Der Hamburger Senat hat die Benennung von insgesamt neun Verkehrsflächen beschlossen. Im Grindelviertel werden künftig zwei Flächen an Verfolgte des Nationalsozialismus erinnern. Pläne über die genaue Lage der benannten Flächen können bei den zuständigen Bezirksämtern und beim Staatsarchiv Hamburg eingesehen werden. Weitere Infos enthält der Amtliche Anzeiger unter: https://www.luewu.de/docs/anzeiger/docs/2571.pdf.  

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: "Mit den aktuellen Benennungen erinnern wir unter anderem an zwei Verfolgte des Nationalsozialismus, die durch ihre Biographie eng mit der Geschichte Hamburgs verbunden sind. Ihrem künstlerischen Schaffen und dem Leid, das ihnen unter den Nationalsozialisten angetan wurde, gedenken wir mit der dauerhaften Sichtbarkeit ihrer Namen im öffentlichen Raum.“

Zu Ehren des in Hamburg aufgewachsenen jüdischen Dichters, Schriftstellers, Journalisten, Malers und Friedensaktivisten Arie Goral, wird der Kreisverkehr in der Straße Grindelhof, Rotherbaum, zukünftig Arie-Goral-Platz heißen. Arie Goral flüchtete 1934 als Verfolgter der Nationalsozialisten nach Palästina und kehrte 1952 nach Hamburg zurück, wo er 1996 starb. Ihm zu verdanken ist unter anderem 1982 die Errichtung des neuen Heinrich-Heine-Denkmals auf dem Rathausmarkt.

Eine Teilfläche der Parkanlage Grindelberg in Harvestehude wird künftig in Paul-Abraham-Park benannt. Der 1892 in Ungarn geborene Komponist Paul Abraham feierte Anfang der 1930er Jahre große Erfolge mit Operetten und kommt auf Grund seiner großen Popularität in Deutschland nach Berlin. Als Verfolgter des Nationalsozialismus flieht er 1933 über Wien, Budapest, Paris und schließlich Kuba nach New York. Mitte der 1950er Jahre kehrt er nach Deutschland zurück, wo er 1960 in einem Hamburger Sanatorium stirbt, in dem er zuletzt mit seiner Ehefrau wohnte.

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