Zusammenarbeit der zuständigen Ministerien erhöhen den Wirkungsgrad kultureller Bildung. Investition in die Fortbildung von PädagogInnen und KünstlerInnen ist ein weiterer Faktor.

Mehr als 2.000 Kultur- und BildungsexpertInnen haben auf der Weltkonferenz Strategien identifiziert, um Menschen durch kulturelle Bildung bessere Entwicklungschancen zu eröffnen. Die koreanische Regierung hatte die Initiative zu dieser Weltkonferenz ergriffen, um in der Boomregion Asien eine Neuorientierung der Bildungsdebatte anzustoßen.

"Die praxisorientierte Bildungsforschung hat mit dieser zweiten Weltkonferenz zur kulturellen Bildung einen starken Schub erfahren", so Prof. Dr. Eckart Liebau, Inhaber des neu eingerichteten UNESCO-Lehrstuhls für Kunst und Kultur in der Bildung an der Universität Erlangen-Nürnberg. "Kontinuierliche internationale Zusammenarbeit ist vereinbart, um die langfristige Wirkung kultureller Bildung besser zu erfassen. Die Weiterentwicklung von Schule für die Generation iPod steht auf der Tagesordnung. Kunst und kulturelle Bildung können dabei zum Rückgrat der Lernkultur werden."

Kulturelle Bildung für alle – das ist ein Ziel, für das sich auch Deutschland verstärkt einsetzt. Leuchtturmprojekte, das Engagement von Stiftungen und Dokumentarfilme tragen bundesweit dazu bei, Menschen die Wirkung von Kunst und Kultur näher zu bringen. Kulturelle Bildung kann helfen, eine kreative und kulturbewusste Gesellschaft zu werden. Der Bundesbildungsbericht wird dazu 2012 eine Bestandsaufnahme vorlegen.

Die Deutsche UNESCO-Kommission hat auf der Weltkonferenz die Publikation "Arts Education for All: What Experts in Germany are Saying" vorgestellt. Sie versammelt deutsche Fachbeiträge zur kulturellen Bildung und präsentiert dreißig Praxisbeispiele.

 

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Das zweijährige Projekt ÜBER LEBENSKUNST will gemeinsam mit Akteuren aus Kunst, Wissenschaft, Bildung, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft neue Ansätze einer Lebenskunst für das 21. Jahrhundert entwickeln und umsetzen.

Im Rahmen des Projekts werden 18 Kunst- und Kulturschaffende gesucht, die eine zukunftsfähige Lebenskunst mit Kindern und Jugendlichen an Schulen erproben. In einem Bildungsprogramm in Kooperation mit der Freien Universität Berlin werden sie in zehn Modulen zu Expert_innen einer „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ qualifiziert und auf die Zusammenarbeit mit Schulen vorbereitet. Teil des zertifizierten Programms ist die Entwicklung eines Kunst- bzw. Kulturprojekts gemeinsam mit einer Partnerschule. Die Teilnehmer/innen bewerben sich im Tandem mit den Schulen um die Förderung ihrer Projekte, die im Rahmen des ÜBER LEBENSKUNST-Festivals im Sommer 2011 von einer Fachjury ausgewählt und im Schuljahr 2011/2012 umgesetzt werden.

Aufgrund der grossen Nachfrage wurde der Einsendeschluss der Ausschreibung auf den 20. Juni verlängert.

Welche Inhalte bietet das Bildungsprogramm?
− Aktuelle Diskurse zum Thema Nachhaltigkeit und Klimawandel
− „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ – Theorie und Praxis
− Die Schule als Arbeitsfeld
− Projektentwicklung, Moderation und Beratung
− Methoden kultureller Bildung und künstlerische Workshops
− Individuelle Projektentwicklung mit einer Partnerschule

An wen richtet es sich?
An Kunst- und Kulturschaffende, die
− an der Gestaltung einer zukunftsfähigen Gesellschaft mitwirken wollen,
− Erfahrung mit der Durchführung von künstlerischen Projekten in der Schule haben,
− eine eigenständige künstlerische Position mitbringen,
− sich für die Professionalisierung des Arbeitsfelds von Künstler/innen in Schulen interessieren,
− eine Teilnahme an allen Ausbildungsmodulen garantieren können,
− bereit sind, mit einer Schule über die Ausbildungszeit hinaus zu arbeiten,
− gute Englischkenntnisse besitzen.

Was passiert wann und wo?
− Zeitraum: September 2010 bis Juli 2011
− Ort: Haus der Kulturen der Welt, Berlin
− Struktur: 10 Module etwa alle 4 Wochen, jeweils Donnerstag bis Samstag, ergänzt durch E-Learning
− Finanzierung: Die Ausbildung wird durch das Projekt ÜBER LEBENSKUNST finanziert, Fahrtkosten werden gemäß Bundesreisekostengesetz erstattet.

Wie kann man sich bewerben?
− Motivationsschreiben (max. 1 DIN-A4-Seite)
− Lebenslauf (max. 3 Seiten)
− Exposé bereits realisierter Projekte bzw. eigener künstlerischer Arbeit und/oder eine Ideenskizze für ein Schulprojekt (max. 5 Seiten)
− Einsendeschluss per Post oder E-Mail: 20. Juni 2010 (der Poststempel gilt)


Bewerbungen per Post oder E-Mail (max. 3 MB) an:
ÜBER LEBENSKUNST
- Bildungsprogramm -
c/o Haus der Kulturen der Welt
John-Foster-Dulles-Allee 10
10557 Berlin
bildungsprogramm@ueber-lebenskunst.org

Weitere Informationen zum Programm, zu den Terminen und zum Bewerbungsverfahren unter http://www.ueber-lebenskunst.org.

 

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Im Rahmen des Projekts „Abenteuer Neue Musik“ - einer Kooperation von Deutscher Musikrat, Schott Music, Margraf Publishers und nmzMedia - war nun bereits der fünfte Komponist zu Gast in einer Schule: Arnulf Herrmanns fünfsätziges Werk "Fiktive Tänze" war Ausgangspunkt dafür, Schülerinnen und Schülern einer 7. Klasse in Lörrach zeitgenössische Musik näher zu bringen.

nmzMedia dokumentiert das anschließende Interview von Dr. Markus Böggemann, Musikwissenschaftler an der Universität Potsdam, mit dem Komponisten.

Weiter zum Filmbeitrag


Eine ausführliche Anleitung mit Konzepten, Unterrichtsmaterialien und Filmbeiträgen für Musikpädagogen und alle Interessierten ist auf http://www.abenteuer-neue-musik.de zu sehen.

 

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Der 47. Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ hat vom 21. bis 28. Mai in Lübeck mit 2.400 Teilnehmern und mehr als 4.000 Gästen stattgefunden. 418 Teilnehmer erhielten einen 1. Bundespreis, 653 einen 2. Bundespreis und 668 einen 3. Bundespreis.

Dr. Kristina Schröder, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, sagte beim Abschlusskonzert: „Den eigenen Ton zu halten und gleichzeitig andere Stimmen zuzulassen, mit ihnen zusammenzuspielen: Das sind Fähigkeiten, die wir nicht nur beim Musizieren brauchen, sondern auch im täglichen Umgang. Dass sie Rhythmus, Takt und Harmonie beherrschen, haben alle Wettbewerbsteilnehmerinnen und -teilnehmer gezeigt. Deshalb kennt ‚Jugend musiziert’ auch nur Gewinner – viele Talente, die unsere Gesellschaft ein klein bisschen reicher machen“. Darüber hinaus sicherte sie die Mittel des Bundesjugendministeriums zur Förderung des Projektes „Jugend musiziert“ auch weiterhin zu.

Folgende Sonderpreise wurden verliehen: Der mit € 5.000 dotierte „Sonderpreis für Familienensembles“ der Sparkassen-Finanzgruppe ging an Martha und Paul Schnieber aus Bremen in der Kategorie „Harfen-Ensemble“. Der „Eduard-Söring“-Preis, ein Jahresstipendium der Deutschen Stiftung Musikleben in Höhe von € 6.000 erhielt die 17-jährige Geigerin Felicitas Frey aus Ebringen, der mit € 1.500 dotierte „Hans Sikorski-Gedächtnispreis“ Deutschen Stiftung Musikleben ging an den 17-jährigen Cellisten Jonas Palm aus Affalterbach.

Mit dem Erhalt eines Bundespreises stehen den Jugendlichen zudem weitere Förderprojekte offen. Dazu gehören Einladungen zum Probespiel für das Bundesjugendorchester, zu Kammermusikkursen, zu Konzertauftritten im In- und Ausland oder zum Wettbewerb des Deutschen Musikinstrumentenfonds, einer gemeinsamen Initiative der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Stiftung Musikleben.

Neben Zuwendungen aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und denen des Hauptsponsors Sparkassen Finanzgruppe, beteiligte sich die Kulturstiftung des Landes Schleswig-Holstein mit € 100.000 am Bundeswettbewerb. Auf kommunaler Ebene flossen € 200.000 der Possehl-Stiftung Lübeck, € 40.000 der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung zu Lübeck. Die Hansestadt Lübeck (u.a. Theater Lübeck GmbH, Lübecker Musik- und Kongresshallen GmbH) engagierte sich mit Leistungen im Wert von rund € 94.000. Die Musikhochschule Lübeck stellte für sieben Tage ihren Lehrbetrieb ein und machte rund 50 Übe-, Einspiel- und Wertungsräume nutzbar. Das Theater der Hansestadt Lübeck stoppte für „Jugend musiziert“ den regulären Spielbetrieb für eine Woche.

Seit 1963 wird der Bundeswettbewerb an wechselnden Orten in Deutschland ausgetragen. Der Wettbewerb steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten, Träger ist der Deutsche Musikrat.

Hier ist die derzeit aktuelle Liste der Sonderpreise 2010 einzusehen, dazu Fotos von Stiftern und Sonderpreisträgern während des Festaktes am 28. Mai 2010.

 

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20 Jahre Studiengang Musical/Show – das ist neben großem Entertainment auch die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema Musiktheater. So widmet sich das Symposium "Zwischen den Stühlen" den Remigranten im unterhaltenden Musiktheater der Fünfziger Jahre. Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler, die aufgrund ihrer jüdischen Herkunft oder oppositioneller Haltung nach 1933 ins Ausland geflohen waren, kamen nach 1945 wieder in den deutschen Sprachraum zurück – im Gepäck eine neue Gattung, die es bis dahin hierzulande noch nicht gab: das Musical.

Nach den Entbehrungen des Exils versuchten diese Künstlerinnen und Künstler, an ihre früheren Erfolge anzuknüpfen. Sie trafen auf die konservativen fünfziger Jahre und gerieten "zwischen die Stühle". Ein konfliktträchtiges Jahrzehnt, dynamisch pendelnd zwischen besitzstandswahrender Spätoperette und ästhetischer Innovation.

Beide Traditionsstränge, die des amerikanischen Musicals und des deutschen unterhaltenden Musiktheaters, fließen in der heutigen Ausbildung der UdK Berlin zusammen. Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Studiengangs werden diese Zusammenhänge mit einem wissenschaftlichen Symposium zwei Tage lang untersucht.

28. und 29. Mai 2010, 10-18 Uhr
Alte Bibliothek, Hardenbergstraße 33, Berlin-Charlottenburg
Eine Veranstaltung des Deutschen Musikarchivs und des Studiengangs
Musical/Show der UdK Berlin


Die Universität der Künste Berlin ist eine der größten künstlerischen Hochschulen in Europa und die einzige, die alle Disziplinen der Kunst und der auf sie bezogenen Wissenschaften in sich vereint. An den vier Fakultäten Bildende Kunst, Gestaltung, Musik und Darstellende Kunst sowie dem Zentralinstitut für Weiterbildung werden über 40 künstlerische, künstlerisch-wissenschaftliche und künstlerisch-pädagogische Studiengänge angeboten. Von rund 4000 Studierenden stammt etwa ein Fünftel aus dem Ausland. Die Geschichte der UdK Berlin reicht zurück bis zur Gründung der brandenburgisch-preußischen Akademie der Künste im Jahr 1696. Ihre heutige Form erhielt sie 1975 durch den Zusammenschluss der Hochschule für bildende Künste und der Hochschule für Musik und darstellende Kunst zur Hochschule der Künste (HdK). Seit 2001 trägt die Universität der Künste Berlin ihren heutigen Namen. Präsident ist seit Januar 2006 Prof. Martin Rennert. Mit mehr als 500 Veranstaltungen im Jahr trägt die UdK Berlin maßgeblich zum kulturellen Leben der Stadt bei.

 

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Vom 21. bis 28. Mai werden 2.400 Jugendliche aus allen Teilen Deutschlands und 30 Deutschen Schulen im Ausland anreisen, um in Lübeck am 47. Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" teilzunehmen. Die Hansestadt ist mit ihren zahlreichen Musikinstitutionen, allen voran die Musikhochschule, eine ideale Gastgeberin für die jungen Musikanten.

Eröffnet wird der Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" am Samstag, 22. Mai mit dem Konzert des Philharmonischen Orchesters der Hansestadt Lübeck und zwei renommierten Solisten: der Pianistin Konstanze Eickhorst und dem Klarinettisten Sebastian Manz Darüber hinaus sorgen weitere Konzerte im Rahmenprogramm dafür, dass "Jugend musiziert" für Teilnehmer und Anteilnehmer zum Festival der Begegnung wird:

Drei Preisträgerkonzerte, in denen sich die eben erst gekürte Bundespreisträger mit Ausschnitten aus ihrem Wettbewerbsprogramm dem Publikum präsentieren, eine Orgelsoireé mit Bundespreisträgern "Jugend musiziert" des Vorjahres und einem Abschlusskonzert am 27. Mai um 16.00 Uhr, zu dem "Jugend musiziert" Bundesjugendministerin Kristina Schröder begrüßen wird.

Die Solo-Kategorien des Bundeswettbewerbs "Jugend musiziert" 2010 sind: Streichinstrumente, Akkordeon, Percussion, Mallets, und zum ersten Mal auf Bundesebene, die Kategorie „Gesang (Pop)“. Die Ensemble-Kategorien lauten: Duo: Klavier und ein Blasinstrument, Klavier-Kammermusik, Vokal Ensemble, Zupf-Ensemble, Harfen-Ensemble und Alte Musik

Insgesamt absolvieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Laufe des Bundeswettbewerbs rund 1.400 Wertungsspiele vor 23 hochkarätig besetzten Jurygremien. Die Wertungsspiele finden in 19 Institutionen im Innenstadtbereich Lübecks statt. Der Besuch der Wertungsspiele ist kostenlos und für jeden öffentlich zugänglich.

Seit 1963 wird der Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" an wechselnden Orten in Deutschland ausgetragen. Er steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten, Träger ist der Deutsche Musikrat. Ständiger Förderer des Bundeswettbewerbs ist das Bundesjugendministerium. Seit vielen Jahren ist die Sparkassen-Finanzgruppe Hauptsponsor von "Jugend musiziert".

 

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Mit einem Festakt eröffnete der Sächsische Musikrat die Landesmusikakademie Sachsen am 7. Mai im
Schloss Colditz.

In der Überzeugung, dass Kulturpolitik Gesellschaftspolitik ist, hat der Sächsische Musikrat die Institutionalisierung einer Landesmusikakademie seit seiner Gründung im Jahr 1990 als Landesaufgabe angesehen. Eine Landesmusikakademie die als musikalische Arbeitsstätte, als Fortbildungs- und Kommunikationszentrum, sowohl die künstlerische Qualität des Laienmusizierens fördert, als auch der musikalischen Jugend- und Erwachsenenbildung dient, erweist sich aus Sicht des Musikrates als ein notwendiges Erfordernis zur Pflege und Fortentwicklung der sächsischen Musikkultur und damit als ein wesentliches Element der gesellschaftlichen Zukunftssicherung in Sachsen.

Der Sächsische Musikrat als Träger der Akademie war sich bei der Planung der Akademie der hohen Qualitätsanforderungen an die Räume bewusst. Daher wurden im ehemaligen Marstallgebäudes des Schlosses höchste Anforderungen an die Ausstattung in den Bereichen Akustik, Klima, Licht und Mobiliar gestellt.
Der Präsident des Sächsischen Musikrates Prof. Dr. Christoph Krummacher betonte in seiner Eröffnungsrede: „Wir freuen uns, den zukünftigen Nutzern der Akademie in den eigenen Räumen beste Arbeitsbedingungen und durch die Zusammenarbeit mit der Europa-Jugendherberge angenehme Aufenthaltsbedingungen bieten zu können. Und wir fühlen uns in der Stadt Colditz willkommen geheißen.“

 

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Die Bundesversammlung des Verbandes deutscher Musikschulen (VdM) hat auf ihrer Hauptarbeitstagung am 7./8. Mai 2010 die „Schweriner Erklärung“ verabschiedet. Darin fordert der VdM die Beteiligung an den vom Bundesbildungsministerium geplanten Etatsteigerungen für die musikalisch-kulturelle Bildung sowie die gesetzliche Verankerung der Musikschularbeit in den Ländern. Ebenso müsse die musikalisch-kulturelle Bildung mit dem Bildungsauftrag der öffentlichen Musikschulen Thema im Bildungsbericht 2012 der Bundesregierung und der Kultusministerkonferenz werden.

Die von Bundesbildungsministerin Annette Schavan angekündigte Erhöhung der Bildungsmittel um eine Milliarde Euro müsse auch die musikalischen Bildungsangebote der öffentlichen Musikschulen in Kooperation mit KiTa und allgemein bildender Schule erreichen. Denn musikalische Bildung fördert neben künstlerischer, emotionaler und sozialer Kompetenz auch Integration und eine kreative Lebensgestaltung. Um diese Kooperationen erfolgreich gestalten zu können und die zeitlichen und räumlichen Zugangsmöglichkeiten zu Musikschulangeboten als Basis der Musikkultur sicherzustellen, sei eine gesetzliche Verankerung in den Ländern und eine ausreichende finanzielle Landesbeteiligung für den Bildungsauftrag der öffentlichen Musikschulen zu gewährleisten.

Winfried Richter, Vorsitzender des VdM: „Bundes- und Landespolitik dürfen die Kommunen in ihrem Engagement für die Musikschulen nicht alleine lassen. Sie sind hier gefordert, die ausreichende Förderung der öffentlichen Musikschulen sicherzustellen, um dem Bildungsauftrag, den die Musikschulen mit ihrer musikalischen Breitenarbeit und der Förderung begabter junger Musiker erfüllen, gerecht zu werden. Heute mehr denn je bedeutet musikalisch-kulturelle Bildung für Kinder und Jugendliche bereits ab dem frühen Lebensalter auch allgemein bessere Bildungschancen und damit gesellschaftliche Teilhabemöglichkeiten“.

 

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Vom 7. bis 8. Mai 2010 veranstaltet der Verband deutscher Musikschulen (VdM) in Schwerin seine Hauptarbeitstagung und Bundesversammlung. Im Mittelpunkt steht dabei die aktuelle und zukünftige Arbeit der öffentlichen Musikschulen in Deutschland.

Einen wichtigen Stellenwert haben dabei das neue Positionspapier „Die Musikschule“ der Kommunalen Spitzenverbände mit Leitlinien und Hinweisen zur Musikschule in der kommunalen Bildungslandschaft und der neu überarbeitete erweiterte VdM-Strukturplan zu Konzept, Aufbau und Struktur der öffentlichen Musikschulen. Vorgestellt werden ebenfalls das vom Bundesbildungsministerium geförderte VdM-Projekt „Musikalische Bildung von Anfang an“ und der hierzu entwickelte Bildungsplan für die Grundstufe/Elementarstufe.

„Schwerin ist stolz auf seine beiden Musikschulen, die zahlreiche Preisträgerinnen und Preisträger in den Regional-, Landes- und Bundeswettbewerben ‚Jugend musiziert’ hervorgebracht haben und zum kulturellen Profil der Landeshauptstadt gehören“, hob Stephan Nolte, Stadtpräsident der Landeshauptstadt Schwerin, beim heutigen Pressegespräch zur Hauptarbeitstagung des VdM in Schwerin hervor. Die Musikschulen seien dabei Orientierungspunkt und Qualitätsgarant für die Basisarbeit im kulturellen Netzwerk. „Darüber hinaus zeigt das in Schwerin initiierte international preisgekrönte herausragende Musikfestival ‚Verfemte Musik’ die pädagogischen und künstlerischen innovativen Ansätze in der Wiederentdeckung der durch die Nationalsozialisten verfolgten Komponisten und vergessener Musikwerke“, so Nolte.

Wie wichtig die Musikschulen für das Bildungsangebot der Kreise, Städte und Gemeinden sind, betonte der VdM-Vorsitzende Winfried Richter: „Die öffentlichen Musikschulen sind von zentraler Bedeutung für die musisch-kulturelle Bildung der Kinder und Jugendlichen in Deutschland. Die kommunalen Spitzenverbände fordern die Musikschule daher als festen Bestandteil der Bildungslandschaft. Dies ist eine grundlegende Erkenntnis, denn die qualifizierte Musikausbildung, die öffentliche Musikschulen für alle Alters- und sozialen Bevölkerungsgruppen gewährleistet, garantiert den Erhalt unserer Musikkultur. Die Umsetzung dieses Bildungsauftrags darf jedoch nicht nur auf den Schultern der Kommunen ruhen. Auch die Länder sind in hohem Maße dafür zuständig“, so Richter.

Die rund 920 öffentlichen Musikschulen im VdM sind bundesweit an mehr als 4.000 Standorten vertreten. An ihnen werden jährlich über eine Million Kinder, Jugendliche und Erwachsene nach hohen Qualitätsstandards im Singen und Musizieren unterrichtet. Die öffentlichen Musikschulen sind damit die Bildungsinstitutionen, die die weitestgehende musikalische Breiten- und Spitzenförderung in ganz Deutschland bewirken.

 

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Der Landesmusikrat NRW, Dachverband von über fünfzig Musikverbänden in Nordrhein-Westfalen, begrüßt die Ausdehnung des Programms „Jedem Kind ein Instrument“ auf das ganze Bundesland. Dass jedes Grundschulkind mit einem Musikinstrument vertraut wird und gemeinsam mit anderen musiziert, war bisher ein Angebot, das nur dem Ruhrgebiet vorbe­halten war, wo in diesem Schuljahr die Kinder aus mittlerweile über 500 Grundschulen an dem Programm teilhaben. Diesen Ansatz auf ganz NRW auszudehnen, bedeutet eine große Kraftanstrengung für das Land NRW, das die finanzielle Last ab 2011 zusammen mit Kommunen und Eltern ohne Bundeshilfe tragen muss, sowie für die beteiligten Musik­schulen, Grundschulen und ihre Lehrerinnen und Lehrer.

Es ist dabei ein von Vernunft getragener neuer Ansatz, vor Ort mehr Gestaltungsfreiheit einzuräumen – insbesondere auch im Kanon des Instrumentenangebots. Denn jede Region hat ihre Eigenheiten in ihrem Musikleben. Und die vielen bereits arbeitenden Projekte zur Musikalisierung im Grundschulbereich sollten ohne große inhaltlichen Kompromisse einbezogen werden. Vernünftig ist es auch, das Singen in das Programm zu integrieren und die Phase des Elementarunterrichts und Kennenlernens der Instrumente bis zum Ende des 2. Schuljahres zu verlängern.

Der Landesmusikrat begrüßt zudem, dass Staatskanzlei und Stiftung „Jedem Kind ein Instrument“ das Problem der nicht ausreichenden Zahl von Musiklehrern in NRW im Auge haben. Für angemessen hält er zudem, dass den eingesetzten Lehrerinnen und Lehrern, wie beabsichtigt, nun auch die Kommunikation mit den Grundschulmitarbeitern und mit den Eltern entgolten werden soll. Um mehr junge Musikschul­kräfte für „Jedem Kind ein Instrument“ zu gewinnen, werden Gespräche mit den Musikhoch­schulen geführt. Erforderlich wird jedenfalls nach Ansicht des Dachverbands die Einbindung aller kommunalen und auch privaten Musikschulen in NRW sein.

Der Landesmusikrat geht davon aus, dass in diese Anstrengung alle relevanten Einrich­tungen und Verbände einbezogen werden, und ist sich sicher, dass sich das Musikleben Nordrhein-Westfalens dieser Initiative stellen wird. Erfreulich war in der ablaufenden Legislaturperiode, dass „Jedem Kind ein Instrument“ von allen Abgeordneten im Kultur­ausschuss des Landtags – abgesehen von Detail-Diskussionen – unterstützt wurde, und es ist zu hoffen, dass dieses in den kommenden fünf Legislaturjahren wiederum der Fall ist.

 

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Jedes Kind in Nordrhein-Westfalen soll künftig die Chance erhalten, ein Instrument zu erlernen. Deshalb soll das Programm „Jedem Kind ein Instrument“ im Ruhrgebiet fortgesetzt und in einem Prozess von etwa zehn Jahren auf das ganze Land ausgedehnt werden. Das gab der nordrhein-westfälische Staatssekretär für Kultur Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff heute (4. Mai 2010) in Düsseldorf bekannt. Grosse-Brockhoff: „Jedem Kind ein Instrument“ hat sich im Ruhrgebiet nicht nur bewährt. Es ist in dieser Form einzigartig in Europa. Wir wollen allen Kindern un­abhängig von ihrer sozialen Herkunft die Möglichkeit geben, ihre Kreati­vität zu entfalten.“ Grosse-Brockhoff zufolge wisse man, wie positiv ge­rade gemeinsames Musizieren auf Kinder wirke. Es förderte Motivation und Konzentration, soziale Kompetenz und Offenheit. Oberstes Prinzip für die landesweite Ausdehnung des Programms sei die Freiwilligkeit. Ziel sei eine Teilnahmequote von 80 Prozent. Zahlreiche Prominente unterstützen das Projekt, indem sie als Paten auftreten und einen Un­terstützerkreis gründen. Hierzu gehören Daniel Barenboim, Jürgen Flimm, Alexander Pereira, RuhrTriennale-Intendant Willy Decker, der Leiter der Schlossfestspiele Ludwigsburg Thomas Wördehoff und der Präsident des Deutschen Bühnenvereins Klaus Zehelein sowie die Journalisten Claus Kleber und Manni Breuckmann.

Grosse-Brockhoff zog eine positive Bilanz des Ruhrgebietsprojekts. „Je­dem Kind ein Instrument“ habe eine große Ausstrahlung und Signalwir­kung - nicht nur innerhalb Nordrhein-Westfalens, sondern bundesweit und sogar international. In den Bundesländern Hamburg, Hessen, Thü­ringen und Sachsen seien durch das nordrhein-westfälische Beispiel inspirierte Initiativen entstanden oder in Vorbereitung. Im Schuljahr 2009/10 nehmen insgesamt 43.300 Kinder aus 522 Grundschulen in 42 Kommunen des Ruhrgebiets am Projekt teil. 56 kommunale und private Musikschulen sind an dem Projekt beteiligt. Das von den Kindern mit Abstand am häufigsten gewählte Instrument ist die Gitarre, gefolgt von Violine, Flöte und Trompete. Im kommenden Schuljahr 2010/11 werden erstmals alle Erstklässler der teilnehmenden Grundschulen im Ruhrge­biet die Chance haben, ein Instrument zu erlernen. Erste Berechnungen gehen davon aus, dass dann insgesamt 64.000 Kinder mit dabei sind. Die Umsetzung des Programms „Jedem Kind ein Instrument“ kostet vom Schuljahr 2007/2008 bis zum Ende des Schuljahres 2010/2011 rund 47,23 Millionen Euro. Davon hat die Kulturstiftung des Bundes 10 Millio­nen Euro als Anschubfinanzierung übernommen. Die prognostizierten Kosten der Ausweitung für das Land steigern sich im Zeitraum 2012 – 2023 je nach landesweiter Abdeckung von etwa 19 Millionen Euro auf ca. 70 – 80 Millionen Euro (einschließlich Ruhrgebiet).

Aufgrund der bisher gemachten Erfahrungen soll das Projekt fortlaufend ausgebaut und modifiziert werden. Dazu hat die Landesregierung ein umfangreiches Konzept erarbeitet. Grosse-Brockhoff: „Die Veränderun­gen folgen vier Leitideen:

* Vor Ort soll mehr Gestaltungsfreiheit eingeräumt werden.
* Wir wollen, dass die Intensität und Qualität des Programms im Vorder­grund stehen.
* Wir wollen die Verankerung des Projektes in der Grundschule auch mit eigenen Beratungslehrern sicher stellen.
* Außerdem wollen wir die Voraussetzungen für die Gewinnung der benötigten Musikschullehrer verbessern.“

Das Tandem-Modell – Grundschullehrer und Musikschullehrer unter­richten im ersten Schuljahr gemeinsam - habe sich grundsätzlich be­währt und solle beibehalten werden.

Inhaltliche Veränderungen gegenüber dem bisherigen Konzept

* Die Kinder sollen mehr Zeit für den musikalischen Einführungsunter­richt und zum Kennenlernen der Instrumente haben. Dabei soll dem Singen mehr Raum gegeben werden. Der kostenlose JEKI-Unter­richt soll künftig erst nach einer Einführungsphase im 1. Schuljahrs beginnen (und nicht wie bisher sofort) und bis zum Ende des 2. Schuljahres dauern (bisher: nur 1. Schuljahr). In dieser Phase liegt ein Schwerpunkt beim Singen. Das heißt: Instrumentalunterricht soll erst ab dem 3. Schuljahr erteilt werden. Das geschieht nach wie vor in Gruppen, die aber mit maximal 4 Kindern kleiner werden. Parallel gibt es Ensembleunterricht (ca. 20 Kinder).
* Zukünftig können die Fächer „Singen“ und „Tanzen“ neben den Instrumenten angeboten werden. Nicht jedes Kind hat eine musische Begabung im Bereich des Instrumentalspiels, soll aber dennoch ge­fördert werden.
* Vor Ort soll mehr Gestaltungsfreiheit eingeräumt werden. Basismusikalisierungsprojekte, die es bereits gibt, sollen beim JEKI-Programm mitmachen können. Sie sollen ihren eigenen Weg entwi­ckeln können, der den JEKI-Zielen und –Ansprüchen gerecht werden muss.
* Elternbeiträge: 1. und 2. Schuljahr frei; 35 Euro im 3. und 4. Schul­jahr. Sozialhilfeempfänger / Hartz IV-Empfänger weiterhin frei (wird den Kommunen vom Land erstattet).
* Der Bedarf an Musikschullehrern steigt von ca. 660 in 2011 auf 3.556 in 2023 bei 15 JEKI-Stunden pro Woche). Wegen der erfor­derlichen Ausbildungskapazitäten an den Hochschulen sind wir mit dem Wissenschaftsministerium und den Hochschulen im Gespräch.
* Die Kommunen werden durch die JEKI-Stiftung in Bochum unter­stützt, die für die zentrale Programmentwicklung und -steuerung auf Landesebene zuständig sein soll. Regionalberaterinnen und -berater der Stiftung werden eine Präsenz in den einzelnen Regionen ge­währleisten.
* Das Prinzip der Freiwilligkeit soll eine besondere Rolle spielen. Das gilt für jedes einzelne Kind, das gilt aber auch für eine Grund­schule oder eine Kommune.
* Die Verankerung des Projektes in den Grundschulen muss sicher­gestellt werden. JEKI soll einen breiten Rückhalt bei Schülern, Lehrern und Eltern in der jeweiligen Grundschule finden. Besonders die räumlichen und personellen Voraussetzungen müssen vorhan­den bzw. – soweit möglich - durch den Schulträger rechtzeitig und im notwendigen Umfang geschaffen werden. Jede Grundschule soll eine(n) JEKI-Beauftragte(n) erhalten, der je nach Größe der Grundschule 1-2 Entlastungsstunden erhält.
* Auch bei den Musikschullehrern sollen Tätigkeiten wie z.B. die Kom­munikation mit den Grundschulmitarbeitern und –Eltern als (be­zahlte) Arbeitszeit zusätzlich zur eigentlichen Unterrichtszeit in einem bestimmten Rahmen anerkannt und durch das Land dementspre­chend bezuschusst werden.

 

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Die Studie ‚Lernorte oder Kulturtempel‘ wurde vom Zentrum für Kulturforschung (ZfKf) 2009/10 erarbeitet und durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. In einer repräsentativen, bundesweiten Befragung von über 400 klassischen Kultureinrichtungen, Bibliotheken, Museen, Theatern, Orchestern und Mehrspartenhäusern wurde die kulturelle Bildungsarbeit der Einrichtungen untersucht. Ziel der Studie war eine systematische Bestandsaufnahme der kulturellen Bildungsarbeit in klassischen Kultureinrichtungen, um der Notwendigkeit verstärkter und koordinierter Anstrengungen in der kulturellen Bildung gerecht zu werden

Die kulturpolitische Diskussion um kulturelle Bildung zeigt Wirkungen und zeugt von einem wachsenden Engagement der klassischen Kultureinrichtungen. In den letzten fünf Jahren ist die Angebotsvielfalt in diesen Einrichtungen deutlich angestiegen. Nur 13% aller in der Studie befragten Kultureinrichtungen haben keinerlei Bildungsangebote im Programm. Wenn man die Ergebnisse der Studie hochrechnet, so gab es in den klassischen Kultureinrichtungen im Jahr 2008 ca. 57 Millionen Besuche von Bildungsveranstaltungen.

Aus der empirischen Arbeit lassen sich einige spannende Empfehlungen ableiten. Kulturelle Bildung sollte immer ein Anliegen der Leitung von Einrichtungen sein, damit eine Weiterentwicklung von Angeboten die nötige Unterstützung erhält. Künstlerisch-kreative Ansätze und Vermittlungsmethoden sollten im Fokus stehen. Eine breite fachliche Diskussion um kulturelle Bildung würde helfen, herausragende Ansätze besser bekannt und für alle Institutionen zugänglich zu machen. So konnte in der Studie festgestellt werden, dass die Zahl der Angebote mit der Verfügbarkeit personeller Ressourcen steigt, die Differenziertheit des Angebots aber nicht vom Ressourceneinsatz abhängig ist.

Im ländlichen Raum sollte das Bildungsangebot ausgebaut werden. Kleine Einrichtungen haben es schwerer, ein adäquates Angebot zu realisieren. In der Zielgruppenarbeit bestehen einige blinde Flecken. Es gibt noch viel zu wenig Angebote, die unter anderem Menschen mit Migrationshintergrund ansprechen (1%). Hier muss in differenzierter und integrativer Form, mit Sensibilität für die verschiedenen Zielgruppen nachgearbeitet werden. Kulturelle Bildung sollte enger mit Migrantenvereinen bzw. -verbänden zusammen arbeiten und möglichst Künstler integrieren, die selbst aus anderen Kulturkreisen stammen.

Angebote speziell für Kindergärten und Kindertagesstätten (bisher 6%) sollten ebenso ausgebaut werden wie die für Jugendliche im Freizeitbereich (bisher 6%). Ein breites Angebotsspektrum besteht hingegen für Schulklassen, an die sich auch ein Großteil der Bildungsveranstaltungen im Jahr 2008 (60%) richtete. Die Untersuchung zeigt, dass nur die Hälfte der Schulklassenangebote altersspezifische Differenzierungen zwischen den Primar- und Sekundarschulklassen vornimmt. Hier besteht noch Entwicklungsbedarf. Schließlich gibt es Lücken in den Angeboten für die Zielgruppe älterer Menschen und Senioren. So fehlen zum Beispiel noch Bildungsangebote, die explizit intergenerative Themen aufgreifen, oder sich an ältere Bildungsferne richten.

Was die Perspektiven der Kultureinrichtungen selbst angeht, so wünschen sie sich vor allem mehr Unterstützung im finanziellen Bereich (82%) und mehr Interesse der Schulen an kultureller Bildung (55%). Ein Weg, hier Abhilfe zu schaffen wäre, dass die Angebote für Bildungseinrichtungen kommunal oder regional koordiniert werden, um die Einrichtungen zu entlasten und mehr Raum zu schaffen für ihre konkrete kulturelle Bildungsarbeit.

Im Anschluss an die Vorstellung der Studie wurden am 29.4.2010 in einer Expertentagung im BMBF mit den Fachverbänden, die die Durchführung der Studie unterstützten, politischen Vertretern und weiteren Multiplikatoren die Konsequenzen aus der Studie diskutiert und weiterführende Maßnahmen abgeleitet, die den Ausbau der Kulturangebote in klassischen Kultureinrichtungen fördern.

 

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Der Pianist Alfred Brendel ist der erste Dozent, der im Beethoven-Haus einen Meisterkurs für Kammermusik leiten wird. Vom 1. bis zum 5. August unterrichtet er zwei junge Streichquartette im Kammermusiksaal. Die Finanzierung übernimmt der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM).

Bereits seit 2006 richtet das Bonner Beethoven-Haus die „Internationalen Beethoven Meisterkurse Bonn” aus. Die Anregung dazu hatte Kurt Masur, der Dirigent und Vorstandsvorsitzende des Vereins Beethoven-Haus, gegeben. Er leitete auch selbst die ersten Beethoven Meisterkurse für junge Dirigenten. Sie fanden in den Jahren 2006, 2008 und 2009 in enger Kooperation mit dem Beethoven Orchester Bonn und dem Dirigentenforum des Deutschen Musikrats statt.

Ab diesem Jahr wird es nun auch Meisterkurse für Kammermusik geben. Dr. Philipp Adlung, Direktor des Beethoven-Hauses, und Ursula Timmer-Fontani, Projektleiterin der Meisterkurse, stellten das Programm des ersten Meisterkurses für Kammermusik vor. „Die positiven Erfahrungen aus den sehr erfolgreichen Dirigier-Kursen mit Kurt Masur haben uns ermutigt, von diesem Jahr an Meisterkurse für Kammermusik in unserem eigenen Kammermusiksaal auszurichten”, erläutert Philipp Adlung.

Der Dozent des ersten Kammermusikkurses, der vom 1. bis zum 5. August stattfindet, ist Alfred Brendel, der große Pianist und langjähriges Ehrenmitglied des Vereins Beethoven-Haus. Er wird jedoch nicht etwa junge Nachwuchspianisten unterrichten, wie man es vermutlich erwarten würde. Alfred Brendel wird seine künstlerischen Erfahrungen vielmehr an zwei junge Streichquartett-Ensembles weitergeben, die von dem renommierten Artemis Quartett – ebenfalls Ehrenmitglieder des Beethoven-Hauses – ausgewählt wurden. Es sind das Quartetto Lyskamm aus Italien und das Meccorre String Quartet aus Polen. Auf dem Programm stehen die Streichquartette a-Moll op. 132 und F-Dur op. 135 von Ludwig van Beethoven. Die Finanzierung des Kurses für Kammermusik 2010 – wie schon der Dirigierkurse – übernimmt der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM).

Ziel der Internationalen Beethoven Meisterkurse des Beethoven-Hausees ist es, dem künstlerischen Nachwuchs Beethovens Werk auf besonders intensive Weise näher zu bringen und den jungen Musikern nachhaltige Anregungen für die eigene Auseinandersetzung mit den Kompositionen Beethovens zu geben, darüber hinaus aber auch tiefere Einsichten in den Umgang mit dem musikalischen Repertoire überhaupt zu vermitteln.

Ein wesentlicher Bestandteil ist immer ein intensives Quellenstudium, also das Heranführen der jungen Künstler an den Umgang mit Beethovens Handschriften und anderen wesentlichen Quellen aus der bedeutenden Sammlung des Beethoven-Hauses sowie mit Urtext-Ausgaben, die dem praktischen Musiker wertvolle Einsichten vermitteln und neue Interpretationsansätze liefern können. Betreut wird dieser Teil der Kurse jeweils von den Wissenschaftlern des Beethoven-Archivs.

Das Quellenstudium macht die Beethoven Meisterkurse zu einem einzigartigen Angebot für die jungen Nachwuchsmusiker, und die Dozenten (bisher Kurt Masur und Alfred Brendel) legen darauf größten Wert.
Den Meisterkurs mit Alfred Brendel wird Prof. Dr. Emil Platen, der Herausgeber des Bandes mit den
späten Streichquartetten in der Neuen Gesamtausgabe (der Werke Beethovens, als wissenschaftlicher Berater betreuen. Die Neue Gesamtausgabe erscheint im Henle Verlag, der freundlicherweise auch das Notenmaterial für den Meisterkurs zur Verfügung stellen wird.

Die Proben sind öffentlich, so dass auch interessierte Laien und passive Teilnehmer den Unterricht verfolgen können. Der Kammermusik-Meisterkurs beginnt am Sonntag, dem 1. August, mit einem Lecture-Recital von Alfred Brendel zum Thema „Charakter in der Musik”. Den Kurs beschließt am 5. August ein – ebenfalls öffentliches – Abschlusskonzert der Teilnehmer. Auf dem Programm steht außerdem eine „Beethoven-Werkstatt”: Am Mittwoch, den 4. August, wird Emil Platen den teilnehmenden Ensembles und interessierten Musikfreunden Einblicke in editorische Fragen der späten Streichquartette Beethovens geben und den Weg „Von den Quellen bis zur Interpretation” erläutern. Moderiert wird die Veranstaltung von Matthias Moosdorf, dem Cellisten des Leipziger Streichquartetts und Mitherausgeber einer Publikation über Beethovens Streichquartette.

Der Vorverkauf für die öffentlichen Proben, die Lecture und das Abschlusskonzert beginnt am 5. Mai.
Der Eintritt zur „Beethoven-Werkstatt” ist frei.

 

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Der Sächsische Musikrat hat sich als landesweit größter Kulturdachverband im Rahmen seiner Mitgliederversammlung mit dem Thema Musische Bildung in den Schulen im Freistaat Sachsen beschäftigt.

Die u.a. dabei anwesenden Vertreter von Musikhochschulen, Musikschulen, Freiberuflichen Musikern und Schulmusikverbänden haben dabei nochmals einstimmig auf die Bedeutung dieses Bereichs der Kulturellen Bildung für die schulische Bildung hingewiesen und ihre Grundbedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung und die gesellschaftliche Teilhabe des kulturell gebildeten, emanzipierten Individuums gewürdigt.

Die Mitgliederversammlung des Sächsischen Musikrates weist daher vor dem Hintergrund der laufenden Diskussion um die Zukunft der Lehrerbildung in Sachsen darauf hin, dass der musikalischen Breitenbildung im Grund- und Vorschulalter eine weitere Auszehrung droht.
Die mittel- und langfristig notwendigen Kapazitäten können auch für das Fach Musik nicht allein am Standort Leipzig bereitgestellt werden. Es bedarf nicht nur höherer Kapazitäten, sondern auch unterschiedlicher Profile, um die Breite des künftigen Bedarfs abzudecken.

Um diesen Prozess nachhaltig und auch von seinen Kosten her sinnhaft zu machen, sollen gesicherte und ausreichende Einstellungskorridore auch für diese Schularten bereit stehen.

 

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„Standortbestimmung Musikhochschule Nürnberg: Aufbruchstimmung oder Nachhilfesituation für die Musiklandschaft in Bayern?“ Mit dieser Frage eröffnete Präsident Thomas Goppel das Pressegespräch im Kammermusiksaal der Musikhochschule Nürnberg, zu welcher der Bayerische Musikrat geladen hatte. Martin Ullrich, Präsident der Musikhochschule Nürnberg, und Vizepräsidentin Renate Reitinger zeigten im Gespräch mit Vertretern des BMR-Präsidiums, seiner Mitgliedsverbände sowie der Presse deutlich auf, wohin der Weg führt. Ullrich: „Unsere Profilierung zielt darauf, künstlerische Exzellenz zu erzeugen und den musikalischen Bildungsauftrag zu erfüllen. Das ist für uns kein Gegensatz, sondern zentrales Anliegen.“

Die Musikhochschule Nürnberg nutzt dabei die Gunst des „verspäteten Starts“. Weil 2008 erst gegründet und im Oktober 2009 mit einem neuen Präsidenten besetzt, nimmt man die Chance wahr, im dadurch verzögerten Bologna-Prozess Fehler der Frühphase zu vermeiden und ein Profil zu entwickeln, das durch ein vielfältiges Angebot auf die optimierte Ausrichtung der Berufsfeldorientierung setzt. Wichtig ist der Hochschulleitung dabei die Vereinbarkeit von musikalischer Bildung und künstlerischer Exzellenz. Ullrich: „Wir finden uns hier im institutionellen Kontext mit der Rektorenkonferenz der Musikhochschulen wieder. Sie hat im Herbst eine Imagekampagne gestartet, damit die Musikhochschulen in Deutschland zeigen können: wir erzeugen künstlerische Exzellenz, aber wir haben auch einen musikalischen Bildungsauftrag, der als ein Bestandteil kultureller Bildung insgesamt begriffen werden muss. So ist es zu dieser erstaunlichen Entwicklung gekommen, die große Imagekampagne unter den Begriff der “Musikalischen Bildung“ auszurichten.“ Da Nürnberg jedoch keine Schulmusikausbildung anbietet, konzentriert sich die Musikhochschule auf den Kernbereich der künstlerischen und der künstlerisch-pädagogischen Ausbildung sowie der elementaren Musikpädagogik. Ullrich: „Wir streben eine interne Vernetzung unserer Studienbereiche an. Da kommt uns auch die Bolognareform entgegen. Wir greifen den Trend zur Mehrfachqualifikation, wie er in den zurückliegenden Jahren verstärkt zu beobachten war, auf und versuchen, ihn sinnvoll in unseren Ausbildungsstrukturen abzubilden.“ Die Studiengänge zueinander durchlässig zu machen, darin sieht Ullrich die große Chance für den Standort Nürnberg. Ullrich: „Die Grenzen sind nur dort, wo die Grenzen der Ressourcen sind.“

„Unsere große Aufgabe ist es auch, Wege zu finden, um musikalische Bildung nachhaltig in der Gesellschaft zu verankern“, so Renate Reitinger. Gezielt habe man sich mit Bildungsbereichen der Stadt, der Frühförderung und der Zielgruppe der Schüler vernetzt und zahlreiche Initiativen gestartet, unter anderem eine jährliche Musiktheaterproduktion mit der freien Theaterbühne Mumpitz, die Kinderuni, einen Seminarschulbetrieb, bei dem Kinder in der Musikhochschule im Rahmen der Lehrpraxis kostenlosen Unterricht erhalten, sowie das Kooperationsprojekt „Wachsen mit Musik“, das auf drei Säulen basierend jedem Kind an derzeit 20 Kindergärten in Nürnberg qualifiziert vermittelten Zugang zur Musik ermöglicht.

Einen weiteren Focus richtet die Musikhochschule Nürnberg auf Kooperationen mit Institutionen im Pre-College-Bereich wie Berufsfachschulen, studienvorbereitenden Musikschulen und Musikgymnasien. „Noch immer ist nicht weitreichend bekannt, dass ein Musikstudium auch ohne Abitur möglich ist“, so Präsident Thomas Goppel. Tatsächlich kommen 30 % der Studenten im künstlerisch-pädagogischen Ausbildungsbereich aus den Berufsfachschulen, informierte Reitinger, „und das ziemlich konstant“. Zum Novum zählt auch die Aufnahme von Studenten aus der Schule für Blinde und Sehbehinderte. Ullrich: „Das ist ein Pilotprojekt, aber wir sehen es als unsere Verpflichtung an, auch solchen Menschen individuell, gleichberechtigt und barrierefrei ein Studium zu ermöglichen.“

Zu dieser inhaltlichen Profilierung und der Bolognareform gibt es in Nürnberg ganz konkret noch eine dritte Baustelle. Laut Ullrich eine „Morgengabe der Stadt Nürnberg“, soll die Musikhochschule hochschulgerecht umgebaut werden. Auch soll es einen neuen Orchestersaal als Studien- und Probensaal im Innenhof geben. Die Bauphase ist von 2011 bis 2013 geplant. Vergleichbar mit der inhaltlichen Konzeption ist die Sanierung des Gebäudes auf eine Optimierung und Ausweitung der vorhandenen Strukturen ausgerichtet.

„Klein, aber fein“, lobte Goppel die Angebote und Pläne der Musikhochschule Nürnberg und unterstrich, was ihm besonders gefällt: die gezielte und konsequente Überprüfung des Bandbreitenangebots an Musikalität, die Konzentration auf fachliche Begabung und die Möglichkeit zur Meisterschaft im Einzelnen.

 

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Die Sing- und Musikschule Aschaffenburg feiert dieses Jahr ihren 200. Geburtstag - und anstatt die Arbeit so langsam Jüngeren zu überlassen, bündelt sie anlässlich ihres Jubiläums all ihre Expertise in unzähligen Veranstaltungen in und um Aschaffenburg. Ein Highlight: Mehr als 100 Vertreter von Musikschulen aus ganz Deutschland empfing sie kürzlich zum VdM-Fachkongress „Musikalische Bildung von Anfang an“, wo unter anderem der brandneue VdM-Bildungsplan vorgestellt wurde. In welchem Verhältnis steht der zu den Bildungs- und Erziehungsplänen der Länder? Wo lagen die Schwerpunkte in seiner Ausarbeitung und worauf genau zielt er ab? Und, vor allem: warum beschäftigen sich die Musikschulen immer mehr mit dem Thema „Musikalische Bildung von Anfang an“? Darüber diskutieren

Eva Reichert-Garschhammer (Staatsinstitut für Frühpädagogik)
Dr. Hans Eirich (Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen)
Michael Kobold (VdM-Bundesvorstandsmitglied und Leiter der Rheinischen Musikschule Köln) und
Prof. Dr. Michael Dartsch (Hochschule für Musik Saar, Projektleiter "Musikalische Bildung von Anfang an“) mit
Moderator Theo Geißler (nmz)

in einem "taktlos spezial" live vom VdM-Kongress in Aschaffenburg.

Weiter zum Filmbeitrag

 

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Am ersten Maiwochenende, vom 30. April bis 2. Mai, finden im Landesmusikgymnasium Rheinland-Pfalz die 1. Musiktage Montabaur statt. Mehr als 60 Schülerinnen und Schüler, Preisträger des Landeswettbewerbs „Jugend musiziert“ in Rheinland-Pfalz und Hessen, aber auch andere begabte Jugendliche ab 14 Jahren bekommen in dieser Zeit die außergewöhnliche Gelegenheit, in Meisterkursen von Dozenten der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main unterrichtet zu werden. Damit erhalten die Teilnehmer einen ersten Einblick in die Arbeit mit Hochschulprofessoren und genauere Vorstellungen im Hinblick auf ihre eventuelle spätere Berufswahl. Gleichzeitig dient der intensive dreitägige Unterricht der Vorbereitung auf den Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“. Nicht zuletzt erlaubt dieses überregionale Großereignis den externen Teilnehmern, das einzigartige Schulangebot des Landesmusikgymnasiums näher kennen zu lernen.

Eine Kostprobe ihres Könnens geben die Schülerinnen und Schüler in einem Abschlusskonzert am Sonntag, den 2. Mai 2010 um 15 Uhr, zu dem die Veranstalter herzlich in die Aula des Mons-Tabor-Gymnasiums einladen. Der Eintritt ist frei.

Die Musiktage Montabaur, die von nun an jedes Jahr stattfinden sollen, gehen auf eine Initiative von Markus Schwind, Instrumentallehrer am LMG, zurück und finden in Kooperation mit der Frankfurter Musikhochschule sowie den Landeswettbewerben „Jugend musiziert“ und den Landesmusikräten in Hessen und Rheinland-Pfalz statt. Sie werden durch die freundliche Unterstützung der Kreissparkasse Westerwald ermöglicht.

 

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Am Sonntag, 18. April ging die EMCY Generalversammlung 2010 in Heerlen (Niederlande) trotz erheblichen vulkanischen Behinderungen erfolgreich zu Ende. Wegen der Sperre des europäischen Luftraums konnten zahlreiche Delegierte nicht anwesend sein. Die Versammlung war dank den eingereichten Stimmübertragungen trotzdem beschlussfähig und hat wichtige Satzungsänderungen und die Qualitätsstandards für EMCY-Mitgliedswettbewerbe verabschiedet. Dieses Papier wurde in den letzten zwei Jahren vom EMCY-Vorstand und der Mitgliedschaft entwickelt und wurde während einer einjährigen Testphase vor seiner Verabschiedung geprüft. Die Richtlinien berücksichtigen das Repertoire, die Teilnehmer, die Jury, die Preise und die Organisation eines Wettbewerbs und sollen Wettbewerbsveranstaltern innerhalb und außerhalb des EMCY-Netzwerkes helfen, ihre Aktivitäten für junge Musiker zu verbessern und weiter aufzubauen.

Der Mittelpunkt der Feierlichkeiten um das 40-jährige Jubiläum der EMCY war ein Festakt im Gouvernementsgebouw in Maastricht (Niederlande) am 16. April. Redner waren u.a. Mitgründer der EMCY Dr. Eckart Rohlfs und Kulturattaché der Provinz Limburg Frau Odile Wolfs. Die Auftritte des Schlagzeugduos Peter Fleckenstein/Quirin Reichl (Jugend musiziert, Deutschland), des Trompeten Sylvain Leclerc (Concours d’excellence, Frankreich) und der Pianistin Asagi Nakata (Internationaler Franz Liszt Wettbewerb für junge Pianisten, Weimar) bildeten eine Anregung an die Organisatoren der Bewerbung Maastrichts als Europäische Kulturhauptstadt 2018 und an weitere künftige Europäische Kulturhauptstädte , Nachwuchsmusiker in ihre Programme einzubeziehen.

Gastgeber waren Schunck und der Charles Hennen Concours: Internationaler Kammermusikwettbewerb für Streicher. Die EMCY Generalversammlung war Bestandteil eines umfangreichen Programms anlässlich des 25-jährigen Jubiläums dieses Wettbewerbs und des hundertjährigen Bestehens der Musikschule Heerlen.

Die Europäische Union der Musikwettbewerbe für die Jugend (EMCY) ist die europäische Dachorganisation für mehr als 50 nationale und internationale Musikwettbewerbe für Kinder und Jugendliche. Sie wurde 1970 als Vereinigung nationaler Musikwettbewerbe gegründet, um die musikalische Erziehung und Förderung von musikalischen Talenten im vorprofessionellen Bereich auf europäischer Ebene zu entwickeln. Seit 1992 können auch internationale Musikwettbewerbe Mitglied werden. Seit 1996 hat die EMCY ihren Sitz in München und ist dort als eingetragener Verein registriert. Anliegen der EMCY ist vor allem die Weiterförderung von Preisträgern nach dem Wettbewerb durch europäische Konzerte, Tourneen, Begegnungen und Meisterkurse.

 

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