Nach intensiver Beratung hat der Verband Deutscher KonzertChöre (VDKC) entschieden, das ursprünglich vom 14. bis zum 16. Mai 2021 geplante 20. Deutsche Chorfestival in Lübeck auf den 23. bis 25. Juni 2023 zu verschieben. Der VDKC verbindet mit der Verschiebung die Hoffnung, dass 2023 die Voraussetzungen gegeben sind, dass das ursprüngliche Konzept ohne nennenswerte Einschränkungen wieder in den Bereich des Möglichen rückt und das Festival unter dem Motto "Alles fließt“ in der Hansestadt Lübeck ausgetragen werden kann.

Als Bundesverband mit rund 550 ambitionierten Laienchören in ganz Deutschland weiß der VDKC, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie die Chöre sehr hart getroffen haben: Es findet praktisch seit einem Jahr keinerlei geregelte Probenarbeit mehr statt. Die für das 20. Deutsche Chorfestival in Lübeck vorgesehenen Chöre – nach mehrfachen Änderungen des ursprünglichen Programms bereits reduziert und in der Besetzungsgröße an die geltenden Maßnahmen, insbesondere an die Abstandsregelungen, angepasst – waren bereits so ausgesucht, dass sie durch ihre Qualifikation schnell auf verschiedene Situationen hätten reagieren können. Entsprechend flexibel waren die Programme geplant. Der VDKC hatte lange Zeit die Hoffnung, dass es im Frühjahr wieder Lockerungen geben könnte und das Festival Mitte Mai ein Signal des Aufbruchs, gerade der vom Lockdown so schwer getroffenen Chormusik, sein könnte. Dies wäre sowohl für die Chöre wie auch für die Hansestadt Lübeck als ein Signal der Ermutigung wahrgenommen worden.

VDKC-Präsident Prof. Ekkehard Klemm begründet die Entscheidung: "Die aktuellen Entwicklungen lassen die optimistischen Zielstellungen nicht länger als realistisch erscheinen. Nach mehrfachen Gesprächen mit etlichen Beteiligten sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass momentan weder eine seriöse weitere Vorbereitung noch eine Durchführung des Chorfestivals möglich ist. Bis mindestens Ostern wird keines unserer Ensembles irgendeine Probe live abhalten können. Von dort bis zum geplanten Festivalstart am 14. Mai sind es weniger als sechs Wochen. Auch über die Situation im April können nur Mutmaßungen angestellt werden.“ Festivalleiterin Anne Langhoff sieht auch die organisatorischen Aspekte einer Durchführung als Hindernis an: "Hinzu kommt, dass wir große Schwierigkeiten erwarten, die dann geltenden Hygiene- und Abstandsregeln rechtzeitig anpassen und umsetzen zu können. Eine Durchführung wäre nicht zuletzt für unser Publikum ohne zuverlässige Planungen von Platzkapazitäten und Programmen eine unbefriedigende Situation.“ VDKC-Generalsekretär Ralf Schöne schätzt das Risiko für den VDKC als Veranstalter als nicht mehr vertretbar ein: "Wir müssen uns eingestehen, dass ein künstlerisch überzeugendes und hochwertiges Festival unter diesen Rahmenbedingungen leider nicht durchführbar ist. Weder unseren Chören noch unseren KooperationspartnerInnen können wir gute Rahmenbedingungen zusichern.“

Mit einem Planungsvorlauf von über zwei Jahren ergibt sich mit der Verschiebung nun auch die Chance, die Festivalstruktur zu optimieren. Sowohl eine sorgfältige Vorbereitung der ausführenden Chöre als auch eine gute Logistik bei der Veranstaltungsorganisation werden in der verfügbaren Zeit möglich sein.

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