Heute sind 5.000 Teilnehmer bei der zweiten Großdemonstration in Berlin auf die Straße gegangen, um für die Rettung der Veranstaltungsbranche zu kämpfen. Zahlreiche prominente Künstler wie Campino, Frontmann der Toten Hosen, Roland Kaiser und Dieter Hallervorden haben an der Abschlusskundgebung vor dem Brandenburger Tor teilgenommen und zeigten sich mit der gesamten Branche solidarisch.

Während Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ländern über weitere Maßnahmen sprach, forderten 5.000 Demonstranten, dass der Staat endlich ihre verzweifelte Situation erkennt. Er soll Maßnahmen ergreifen, mit denen der Branche wieder eine berufliche Perspektive gegeben wird. Bei der Großdemonstration in Berlin gab es heute neben einem Fußmarsch vom Alexanderplatz zum Brandenburger Tor ebenfalls einen Auto- und LKW-Korso, der am Olympischen Platz startete.

Im sechstgrößten Wirtschaftszweig Deutschlands sind derzeit mehr als eine Million Arbeitsplätze gefährdet. Das Bündnis #AlarmstufeRot setzt sich dafür ein, gemeinsam Handlungsempfehlungen für die Politik zu erarbeiten, die politischen Aktivitäten zu koordinieren und Konzepte zur Rettung der Branche zu entwickeln. Jeden Mittwoch organisiert #AlarmstufeRot in allen Hauptstädten der Bundesländer jeweils um fünf nach Zwölf regionale Demos, um politische Rettungshilfen einzufordern.

"Offensichtlich hat die Politik den Sommer verschlafen“, sagte Campino, der Frontmann der Toten Hosen, direkt nach der Demo auf der #AlarmstufeRot-Bühne. Schon im Vorfeld äußerte sich Farin Urlaub, Gründungsmitglied der Band Die Ärzte, in der Tagesschau am 23.10.2020 und zeigte seine Unterstützung: "Wir nehmen Kultur als gegeben hin. [...] Der ganze Unterbau von Club-Betreibern, über Roadies, die Bands, die noch nicht so weit sind, dass sie einen Plattenvertrag haben. Die müssen alle von etwas leben und die werden gerade vergessen.“

Großdemonstration mit Maske, Abstand und Respekt vor der aktuellen Lage

Bei der Kundgebung wurden uneingeschränkt alle Maßnahmen, die dem Infektionsschutz vor COVID-19 dienen, eingehalten. Der Fußmarsch wurde in mehrere Blöcke aufgeteilt und teilweise wurden sogenannte Flightcases als Abstandshalter eingesetzt. Es wurde darauf geachtet, dass alle Teilnehmer der Kundgebung die vorgeschriebenen Hygieneregeln einhalten. Es ist betont keine Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung, sondern eine Forderung an die Politik, die Branche nicht sterben zu lassen. Der Sektor erbringt ein außerordentliches Sonderopfer für die gesamte Gesellschaft des Landes. Es wird daher erwartet, dass endlich ein passender Rettungsschirm gespannt wird, mit dem Veranstalter, Veranstaltungsdienstleister, Veranstaltungszulieferer und die große Zahl an Soloselbständigen ihre Existenz retten können.

Pleite- und Entlassungswelle aufhalten: die Forderungen im Überblick

#AlarmstufeRot fordert Überbrückungs- und Kreditprogramme, einen steuerlichen Verlustrücktrag, einen angepassten EU-Beihilferahmen und flexiblere Kurzarbeiterregelungen. Ein Rettungsdialog mit der Regierung wurde bereits begonnen, um mit Förderprogrammen den Ruin der Veranstaltungswirtschaft aufzuhalten. Dieser Dialog muss nun aber Früchte tragen. Das ausformulierte Forderungsprogramm von #AlarmstufeRot findet sich auf: alarmstuferot.org

"In einigen Hilfsprogrammen wie den Überbrückungshilfen ist noch Luft, weil sie weniger stark als befürchtet beansprucht wurden. Dies erlaubt maßgeschneiderte Programme etwa für die Veranstaltungswirtschaft“ sagte kürzlich Finanzminister Olaf Scholz. Allerdings gibt es noch keine konkreten politischen Aussagen dazu, wie ein derart maßgeschneidertes Programm aussehen könnte. Konzertveranstalter, Messebetreiber, Ausstatter von Geschäftsveranstaltungen, Technik- und Materialverleiher, Caterer und Künstler, mittelständische Unternehmen, Soloselbständige sowie alle anderen Teilbereiche des Wirtschaftszweiges ringen um ihr Überleben und hoffen endlich darauf, dass die Regierung den Handlungsbedarf erkennt.

Aktionen der #AlarmstufeRot

Die Kundgebung heute war bereits die dritte große Aktion der Initiative. Bei der ersten Demonstration am 9. September 2020 beteiligten sich rund 15.000 Menschen in Berlin, um für das Überleben der Veranstaltungsbranche zu kämpfen. Zuvor gab es mit der Night of Light am 22. Juni 2020 den ersten Hilferuf, bei dem rund 9.000 Gebäude in ganz Deutschland rot angestrahlt wurden. Den Unternehmen der Veranstaltungsbranche ist seit Beginn der Corona-Krise im März jede Existenzgrundlage entzogen. Seit inzwischen acht Monaten befindet sich der Wirtschaftszweig praktisch im Lockdown. Eine Perspektive für die Zukunft ist nicht in Sicht.

Auch weiterhin wird sich #AlarmstufeRot für alle Beteiligten einsetzen und im Dialog mit der Politik den Druck hoch halten. Weitere Informationen: Internet: https://www.alarmstuferot.org Facebook: https://www.facebook.com/nightoflight2020 Instagram: https://www.instagram.com/alarmstufe_rot_/

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